Allgemeine Verdienstdiskussion um Manager, Poliker und Sport

Kanzler, Parteien, Unternehmen, Mittelstand etc.
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Tackleberry
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Allgemeine Verdienstdiskussion um Manager, Poliker und Sport

Ungelesener Beitrag von Tackleberry » 23.12.2007, 17:35

So,
ich habe mich eigentlich gefragt wann sich endlich mal jemand traut gegen die Gagen von Sportlern und Künstlern zu wettern. Der Bundestagpräsident hat sich nun getraut.

Im Wortlaut regt er sich darüber aus, das Bayern für einen 18-Jährigen Brasilianer 14 Millionen zahlt und ihm auch noch gut Taschengeld zusteckt. Der Witz an der Sache ist doch, dass die Bayern doch dafür nichts können. Es gibt einen internationalen Wettbewerb um die Spieler (Globalisierung lässt grüßen) und wenn Bayern keine 14 Millionen bietet, dann geht der Spieler halt an Real Madrid für 13,5 Millionen oder für 13,25 an Arsenal London. Mal abgesehen davon, dass Hoeness wohl nicht soviel Geld für den Spieler ausgeben würde, wenn er nicht wüsste, dass die Bayern dadurch mehr einnehmen könnten (Sieg/Weiterkommen im europäischen Pokal und damit mehr Sponsoren- und TV-Gelder).


Beim zweiten Punkt, der Erhöhung der Politikervergütung, gehe ich aber mit. 7000-8000 Euro (Muss man davon eigentlich auch seine Mitarbeiter/Büro bezahlen?) sind nicht gerade viel, wenn man bedenkt was ein guter Manager verdient. Wenn man fähige Leute in die Politik holen will, muss man sie mit Geld locken. Wenn nämlich jemand die Wahl hat für 500.000 Euro Jahr in der Wirtschaft zu arbeiten oder für 84.000 bis 96.000 Euro in der Politik, dann muss er schon viel Idealismus mitbringen wenn er sich für zweites entscheidet. Zumal man in der Wirtschaft auch gut Ruhe vor der Bildzeitung hat, die ja gerne den einen oder anderen Politiker niedermäht.
Anderseits ist es schon ziemlich doppelzüngig sich über Managergehälter aufzuregen, während die eigenen Bezüge nicht öffentlich gemacht werden müssen.

Was mich aber ärgert ist die Forderung des Ver.de Chefs Bsirske Managergehälter stärker zu besteuern. Das ist totaler Murks, genauso ein ein Höchstlohn. Begrenzt man die Leistungsbezogene Entlohnung eines Managers, der normal 12 Millionen verdienen würde, auf 8 Millionen im Jahr, nimmt man ihm doch, wenn den Anreiz das ganze Jahr über mit vollem Elan zu arbeiten. Sobald das Unternehmen ein Niveau erreicht hat, dass ihm die 8 Millionen bringt, hat er doch keinen Grund mehr mit vollem Eifer zu arbeiten, da macht er lieber vier Stunden früher Feierabend und geht mit seinem Jungen Fussball spielen. Im Endeffekt schadet man damit den ganzen Mitarbeitern und der gesamten Volkswirtschaft.
Auf die Besteuerung hätte die Wirtschaft auch eine Antwort. Dann werden einfach die Bruttogehälter noch weiter erhöht, so das Ackermann und Co. Netto genau die selbe Summe in der Tasche haben. Alternativ geht man ins Ausland. Das ein oder andere Unternehmen setzt ja Ausländer als CEO ein. Damit gehen uns fähige Leute verloren und alle haben den Schaden.
Allgemein nervt es mich, dass sich zwar alle über billige Notebooks und Bananen freuen aber keine checkt, dass wir uns in jeder Hinsicht in einem internationalen Wettbewerb befinden, wo wir mit populistischen Mist nur ins Hintertreffen geraten können.
Eine Volksabstimmung über den Mindestlohn ist genauso ein Mist. Wenn man die Leute einseitig bestimmen lasse würde, was sie bekommen sollen, geht der Stundenlohn bei 50 Euro und mehr los.

Was sagt Ihr zu dem ganzen Thema? Bitte sachlich und fundiert und speziell für einzige Spezialisten: Bitte die vorherigen Postings lesen und nachvollziehen...

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st3660a
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Ungelesener Beitrag von st3660a » 23.12.2007, 17:44

Bei den Manager Gehältern oder allgemein bei sehr hohen Gehältern muss man auch immer beachten welcher Teil der Summe fix und wieviel "erfolgsabhängig" ist. Ich finde es durchaus OK wenn der Teil der vom Unternehmens- bzw. Managementerfolg abhängt hoch ist. Leider fehlt in diesem Zusammenhang den Erfolg auch an die Mitarbeiterzahl zu knüpfen. Ich empfinde es als ungerechtfertigt wenn ein Manager massiv Personal abbaut und trotzdem die maximale Summe Erfolgsbeteiligung bekommt. Da könnte man ansetzen.

