Konsumterror

Kanzler, Parteien, Unternehmen, Mittelstand etc.
Benutzeravatar
BanDit
Fleet Captain
Beiträge: 1887
Registriert: 08.03.2004, 11:09
Wohnort: Frankfurt
Kontaktdaten:

Konsumterror

Ungelesener Beitrag von BanDit » 08.01.2011, 19:17

Bin zufällig drauf gestossen. Klasse Film, klasse Hintergrund-Musik und natürlich derber Inhalt was unsere Konsumgesellschaft angeht. Etwas plakativ, aber inhaltlich m.E. korrekt.

Sind 5 Teile a 10 Minuten. Sollte man gesehen haben.

[youtubehd]http://www.youtube.com/watch?v=0gD6wEpybQw[/youtubehd]
Zuletzt geändert von BanDit am 08.01.2011, 20:11, insgesamt 1-mal geändert.
Oh man, ich hab STeVie die Sig geklaut!

Seelenkrank
Rear Admiral
Turtleboard Veteran
Turtleboard Veteran
Beiträge: 2126
Registriert: 08.03.2004, 17:40

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von Seelenkrank » 08.01.2011, 23:41

fazinierende widersprüche:
der arme der nur reis und bohnen bekommt seht sich nach mehr und derjenige der jetzt alles haben kann was er will möchte sein altes unbeschwertes leben zurück...
der film geht aber irgendwie nicht als doku durch da er imho auch elemente der propaganda einsetzt um dem zuschauer seine sicht der dinge "einzuprügeln"
klar ist wahrheit dahinter, die meisten streben nach gutem job/geld/macht, andere wollen einfach alles haben um dann wieder nach anderem ausschau zu halten da das neue seinen reiz verloren hat.
aber ob gewalt jetzt am system was ändern wird/kann?
Zuletzt geändert von Seelenkrank am 08.01.2011, 23:42, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
BanDit
Fleet Captain
Beiträge: 1887
Registriert: 08.03.2004, 11:09
Wohnort: Frankfurt
Kontaktdaten:

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von BanDit » 09.01.2011, 00:05

Als Doku geht er natürlich nicht durch, dazu benutzt er in der Tat zu plakative Mittel. Hab ich ja bereits oben erwähnt. Trotzdem ist er künstlerisch definitiv sehr gut gemacht.
Und was den Inhalt angeht: Er hinterfragt eben genau das Zentrum unserer heutigen Gesellschaft, den Konsum. Völliger Konsum-Ausrichtung auf Kosten der Umwelt und eben auf Kosten vieler anderer. Der Aufruf zur "Gewalt" gegen Eigentum (nicht gegen Personen) wird ja damit begründet, dass es Ihre einzige Waffe ist um überhaupt auf das Problem aufmerksam machen zu können. Die meisten sind doch gerade durch den Konsum, durch die Medien und durch Ihre eigene kleine Welt nur noch verblendet. Der Blick aufs Ganz, der Blick auf die Zukunft ist doch den meisten schon längst verwährt. Ob man das jetzt gut findet oder nicht, ich verstehe es als Erklärung, nicht als Rechtfertigung. Zu rechtfertigen gibt es da natürlich nichts.

Und Deine Anmerkung zu den Widersprüchen: Genau das ist es ja... Konsum macht nicht glücklich, es will aber jeder konsumieren. Wer lebt nicht gerne im Überfluss?
Klasse fand ich den Ausschnitt als die Kubanerin Ihre Erlebnisse und Gefühle zu Ihrem Aufenthalt in Europa mitteilt. Das was in unseren Augen selbstverständlich ist (Überangebot mit all seinen Facetten, Vorteilen aber eben auch Nachteilen) ist für andere eben das absolute Paradies. Sie schwärmt ja geradezu davon, bekommt sogar ein Glänzen in den Augen. Also durchaus auch eine gegenteilige Sichtweise zum Rest des Films. Für sie war es ja der Himmel auf Erden!