H3LL S3RV4NT
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Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 23.12.2007, 18:45

MdB bekommt knapp 11k im Monat (steuerpflichtig, aber keine AV/RV), dazu bis zu 13,5k für Angestellte: http://de.wikipedia.org/wiki/Mitglied_d ... A4digungen
Entspricht also ca. 150k€ per anno, das haben schon GmbH-Geschäftsführer mittlerer Betriebe.
Höhere Diäten - ja, dafür dann aber auch weniger Vertreter und die rausschmeissen, die bescheissen (in Listen ohne Anwesenheit eintragen lassen, überhöhte Flugkosten etc.) und sonstige Küngeleien härter bestrafen.
Wobei nicht gerade wenige MdB noch nebenbei einige lukrative Sachen am Laufen haben, von eigenen Firmen/Kanzleien bis hin zu Aufsichtsratsposten.
Höchstlohn - sowas gibts vom Prinzip her schon und zwar bei Gesellschafter-Geschäftsführer von GmbHs. Darüberhinaus gibts das auch in den Staaten, erfolgsunabhängig grösser 1 Mio ist nicht abziehbar.
Ausländer-CEO - wie du schon sagst, internationaler Wettbewerb, wenn der deutsche CEO teurer ist, wird halt der Ausländer genommen... ;-)
Aber mal ehrlich, dass die Arbeitsbereitschaft merkbar sinkt, wenn der Manager nur 8 statt 12 Mio bekommt, ist schon etwas weit hergeholt. Gerade wenn erfolgsabhängig bezahlt wird. Zumal man bei solchen Positionen zu einem gewissen Teil auch intrinsisch motiviert sein sollte. Also ich wärs und würde es sogar für 4 Mio machen :)
Mindestlohn - vom Ansatz her nicht so verkehrt, aber knapp 10€ sind definitiv zu hoch. Man muss es mal knallhart sagen: manche Tätigkeiten sind einfach keine 10€ die Stunde wert. So immense Vorkenntnisse oder Voraussetzungen braucht man für bestimmte Sachen nicht, der Nutzen daraus ist kleiner als 10€. 10€ sind immerhin 1600€ brutto bei Vollzeit, gerade mal gute 20% unterm Durchschnittslohn. 2,50€ müssen nu auch nicht gerade sein, aber 10 ist too much.
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quadpumped
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Ungelesener Beitrag von quadpumped » 23.12.2007, 19:02

was es genau für ein Problem mit hohen Manager-Gehältern gibt habe ich nie gerallt. Wenn ein Manager dem Unternehmen so wichtig ist und es ihm so viel zahlt ist es zunächst nur das Problem des Budgets. Darüber hinaus fällt mir nichts ein was dagegen sprechen würde, ausser Neid.

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Konsumierer
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Ungelesener Beitrag von Konsumierer » 24.12.2007, 00:22

Hab hier grad ein Buch neben mir liegen Machtwahn - Wie eine mittelmäßige Führungselite uns zugrunde richtet.
Der Titel bringts eigentlich schon ganz gut auf den Punkt. Viele Manager bauen tagtäglich irgendwelchen Mist und bekommen trotzdem fette Gehälter und wenn sie rausfliegen wird ihnen auch noch der Arsch vergoldet. Die Argumente aus den Vorstandsetagen, dass die Manager mit Leuten aus den USA oder sonstwo mithalten können müssen, finde ich einen schlechten Witz. Letztlich sind die Gehälter doch deshalb so hoch, weil diejenigen, die die Gehälter festlegen, genauso davon profitieren. Ich glaube auch nicht, dass jemand der 20 Mio. € verdient bessere Arbeit macht, wie jemand der sich mit 500.000 im Jahr zufrieden gibt. Letztlich ist das doch rausgeschmissenes Geld, von dem viele Mitarbeiter beschäftigt werden könnten.

Womit haben sich die Manager denn ihre Gehälter verdient? Sind sie wirklich so gut, dass sie 100 Menschen ersetzen können? Welches Risiko haben sie denn? Wer hat die Firmen aufgebaut? Die hocken sich halt in den Vorstand, kriegen ihre paar Milliönchen, egal wie der Karren läuft und nach ein paar Jahren kriegen sie ihre Abfindung und gehen zum nächsten Unternehmen, wo mal wieder ein paar Millionen zur Begrüßung winken. Das ist einfach absurd und gegen jeden Menschenverstand. Und das hat nichts mit Neid zu tun. Mir ist es egal wieviel Millionen irgendwelche Fußballer, Basketballer oder Sänger verdienen. Die verdienen meines Erachtens nämlich wirklich leistungsbezogen.
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psycho-dad

Ungelesener Beitrag von psycho-dad » 24.12.2007, 00:32

Alles eine Scheindiskussion. Oder glaubt irgendwer wirklich, daß die momentan Regierenden ernsthaft irgendwas an der Situation ändern wollen oder werden? Lustig finde ich vor allem, daß jetzt auf einmal ausgerechnet die Politiker genau der Parteien nach Mäßigung schreien und die Moralkeule auspacken, die denselben Leuten seit Jahrzehnten eine Steuersenkung nach der anderen in den Arsch geblasen haben... Verlogener geht's echt nicht mehr. Aber bald sind ja mal wieder Wahlen, und offenbar geht diversen Leuten der Arsch auf Grundeis beim Gedanken daran, daß immer mehr Stimmen in Richtung Rand wandern. Ich gönne es ihnen von Herzen.