Jetzt aber mal im Ernst. Dass wir im Überfluss leben, und dies auf Kosten der Mehrheit und der Umwelt geschieht, ist doch Tatsache, oder nicht? Nur ein Beispiele: knapp 40% der Lebensmittel in den westlich geprägten Ländern wird weggeworfen. Nur damit der Konsument genug Auswahl hat. Von anderen materiellen Gütern will ich gar nicht anfangen (Trend zum Zweit- ja sogar Drittauto, Zweithandy, Zweitlaptop, Drittefernseher usw...). Und da kann man schon mal kritisch hinterfragen: macht das alles Sinn? Das reine Bestreben nach Besitztum, nach materiellen Dingen? Schadet es uns (allen) nicht letztlich mehr als dass es uns was bringt. Genau darum geht es ja im Film.

Nebenbei: immer wieder erstaunlich, wie aktuelle Themen schon vor Jahrzenten mal in Filmen thematisiert wurden. Sei es "Brust oder Keule" mit Louis de Funes (industrielle Nahrungsmittelherstellung) oder aber John Carpenters "Sie Leben" (Konsumsucht).
Zuletzt geändert von BanDit am 09.01.2011, 00:25, insgesamt 2-mal geändert.
Oh man, ich hab STeVie die Sig geklaut!

Benutzeravatar
BanDit
Fleet Captain
Beiträge: 1887
Registriert: 08.03.2004, 11:09
Wohnort: Frankfurt
Kontaktdaten:

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von BanDit » 09.01.2011, 00:15

George W. Bush: "Die Terroristen dürfen Ihr Ziel nicht erreichen, unsere Nationen so sehr zu erschrecken, dass die Leute nicht mehr einkaufen" find ich einfach gut :)
Zuletzt geändert von BanDit am 09.01.2011, 00:21, insgesamt 1-mal geändert.
Oh man, ich hab STeVie die Sig geklaut!

Benutzeravatar
KoreaEnte
Hartware.net
Beiträge: 12842
Registriert: 30.10.2007, 07:30
Wohnort: Düsseldorf/Seoul

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 09.01.2011, 08:16

Von anderen materiellen Gütern will ich gar nicht anfangen (Trend zum Zweit- ja sogar Drittauto, Zweithandy, Zweitlaptop, Drittefernseher usw...). Und da kann man schon mal kritisch hinterfragen: macht das alles Sinn?
Was ist denn die Alternative? Auf "Luxus" verzichten und dafür das Geld spenden? Wenn man genug Geld hat, ist es für die Allgemeinheit auf jeden Fall besser es für "unsinnigen Luxus" auszugeben als auf die Bank zu legen und bescheiden zu sein.

Benutzeravatar
Epfi
Admiral
Turtleboard Veteran
Turtleboard Veteran
Beiträge: 10520
Registriert: 08.03.2004, 11:02
Wohnort: Haus, das Verrückte macht
Kontaktdaten:

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von Epfi » 09.01.2011, 11:39

Ich bekomm hier und da im Supermarkt mal nen Koller, wenn ich einfach nur "Joghurt" aufm Zettel stehen hab. Da steht man dann im Supermarkt vor vier laufenden Metern Joghurt. Alle unterschiedlich angemalt aber inhaltlich unterscheiden sie sich bestenfalls durch den Dioxingehalt. Genauso wie Obst und Gemüse, das mittlerweile aus jeder Ecke der Welt angekarrt werden muss, vorzugsweise aus Regionen, in denen es viel zu wenig Wasser aber dafür völlig zerstörte Böden gibt. Dafür rennt man sich im Herbst die Hacken wundig, wenn man ganz einfache Zwetschgen kaufen will, die 100m vorm Dorf auf der Wiese wachsen.

Endloser Konsum ist zwar grundlegend für unsere Wirtschaft, aber es würde definitiv nicht schaden, wenn man etwas bewusster konsumieren würde. Gerade, was Elektronik angeht. In so einem Handy steckt so viel Zeug drin, was man nie wieder rausbekommt, aber unentbehrlich für die Produktion von Elektronik ist. In Anbetracht der Tatsache, dass es von diesen Rohstoffen kaum welche gibt und der Abbau an sich auch eine riesen Schweinerei ist, sollte man da meiner Meinung nach etwas sparsamer damit umgehen.
Wobei es einem die Industrie auch schwer macht. Fernseher kaufen ist quasi unmöglich, weil man nach einem halben Jahr schon wieder eine veraltete Kiste dastehen hat. Bei den Autoherstellern hab ich den Überblick, welche Serie nun gerade Aktuell ist total verloren - das geht ja mittlerweile irgendwie fließend. Golf 5, Golf 6 oder doch Golf 5.31? Keine Ahnung... Genauso bei den Telefonen, die Lebenszyklen werden da durch die Provider diktiert. 99% der Geräte funktionieren doch noch einwandfrei, wenn sie in der Schublade archiviert werden. Gab halt ein neues zur Vertragsverlängerung. Nur wozu? Damit der Hersteller weiterhin Gewinn macht und uns Arbeit geben kann, damit wir uns weiterhin Handys leisten können. Und das ganze auf Kosten der natürlichen (fossilen) Ressourcen und der Umwelt - das kann nur begrenzt lange gutgehen.

Ansonsten plädiere ich aber auch eher für Geld unter die Leute bringen statt sparen. Und wenn man zu viel davon hat, darf man sich ruhig auch mal Trigema oder Hülsta leisten. Oder ein Wochenende im 5-Sterne-Hotel um die Ecke verbringen. Alles besser, als es auf der Bank vergammeln zu lassen und das Geld bleibt in Reichweite.
hartware.net - *** ****** ***, ** ************ **** **** *********** ****.

Benutzeravatar
KoreaEnte
Hartware.net
Beiträge: 12842
Registriert: 30.10.2007, 07:30
Wohnort: Düsseldorf/Seoul

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 09.01.2011, 11:59

Es gibt ja schon soetwas wie den CO2-Fußabdruck, allerdings eher innerhalb der Unternehmen, die achten schon wesentlich genauer als früher dadrauf, wie produziert wird und zwar auch bei den Zulieferfirmen.
Ich finde soetwas übrigens eine gute Idee und angeblich will eine große Kette in Amerika bald auch bei sehr vielen Produkten den CO2-Verbrauch der Herstellung der Produkte neben das Preisschild drucken.

@Epfi ganz so krass wie du es darstellst ist es allerdings nicht. Ein TV mag zwar nach einem halben Jahr mehr oder weniger veraltet sein, aber man nutzt ihn entweder trotzdem weiter oder verkauft ihn und kauft sich dafür einen neuen. Wegschmeißen oder ungenutzt rumstehen werden wohl die wenigsten. Bei Autos dürfte es noch deutlich sein, es wird zwar viele Leute geben die immer das neuste Fahrzeug haben wollen, aber auch genau so viele die nur Autos kaufen die 1-2 Jahre alt sind, weil sie dann deutlich günstiger sind. Mehr Autos werden dadurch also nicht verkauft.
Bei Handys könnte deine Theorie schon eher stimmen, da haben viele wahrscheinlich das "alte" Handy in der Schublade rumliegen, aber eigentlich könnten auch diese weiterverkauft werden, an z.B. Leute wie mich, die einen Vetrag ohne Handy besitzen und daher auch nicht alle zwei Jahre ein neues bekommen. Ist in 99% der Fälle übrigens auch günstiger, also Handy und Vetrag getrennt voneinander zu kaufen.

Benutzeravatar
Epfi
Admiral
Turtleboard Veteran
Turtleboard Veteran
Beiträge: 10520
Registriert: 08.03.2004, 11:02
Wohnort: Haus, das Verrückte macht
Kontaktdaten:

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von Epfi » 09.01.2011, 13:05

@Ente: ich kenne wenigstens drei Haushalte, die einen funktionstüchtigen HD-Ready LCD-TV im Keller haben, weil sie jetzt ein Full HD haben.