-- p.d.

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Tackleberry
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Ungelesener Beitrag von Tackleberry » 24.12.2007, 00:59

Konsumierer hat geschrieben:Hab hier grad ein Buch neben mir liegen Machtwahn - Wie eine mittelmäßige Führungselite uns zugrunde richtet.
Der Titel bringts eigentlich schon ganz gut auf den Punkt. Viele Manager bauen tagtäglich irgendwelchen Mist und bekommen trotzdem fette Gehälter und wenn sie rausfliegen wird ihnen auch noch der Arsch vergoldet. Die Argumente aus den Vorstandsetagen, dass die Manager mit Leuten aus den USA oder sonstwo mithalten können müssen, finde ich einen schlechten Witz. Letztlich sind die Gehälter doch deshalb so hoch, weil diejenigen, die die Gehälter festlegen, genauso davon profitieren. Ich glaube auch nicht, dass jemand der 20 Mio. € verdient bessere Arbeit macht, wie jemand der sich mit 500.000 im Jahr zufrieden gibt. Letztlich ist das doch rausgeschmissenes Geld, von dem viele Mitarbeiter beschäftigt werden könnten.

Womit haben sich die Manager denn ihre Gehälter verdient? Sind sie wirklich so gut, dass sie 100 Menschen ersetzen können? Welches Risiko haben sie denn? Wer hat die Firmen aufgebaut? Die hocken sich halt in den Vorstand, kriegen ihre paar Milliönchen, egal wie der Karren läuft und nach ein paar Jahren kriegen sie ihre Abfindung und gehen zum nächsten Unternehmen, wo mal wieder ein paar Millionen zur Begrüßung winken. Das ist einfach absurd und gegen jeden Menschenverstand. Und das hat nichts mit Neid zu tun. Mir ist es egal wieviel Millionen irgendwelche Fußballer, Basketballer oder Sänger verdienen. Die verdienen meines Erachtens nämlich wirklich leistungsbezogen.
Nehmen wir mal das Beispiel Porsche: Meinst Du also das die Arbeiter am Fließband dafür gesorgt haben das aus dem kränkelnden Automobilhersteller mit 300.000.000 Euro Börsenwert, ein Unternehmen mit 25.000.000.000 Euro Börserwert wurde, dem zu 20(?) Prozent VW gehört?

Wenn so ein Vorstandjob so einfach ist, warum bewirbst Du Dich dann nicht für so einen Job?

H3LL S3RV4NT hat geschrieben: Zumal man bei solchen Positionen zu einem gewissen Teil auch intrinsisch motiviert sein sollte. Also ich wärs und würde es sogar für 4 Mio machen :)
Du hast aber keinen Marktwert von 4 Mio/Jahr. :-)

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Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 24.12.2007, 02:37

Letztlich sind die Gehälter doch deshalb so hoch, weil diejenigen, die die Gehälter festlegen, genauso davon profitieren. - Wie meinst du das? Denkst du dass die Manager selbst (untereinander) ihr Gehalt festlegen? Dann beschäftige dich erstmal mit dem Aufbau einer AG (um die geht es ja im Regelfall). Falls du es hingegen richtig meinst, was spricht dagegen, wenn Anteilseigner und Arbeitnehmervertreter (also Institutionen, die eher strategisch agieren [sollten]) ihren Vorstand üppig entlohnen?
20 vs 0,5 Mio - es geht nicht um besser (beides sollte auf einem sehr hohem Level liegen), sondern um mehr und um mehr Verantwortung.
Rausgeschmissenes Geld? Na wenn du meinst, dass ein Floormanager/Bandarbeiter/Kundenbetreuer ohne Anstrengungen einen global aufgestellten Konzern leiten kannst.
@quad: was der Allgemeinheit eher aufstösst, ist die Gewinnwirksamkeit. Der volle Gehaltsaufwand senkt den Gewinn und darauf entfallende Steuern (wobei die Auszahlung beim Manager eh versteuert wird, was der Mob wohl in der Diskussion vergisst, dieser strebt demnach eine Doppelbesteuerung an [Besteuerung auf Ebene der Kapitalgesellschaft da nicht abzugsfähig und Besteuerung auf privater Ebene]).
Porsche - gerade die sind ein Vorzeigeunternehmen. Entlassungen nur wenn es wirklich notwendig und nicht aus Renditezweck, Sonderzahlungen an die Mitarbeiter, von denen Wiedekings durchaus üppiges Gehalt gönnt.
@Tack: atm 30%, mit Ziel auf 51%.
4 Mio - noch nicht, daher schnell zuschlagen, bevor der Kurs steigt. Konsumierer wird da eher keine Chance haben, alleine schon weil BWL-Abschluss und Uni dort quasi Pflicht ist.
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Ungelesener Beitrag von Konsumierer » 24.12.2007, 11:51