Bei den Autos werden die meisten unserer (wirklich) alten Kisten in Afrika rumfahren, allerdings wird ja auch der Materialaufwand für neue Autos immer größer. Für das Material, was in einem Q7 steckt, könnte man sicherlich mit Leichtigkeit 2 alte Corsas bauen. Ich will gar nicht wissen, wieviele Kilogramm Kupferkabel und Permanentmagneten in einem neuen Passat oder BMW *) versenkt sind, dazu die seltenen Erden für ICs. Und der Trend geht nicht unbedingt dahin, dass das weniger wird. Von wegen Kosten gering halten ist bei den Herstellern nicht viel. Wenn der Materialeinsatz und die Kosten größer werden, wird halt auch das Auto teurer - ein Polo (Trendline, kleinster Benziner) kostet heute so viel, wie 1998 der frisch herausgekommene Golf 4 (Trendline, kleinster Benziner). Und Familien mit zwei Autos gibt es auch häufiger, als früher. Gut - wenn man schaut, was die Berliner S-Bahn so veranstaltet ist das auch irgendwie verständlich ;) Aber das die Mutti von nebenan, der ihr Ford Fiasko schon zu groß zum einparken war, jetzt einen X5 fährt, grenzt echt an sinnlose Ressourcenverschwendung und ist kein Einzelfall.

Mein Handy feiert im Herbst übrigens sechsten Kauftag und es geht ihm immernoch prima. Gut, hier und da ein bisschen abgenutzt, aber für die Behandlung, die es genossen hat ist das noch ziemlich gut ;)

*) Da allerdings recht erfolglos... Bin neulich mal in nem neuen 5er Touring mitgefahren. Was ne Schrottkarre. Total nervöse Aufblend-Abblend-Automatik, keine höhenverstellbaren Sitzgurte, die Scheiben im Foyer waren die ganze Fahrt über vereist (-5° Außentemperatur) und wenn man freigekratzt hat, waren sie nach 5 Minuten wieder zu. Und das Navi hat auf der Autobahn empfohlen, die Fahrtrichtung zu ändern - allerdings ohne Ausfahrt. Muss wohl am Trend liegen, die Produktlebenszyklen immer kürzer zu machen - bleibt nicht mehr so viel Zeit für Entwicklung oder vielleicht sogar mal ne Testfahrt bei Frost im Dunkeln auf der Autobahn...
hartware.net - *** ****** ***, ** ************ **** **** *********** ****.

Benutzeravatar
BanDit
Fleet Captain
Beiträge: 1887
Registriert: 08.03.2004, 11:09
Wohnort: Frankfurt
Kontaktdaten:

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von BanDit » 09.01.2011, 13:26