Ich meine es richtig ;)
Diejenigen, die die Gehälter der Manager festlegen, streben doch genau deren Position an. Also macht es doch nur Sinn, dafür Sorge zu tragen sich später mal so richtig die Taschen vollstecken zu können.

Wiedeking ist eine absolute Ausnahme in meinen Augen. Bei dem juckt es mich nicht, wieviel er verdient. Es geht mir nur um die Pfeifen, die ihren Job scheiße machen, ihre Mitarbeiter ausbeuten (mehr Arbeit, weniger Lohn) oder gleich entlassen und selbst den großen Reibach machen. Klar haben die Verantwortung, aber welches Risiko haben sie? Wenn sie nix können und gegangen werden, kriegen sie doch trotzdem noch ne dicke Abfindung. Das regt mich dabei so auf.

Ich hab schon eine Beteiligung an einer GmbH, von daher brauch ich keinen Uni-Abschluss und auch kein BWL-Studium. Wenn die Firma gut läuft, regelt sich das mit dem Gehalt schon von alleine. Was macht denn dein Job, Hell?
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Ungelesener Beitrag von Flintz » 24.12.2007, 14:17

Nennt mich nen idealisten oder kommunisten, aber ich bin der meinung dass es moralisch nicht zu vertreten ist, wenn ein mensch in wenigen monaten soviel verdient wie an normaler arbeiter in seinem ganzen leben nicht sieht. Das steht in keinerlei relation.

Mal ganz abgesehen von abfindungen für erfolglose manager, dass das nur ein schlechter witz ist, sollte sich selbst erklären.

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Ungelesener Beitrag von Tackleberry » 24.12.2007, 19:35

Das Problem ist das sogenannte Sozialisten oder Kommunisten nicht über die Tragweite Ihrer Ideen nachdenken. Siehe Mindestlohn, bei dem zwar, die die noch Arbeit haben scheinbar mehr Geld bekommen, dafür aber sicher auch mehr unbezahlte Überstunden schieben müssen (siehe Baubranche) aber viele Leute ihre Arbeit verlieren und unglücklich zu Hause rumsitzen (Ihre Arbeitsleistungs wird durch die unbezahlten Überstunden, derer die noch Arbeit haben, ersetzt). ALG II entspricht übrigens einem Mindestlohn von etwa rund 4,50 Euro. Kein Deutscher muss für weniger als 4,50/Stunde arbeiten gehen. Wir Studenten leben ja auch häufig nicht von mehr als ALGII und wenn man nicht gerade in München lebt, kann man von dem Geld als Single recht gut leben. Wer weiß das er wenig Geld hat und evt. keine Kinder durchfüttern kann, muss sich halt Gedanken machen, wie er es schafft einer Familie eine Perspektive zu geben. Sprich seine Bildung verbessern.

Das Abfindungen für Misserfolg nicht gerade toll sind ist klar ABER die gibt es ja auch für normale Arbeitnehmer und z.B. Bundesligatrainer.
Was ist denn eine Abfindung überhaupt? Das Unternehmen und der Abzufindene haben einen rechtverbindlichen Vertrag geschlossen, den eine Partei (hier das Unternehmen) kündigen will. Wenn z.B. der Vertrag aber wie bei Managern eine Laufzeit von vier Jahren vorsieht aber erst eines rum ist, hat der Manager genauso wie der Fussball-Trainer und auch der normale Arbeitnehmer Anspruch darauf zu arbeiten und entsprechend entlohnt zu werden. Bei einem großen Konzern kann es da aber billiger kommen den Manager dann das potentielle Gehält (anteilig) auszuzahlen. Wenn der Manager nämlich weiterhin seinen Job behält und schlecht arbeitet, kann das Unternehmen ja locker mal 500.000.000 Euro und mehr verlieren. Da sind die 10.000.000 Euro Abfindung das kleinere Übel.

Zum Thema Rendite und Aktienkurse.
Es ist nunmal so, dass wenn man sicher 4,5 Prozent sicher (ohne Risiko des Verlusts) auf's Tagesgeldkonto kommt, man bei einer risikobehafteten Anlage wie Aktien, bei der ein Totalverlust möglich ist, eine gewisse Risikoprämie verlangt. Also eine Belohnung/einen Anreiz für die Risikobereitschaft. 10 Prozent sollten da schon mindestens drin sein.
Besteuert man Erträge durch Kurssteigerungen von Aktien, in Form von Dividenen und Zinserträge noch stärker, zwingt man die Unternehmen eine höhere Bruttorendite (also ohne Steuerabzug) zu erwirtschaften, damit die Eigner, also die Aktionäre, Netto (also mit Steuerabzug) das gleiche in der Tasche haben. Dann wird eben noch mehr rationalisiert und alle haben verloren.