KoreaEnte hat geschrieben:
Von anderen materiellen Gütern will ich gar nicht anfangen (Trend zum Zweit- ja sogar Drittauto, Zweithandy, Zweitlaptop, Drittefernseher usw...). Und da kann man schon mal kritisch hinterfragen: macht das alles Sinn?
Was ist denn die Alternative? Auf "Luxus" verzichten und dafür das Geld spenden? Wenn man genug Geld hat, ist es für die Allgemeinheit auf jeden Fall besser es für "unsinnigen Luxus" auszugeben als auf die Bank zu legen und bescheiden zu sein.
Definierst Du Luxus über ZweitHandy, ZweitFerhseher etc.? Ich wage mal zu behaupten, dass die meisten von uns irgendwo in Ihren Schubladen noch halbaktuelle Hardware haben, nur weil es nach einem halben Jahr etwas besseres gab. Ich trau mich gar nicht in der Keller zu schauen, was da alles an Elektronik-Zeug rumfliegt.... Das ist kein Luxus, das ist eine Wegwerfgesellschaft. Wie Epfi ja auch schreibt, Produkt- und Lebenszyklen werden immer kürzer. Und wir als Konsumenten müssen halt kräftig ins Portemoinat greifen damit das ganze Spiel überhaupt noch weiterläuft. Wenn man jetzt argumentieren würde: Es ist ja niemand gezwungen sich alles zu kaufen, stimmt das für einen Einzelnen. Aber in der Gesamtheit sind wir es eben doch! Denn ohne diese Konsumwahn (auf Kosten der Ressourcen, der Umwelt und der Dritt-Länder) gäbe es überhaupt gar kein Wachstum mehr. Und wir wissen ja: Wachstum ist das A und O. Nicht umsonst haben wir ein Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Oder die Abrackprämie.... die Gesellschaft wird geradezu "genötigt" sich neue Autos zu kaufen. Es gab einen Grund wieso der Absatz geschwächelt hat. Der Markt war halt in großen Teilen gesättigt. Was macht man also: Verführen wir die Konsumenten Ihre 7 Jahre alte Autos (man sind die alt.....) zu verschrotten, schmieren Ihnen ein bischen Honig in Form einer Prämie um den Mund, und schon sind wir wieder im Spiel. Die Kosten dafür müssen die Konsumenten ja eh wieder hinternrum selbst tragen. Fast wie bei einem Junkie.... Wie? Du willst nicht mehr spritzen? Ich habe da noch etwas ganz spezielles für Dich! Das MUSST Du ausprobieren!

Es geht ja nicht darum, dass man sich sinnvolle und benötigte Sachen kauft. Das ist ja völlig legitim. Aber diese Spirale dreht sich immer schneller und schneller. Ich nehme mich ja aus der Diskussion nicht raus, ich bin genauso Teil des Ganzen. Aber ich fange immer mehr und mehr an zu zweifeln. Wie im Film beschrieben: Es geht nur noch um Arbeiten und Konsumieren. Und zwar immer mehr und immer mehr. Es gab mal eine interessante Studie zum Konsum als solches. Insbesondere wurden dabei Konsumsüchtige untersucht. Raus kam dabei: Die Befriedigung der Sucht stellt sich nicht durch den Besitz ein wenn man etwas gekauft hat, sondern durch den eigentlichen Kaufakt! Deswegen will man immer mehr und mehr, nicht des Besitzes wegen, sondern wegen dem guten Gefühl während des Kaufaktes. Ist doch krank...

Epfis Beispiele sind da schon sehr gut. Seine Beispiele aus der Lebensmittelindustrie kann man meines Erachtens auch auf die Unterhaltungsindustrie, Autoinsdustrie usw. übertragen. Auswahl ohne Ende, auch wenn Du es selbst nicht brauchst, das Zeug muss gekauft werden damit das System funktioniert. Ansonsten landet es halt auf den Müll. Das nenn ich ja mal schonenden Umgang mit der Umwelt.
Oh man, ich hab STeVie die Sig geklaut!

Benutzeravatar
BanDit
Fleet Captain
Beiträge: 1887
Registriert: 08.03.2004, 11:09
Wohnort: Frankfurt
Kontaktdaten:

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von BanDit » 09.01.2011, 13:55

Passt ganz gut:

[youtubehd]http://www.youtube.com/watch?v=RkNddCXSLvM[/youtubehd]

Wir brauchen Konsumenten!
Oh man, ich hab STeVie die Sig geklaut!

Benutzeravatar
KoreaEnte
Hartware.net
Beiträge: 12842
Registriert: 30.10.2007, 07:30
Wohnort: Düsseldorf/Seoul

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 09.01.2011, 14:06

@Epfi hätte nicht gedacht, dass so viele Leute einen TV einfach in den Keller stellen, sind dann wohl zu faul in bei Ebay reinzustellen, denn wertlos sind sie ja noch nicht.
Ich fahre übrigens kein Auto und möchte auch später, falls möglich, auf ein Auto verzichten und zwar auch aus Umweltgründen.