Ich frage mich warum eigentlich alle nur jammern und sich die Leute nicht selber Aktien kaufen, um dann mitbestimmen und am Unternehmenserfolg teilhaben zu können. Der einzelne Mitarbeiter hat dann zwar wenig zu sagen, aber wenn die Arbeitnehmer Ihre Stimmrechte zusammenlegen, haben sie schon was zu melden. Aber es ist natürlich einfacher zu meckern und statt dessen für 2000 Euro neue 17" Alufelgen für den Golf III zu kaufen.

@Hell

StudiVZ sucht Vorstände (u.a. CEO). Du kannst es ja mal bei denen probieren. =)
Hoffen wir mal für Konsumierer, dass er keine hochsummige, verdeckte Sacheinlage in seine GmbH gesteckt hat und das Unternehmen kurzfristig illiquide wird... =)

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Benny
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Ungelesener Beitrag von Benny » 24.12.2007, 21:21

ich bin der meinung das man seiner verantwortung für die firma auch entsprechend verdienen sollte.
Aber die derzeitigen Gehälter sind überzogen.
Manager übernehmen im gewissen Maße auch viel Verantwortung. Leider wird dies auch im Gehalt etwas überbewertet.

H3LL S3RV4NT
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Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 24.12.2007, 21:50

@Konsumierer: im Normalfall geht man vom Vorstand in den Aufsichtsrat bzw. sitzt dort als externer (wie bspw. Bsirske bei RWE). Von daher Humbug.
Und deine 1% Beteiligung an Papis GmbH tangiert mich sowas von peripher.
Hier mal ein kompetenter Kommentar dazu: http://ftd.de/meinung/kommentare/293455.html
@Tack: damit wird aber mE keine höhere interne Rendite erzwungen. Kapital fliesst daraus ab, der Anteilspreis sinkt, solange bis sich die Rendite für den Anleger aus ebendiesem (billiger gewordenem) Anteil entsprechend wieder angepasst hat. Zudem sind ja Kapitaleinkünfte ab 2009 insbesondere für Gutverdiener deutlich vergünstigt, da Abgeltungssteuer iHv 25% statt vollem Steuersatz von bis zu 45% (bzw. 25% auf 60% statt vollem Steuersatz auf die Hälfte bei Einkünften aus Kapitalgesellschaften).
>kq

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Ungelesener Beitrag von Konsumierer » 25.12.2007, 00:24

H3LL S3RV4NT hat geschrieben:Und deine 1% Beteiligung an Papis GmbH tangiert mich sowas von peripher.
Was du immer über andere Menschen weißt, das ist unglaublich! Gehst du täglich zu deiner Wahrsagerin?

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Ungelesener Beitrag von BanDit » 07.01.2008, 04:25

Ich kann mich nur wie folgt äussern:

Vor dem Aufschwung wurden jahrelang etliche "nullrunden" oder Inflationsausgleiche bei vielen Tarifverträgen durchgesetzt. Irgendwo kann man das ja auch verstehen. Man will die Wirtschaft ja nicht unnötig mehr belasten als Durchschnittsbürger.

Jetzt ist der Aufschwung da, der Durchschnittsbürger sehnt sich endlich mal wieder nach einer Erhöhung seines Reallohns, welches ja bekanntermassen in den letzten 10-15 Jahren eher gesunken, als gestiegen ist.

Aber was ist? Schon heisst es wieder von etlichen Managern, Arbeitgebervertretern: nenen, immer schön Sachte mit den Lohnerhöhungen. Man könnte als Durchschnittsbürger ja den Aufschwung gefährden. Also viel mehr als Inflationsausgleich oder bissi mehr darfs da nicht sein.

Letztlich sieht es wie folgt aus:

http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/101393/
http://www.sueddeutsche.de/,tt2m2/wirts ... 878/54824/

Jetzt mal dem Gegenübergestellt was Manager in den letzten Jahren im Schnitt verdient haben:

http://www.n-tv.de/782980.html
http://www.welt.de/wirtschaft/article10 ... eftig.html

Nur was im Schnitt im LETZEN Jahr mehr gezahlt wurde

Es kann meines Erachtens NICHT angehen, vom Durchschnittsbürger zu verlangen, dass er seine Lohnforderungen JAHRELANG mässigt, um dann,wenn die Enthaltsamkeit Früchte trägt, sich um seinen Anteil betrügen zu lassen.

Nicht dass Ihr mich falsch versteht, Manager haben große Verantwortung und sollen ruhig Mio-Gehälter erhalten. Aber was die Entwicklung der Gehälter angeht kann es nicht sein, dass die ohnehin schon große Schwere zwischen Arm und Reich immer größer wird indem der 0815-Bürger über die Jahre gesehen weniger Geld bekommt, und die Managergehälter in der Zeit um 100% oder mehr (einfach geschätzt, keine Grundlage an der Stelle) gestiegen sind. Wieso sieht das denn niemand? Ich verstehe nicht wieso das gebilligt wird.......

Edit: http://idw-online.de/pages/de/news240207

Zitat:
"
Die Vergütungsstudie erfasst die Vorstandsvergütung im Zeitraum von 1987-2006. Hervorstechendes Ergebnis: Ab Mitte der neunziger Jahre ist ein starker Anstieg der Vergütung zu beobachten. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Pro-Kopf-Vergütung der DAX30-Vorstände im Durchschnitt mehr als verdreifacht und ist damit doppelt so stark gestiegen wie in der Dekade zuvor. Im Vergleich zu der Vergütung der Mitarbeiter in den betreffenden Unternehmen verdient ein Vorstandsmitglied in den DAX30-Unternehmen im Jahr 2006 im Durchschnitt das 44-fache eines Mitarbeiters, während es vor zehn Jahren noch das 19-fache und vor fünf Jahren immerhin 'nur' das 25-fache war."

http://www.bvea.de/Archiv/bvea_archiv_2 ... ericht.htm

Auszug aus der Tagesschau http://www.tagesschau.de/inland/meldung196260.html

"Privatvermögen ungleich verteilt

Am anderen Ende der Skala wuchsen die Vermögen privater Haushalte weiter und erreichten dem Bericht zufolge 2004 eine Summe von fünf Billionen Euro. Das entspricht im Durchschnitt aller Haushalte 133.000 Euro. Von 1998 bis 2003 stieg das Nettovermögen nominal um 17 Prozent. Immobilien machen rund 75 Prozent des Gesamtvermögens aus. Der Ost-West-Unterschied wird allmählich kleiner.Allerdings seien die Privatvermögen sehr ungleichmäßig verteilt, heißt es in dem Bericht. Während die unteren 50 Prozent der Haushalte weniger als vier Prozent des gesamten Nettovermögens besitzen, haben die reichsten zehn Prozent der Haushalte knapp 47 Prozent. Der Anteil dieses oberen Zehntels stieg von 1998 bis 2003 um zwei Prozent an."

DAS IST UNTER ALLER SAU!

Nicht falsch verstehen, ich will hier keinen Kommunismus predigen, der bekanntlich ebenfalls nicht funktioniert. Reichere und ärmere wirds nun mal immer geben. Das ist auch i.O. Aber es geht um die Entwicklung.

In anderen Relationen heisst das in etwa:

Das Quotenprozent aus dem armen Teil besitzt etwa 0,08 % des Gesamtvermögens
Das Quotenprozent aus dem reichen Teil besitzt etwa 4,7 % des Gesantvermögens

Das sind sage und schreibe ein Faktor von 60! Und dieser Faktor wird immer größer, nicht kleiner! Wenns denn wenigstens gleich bleiben würde. Aber die Umverteilung von unten nach oben geht immer weiter.

Ich finde jeder verdient das, was ihm zusteht. Nicht mehr und nicht weniger. Die Entwicklung in Deutschland ist jedoch, wie so häufig, unfair. Die Managergehälter müssen sich ja schliesslich an die internationalen Gehälter (nach oben) anpassen. Die Gehälter der sogenannten Mittelschicht muss sich aber bitte schön brav mit der Konkurrenz ausm Osten messen.

Die Entwicklung ist überall zu sehen. Immer mehr superreiche, aber noch viel mehr die an die Armutsgrenze rankommen. Die Mittelschicht verschwindet eh bald, so dass es dann nur heisst: sekt oder selters. Bier oder Saft wirds dann gar nicht mehr geben.

So oder so, man kommt aus der Globalisierungsfalle so leicht nicht raus. Sprich Deutschland für sich alleine wird herzlich wenig bewegen können. Erst wenn alle die Einsicht bekommen dass es so langfristig nicht weitergehen kann, wird sich was ändern können. Denn ein bischen was von Ausbeuten hat das ganze schon mittlerweile bekommen. Das Wort Raubtierkapitalismus gefällt mir zwar nicht unbedingt, aber der ganze Wahnsinn der sich mittlerweile immer schneller und schneller zu drehen beginnt, wird irgendwann sowas von zusammenbrechen, dass man nur beten kann dass die Auswirkungen nicht allzu katastrophal sein werden. Und wen wirds dann treffen?

Wenn man das alles zusammennimmt, ist es eine riesige Schweinerei was da passiert. Ja, die Mangergehälter sind unverhältnismässig. Wenn nicht in der Höhe, dann zumindest in der Steigerung.