@BanDit Die Abwrackprämie fand ich auch sehr dämlich, weil da Werte zerstört wurden. Solange man die alten Sachen weiterverkauft, was bei "alten" Autos ja in der Regel der Fall sein dürfte, finde ich es aber nicht schlimm, wenn manche Leute immer das neuste Modell haben wollen.

Was wäre denn die Alternative zu dem heutigen System? Weniger Auswahl und Produkte, damit man nicht in Versuchung geführt wird?

@Video da scheint die Antwort ja schon gefunden zu sein, mehr Bildung dürfte helfen...
Zuletzt geändert von KoreaEnte am 09.01.2011, 14:20, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Epfi
Admiral
Turtleboard Veteran
Turtleboard Veteran
Beiträge: 10520
Registriert: 08.03.2004, 11:02
Wohnort: Haus, das Verrückte macht
Kontaktdaten:

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von Epfi » 09.01.2011, 14:47

Sid ja zum Glück auch etliche unserer abgewrackten Autos in Afrika aufgetaucht. "Positiver" Nebeneffekt: die Chance, dass sich sowas wie eine eigenständige Großindustrie in Afrika ausbildet weiterhin klein gehalten.

Schönes Beispiel für völlig sinnlose Ressourcenverschwendung: http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 65906.html

Die Alternative zum endlosen Konsum- und Verschwendungszwang wären beispielsweise Steuern auf Rohstoffe. Wenn Rohstoffe teurer werden ergibt sich das Problem des unendlichen Konsums quasi von selbst, zumindest wird man bewusster konsumieren und seltene Rohstoffe entsprechend sparsam verheizen, weil teuer. Durch den gigantischen bürokratischen Aufwand wären damit auch wieder ein, zwei Arbeitsplätze gesichert...

Auf gar keinen Fall darf der Trend anhalten, den Konsumwahnsinn durch Privatkredite aufrecht zu erhalten - das kann nur schiefgehen. Gleiches gilt für den Wahnsinn, bankrotte Staaten auf Teufel komm raus vor dem Staatsbankrott zu retten. Wenn man mal ein bisschen drüber nachdenkt muss man doch merken, dass es nicht klappen kann, wenn Banken über längere Zeit hinweg bei der EZB für 1% Geld leihen und es direkt für 10% an die Pleitekandidaten weiterverleihen. Klar, ist ein prima Geschäft für die Banken, aber irgendwann ist ein Staatsbankrott womöglich nicht mehr abzuwenden und dann sitzen die hiesigen Banken auf einem großen Loch. Das darf dann der Staat (Steuerzahler) wieder auffüllen, der sich das Geld, das er gerade den Peite-Banken gespendet hat für 10% genau dort wieder ausleihen. Irgendwie ist das System kaputt aber offensichtlich läuft es noch zu gut, als dass man über Alternativen nachdenken will.
hartware.net - *** ****** ***, ** ************ **** **** *********** ****.

Seelenkrank
Rear Admiral
Turtleboard Veteran
Turtleboard Veteran
Beiträge: 2126
Registriert: 08.03.2004, 17:40

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von Seelenkrank » 09.01.2011, 14:51

alternativen zu diesem system wirst du erst haben wenn das system ansich zerbrochen ist.
entweder weil es nichts mehr gibt was du kaufen kannst,oder du es dir schlicht und ergreifend überhaupt nicht mehr leisten kannst.
wir haben einfach noch alle zu viel geld zum verplempern übrig.
und ganz am konsum kommt niemand herum auch wenn man sich einschränkt (hier mal eine CD da mal eine DVD/BD etc...)