Wie kann man dem begegnen? Gesetzliche Maximallöhne ist der falsche Weg. Aber man könnte zumindest abschaffen, dass sich die Vorstände gegenseitig die Löhne festlegen. Die die es haben, denen wird es leicht gemacht noch mehr zu bekommen. Wie kann es bitte sein, dass Vorstand A im Aufsichtsrat von B sitzt, der Vorstand von B im Aufsichtsrat von C und der Vorstand C wiederum im Aufsichtsrat von A. Ist doch klar dass da Veternwirtscahft betrieben wird. Alle die was gegenteiliges behaupten sind naiv oder gehören zu dem erwähnten elitären Kreis.

Wieso können sich die Mitarbeiter nicht auch einfach die Gehälter gegenseitig festlegen? Das Ergebnis wäre doch klar, wir hätten in wenigen Jahren das doppelte Gehalt. Nur macht sich das eben äusserst stark inflationär bemerkbar. Während hingegen die "wenigen" Vorstände mit Ihrem Geld keine Auswirkung auf die Inflation haben, oder nur minimal.

Alles Betrug !
Oh man, ich hab STeVie die Sig geklaut!

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Re: Allgemeine Verdienstdiskussion um Manager, Poliker und S

Ungelesener Beitrag von BanDit » 07.07.2011, 20:20

Oh man, ich hab STeVie die Sig geklaut!

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Re: Allgemeine Verdienstdiskussion um Manager, Poliker und S

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 08.07.2011, 05:52

Solche Manager machen vielleicht 0,001 % der Bevölkerung aus, also eigentlich kein Grund sich aufzuregen. Diese Leuten arbeiten in der Regel auch 16 Stunden am Tag und das auch schon die 20 Jahre bevor sie Vorstandsvorsitzender geworden sind. Ganz dumm sind die meisten von "denen" wahrscheinlich auch nicht.
Mal ganz ehrlich, wer würde 20 Jahre lang 16 Stunden am Tag arbeiten wollen, wenn die Chance 10 % steht, dafür irgendwann mal in den Vorstand zu kommen und über eine Millionen zu verdienen?
Ob man da jetzt 1 Millionen verdient oder 10 Mio. regelt dann der Markt, so viele scheint es dann wohl doch nicht zu geben, die geeignet sind und den Prozess vorher durchlaufen wollen, im internationalen Vergleich sind die Verhältnisse in Deutschland ja wohl auch noch "bescheiden":
Im internationalen Vergleich ist die Vergütung deutscher Unternehmenslenker allerdings vergleichsweise bescheiden, in den USA lag sie 2010 bei durchschnittlich rund 12,093 Millionen Euro. Absoluter Spitzenverdiener im Dow Jones war Disney-Chef Robert Iger mit umgerechnet 21,1 Millionen Euro.
Zuletzt geändert von KoreaEnte am 08.07.2011, 05:52, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Allgemeine Verdienstdiskussion um Manager, Poliker und S

Ungelesener Beitrag von Doc Chaos » 08.07.2011, 06:34

Hat trotzdem eine nicht zu unterschätzende Signalwirkung. Massenentlassungen, Lohnverzicht, massive Grabenkämpfe bei den Tarifen, aber "die da oben" erhalten Lohnerhöhungen, die dem Bruttogehalt ganzer Arbeitsgruppen entsprechen. Da kann ich den Frust mancher Leute schon verstehen.
In the absence of light, darkness reigns supreme.
-buddhist proverb

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Re: Allgemeine Verdienstdiskussion um Manager, Poliker und S

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 08.07.2011, 06:51

Wobei es ja auch der "normalen" Wirtschaft gerade ganz gut geht, sonst wäre die Steigerung wahrscheinlich nicht so hoch ausgefallen. 20 % klingt natürlich schon recht viel, ist aber auch nur ein zusammengerechneter Wert. Wieviel ging es denn 2008 oder 2009 runter (oder auch hoch?), weiß das jemand?

Bei Ackermann sah es zum Beispiel so aus:
2008: 1,4 Mio
2009: 9,6 Mio
2010: 8,9 Mio

Der bekommt wohl 1,3 Mio an Fixgehalt und dazu eben Boni, die 2008 entsprechend weggefallen sind. Die Boni werden übrigens nicht direkt ausgezahlt, sondern sind abhängig vom Erreichen bestimmter Ziele in den nächsten Jahren.

Das kann man jetzt natürlich zu viel finden, aber was ist dann gerecht? "Nur" 5 Mio? Keiner mehr als 1 Mio? Der höchste Chef maximal 10 Mal so viel wie die kleinste Sekretärin im Unternehmen?

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Iron Duke
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Re:

Ungelesener Beitrag von Iron Duke » 08.07.2011, 10:23

Tackleberry hat geschrieben:
Nehmen wir mal das Beispiel Porsche: Meinst Du also das die Arbeiter am Fließband dafür gesorgt haben das aus dem kränkelnden Automobilhersteller mit 300.000.000 Euro Börsenwert, ein Unternehmen mit 25.000.000.000 Euro Börserwert wurde, dem zu 20(?) Prozent VW gehört?
Wiedeking war sicherlich ein krasser Sonderfall, aber hey, er hat geschickt verhandelt, komplett erfolgsbasiert. Wenn du 0,9% des Gewinns bekommst, und es schaffst, dass das Unternehmen einen gigantischen Gewinn macht, dann ist das nur gerecht!
Andernfalls sehe ich es allerdings auch so, dass ein Manager, wenn er scheisse baut, dafür gerade stehen soll, und nicht noch 5 Mille Abfindung bekommen soll, weil er seinen Posten verlässt. Hohe Gehälter meinetwegen, bei entsprechender Leistung und mit dem Risiko, für Mist gerade zu stehen. Muss ja sonst auch jeder.
Zu sagen, dass Sportler komplett leistungsbasiert arbeiten finde ich aber ehrlich gesagt etwas mit der rosanen Brille gesehen...Ein Fussballspieler muss nicht ein einziges Mal in seiner Karriere Verantwortung für irgendetwas als seine eigene Karriere übernehmen, genau wenig ein Formel 1 Pilot. Klar, es ist attraktiv für einen Verein/Hersteller den Besten seiner Art zu haben, und daraus entsteht ein Wettbewerb mit Millionengehältern das versteh ich alles. Aber wenn man für oder gegen solche Gehälter argumentieren will, verstehe ich sie eher bei Leuten, die sich wie gesagt, über Jahre/Jahrzehnte 16 Stunen am Tag arbeiten und für hunderte/tausende Menschen und ihre Jobs verantwortlich zeichnen.

Gehalt Wiedeking btw 2007/2008 laut Wikipedia: 77,4 Millionen €, das sind 2,5€ pro Sekunde. Da würde mir sogar das Aufstehen Spaß machen ;)
Zuletzt geändert von Iron Duke am 08.07.2011, 10:25, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Re:

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 08.07.2011, 10:30

Iron Duke hat geschrieben: Andernfalls sehe ich es allerdings auch so, dass ein Manager, wenn er scheisse baut, dafür gerade stehen soll, und nicht noch 5 Mille Abfindung bekommen soll, weil er seinen Posten verlässt. Hohe Gehälter meinetwegen, bei entsprechender Leistung und mit dem Risiko, für Mist gerade zu stehen. Muss ja sonst auch jeder.
Genau so sehe ich das auch, Grundgehalt + Boni für gute Leistung, die, wie neuerdings bei der Deutschen Bank und auch vielen anderen Unternehmen, den Erfolg von mehreren Jahren beinhaltet und nicht nur kurze Aktienkursverbesserungen. Wenn ein Unternehmen schlecht läuft, sollte man natürlich auch keine Boni bekommen, siehe Ackermann 2008.

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Re: Allgemeine Verdienstdiskussion um Manager, Poliker und S

Ungelesener Beitrag von BanDit » 21.07.2011, 14:51

Was haben 90% der Bevölkerung vom Wirtschaftswachstum der letzten 10 Jahre? Rein gar nichts, bzw. noch weniger ...

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 32,00.html
Oh man, ich hab STeVie die Sig geklaut!

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Re: Allgemeine Verdienstdiskussion um Manager, Poliker und S

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 21.07.2011, 15:05

Ab wann ist man denn Topverdiener? Mit 3400 Euro netto im Monat ja anscheinden noch nicht, oder sollen das die 10% sein, die mehr bekommen?

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Re: Allgemeine Verdienstdiskussion um Manager, Poliker und S

Ungelesener Beitrag von BanDit » 21.07.2011, 15:17

glaube kaum, dass die Topverdiener mit in die Umfrage eingeflossen sind. Dann würde das ganze noch dramatischer aussehen.

Aber die Umfrage passt in etwa zu dem hier:

http://www.youtube.com/watch?v=e8cyVVlhNwE

Der vorletzte Aufschwung hat Gelder in Höhe von 1 Billionen Euro den ersten 10% eingebracht, wohin gegen die restlichen 90% nichts davon hatten, bzw. noch weiter in die Schuldenfalle getappt sind.

Ich weiss wirklich nicht wie man drauf kommt, dass unser System eine riesige Umverteilungsmaschine von unten nach oben ist..... *hust*
Oh man, ich hab STeVie die Sig geklaut!

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Re: Allgemeine Verdienstdiskussion um Manager, Poliker und S

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 21.07.2011, 15:21

Woher hast du das denn mit den 10%, stand das in dem Artikel und ich habe das nur übersehen? Videos kann ich gerade nicht gucken. Bedeutet also, dass mindestens 10 % in Deutschland mehr als 40.000 Euro netto im Jahr verdienen?

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