EDIT: http://www.mmnews.de/index.php/politik/ ... uro-retten
man kann nur hoffen das es schnell den bach runtergeht...
auch wenn der euro vorteile bringt für den einzelnen kann es nicht sein das wir für jeden der depp auf alle zeiten sein müssen!
Zuletzt geändert von Seelenkrank am 09.01.2011, 14:54, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
KoreaEnte
Hartware.net
Beiträge: 12842
Registriert: 30.10.2007, 07:30
Wohnort: Düsseldorf/Seoul

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 09.01.2011, 15:15

Das mit dem Euro sehe ich anders, der bringt Deutschland so viel, da können wir uns locker leisten, den auch etwas zu stützen. Wir denken in der Hinsicht eh noch viel zu national, aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.

Seelenkrank
Rear Admiral
Turtleboard Veteran
Turtleboard Veteran
Beiträge: 2126
Registriert: 08.03.2004, 17:40

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von Seelenkrank » 09.01.2011, 16:24

du findest es also ok das wir jedem in europa seine selbstgemachten schulden bezahlen sollen?

Benutzeravatar
KoreaEnte
Hartware.net
Beiträge: 12842
Registriert: 30.10.2007, 07:30
Wohnort: Düsseldorf/Seoul

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 09.01.2011, 16:26

Kurzform: Nicht jedem und auch nicht ohne Auflagen, aber wenn es der "Eurorettung" dient, dann ja.
Zuletzt geändert von KoreaEnte am 09.01.2011, 16:27, insgesamt 1-mal geändert.

Seelenkrank
Rear Admiral
Turtleboard Veteran
Turtleboard Veteran
Beiträge: 2126
Registriert: 08.03.2004, 17:40

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von Seelenkrank » 09.01.2011, 17:11

wo willst du eine grenze ziehen mit "nicht jedem"?
europa = mitgehangen, mitgefangen
und welche auflagen? mit dem finger wedeln und sagen du darfst keine schulden mehr machen? (wir haben ja schon obergrenzen aber das juckt keinen und die strafe die sie dann zahlen müssen kommen halt noch obendrauf auf die schulden)
warum kann sich dieses "geeinte europa" (krieg ohne waffen da jede nation seine interessen wahren möchte (was auch logisch ist)) nicht eingestehen das das experiment "euro" gescheitert ist oder überhaupt scheitern könnte?

Benutzeravatar
KoreaEnte
Hartware.net
Beiträge: 12842
Registriert: 30.10.2007, 07:30
Wohnort: Düsseldorf/Seoul

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 09.01.2011, 17:47

Die Langform übernimmt Steinbrück für mich, stimme ihm fast 100% zu, obwohl ich eigentlich nicht so der SPD Fan bin, bis etwa Minute 13 geht es um den Euro und wieso wir ihn retten müssen: http://www.phoenix.de/joerg_schoenenbor ... 345706.htm#

Benutzeravatar
Epfi
Admiral
Turtleboard Veteran
Turtleboard Veteran
Beiträge: 10520
Registriert: 08.03.2004, 11:02
Wohnort: Haus, das Verrückte macht
Kontaktdaten:

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von Epfi » 09.01.2011, 19:49

Lustige Kommentare gibt es da - je mehr ++, desto lustiger. *facepalm* Leider kann man nicht so genau aus dem Artikel lesen, ob der gute Mann mit "den Deutschen", die nicht so viel sparen sollen den Staat oder die Bevölkerung meint. Bei der Bevölkerung würde ich ihm vollständig recht geben - gerade bei der aktuellen stabilität der Weltfinanzmärkte sind finanzielle Ersparnisse sowieso irgendwie ein bisschen unnütz.

So lange das noch irgendwie hinzubiegen ist mit der Retterei und intransparenten Gelderzeugung zur Schuldentilgung wird alles prima weiterlaufen wie bislang. Aber länger als 10 Jahre gebe ich der Sache ehrlich gesagt nicht mehr... Bis dahin ist China auch nochmal ganz anders aufgestellt - finanziell, wirtschaftlich und auch was die Rohstoffe angeht...
hartware.net - *** ****** ***, ** ************ **** **** *********** ****.

Benutzeravatar
KoreaEnte
Hartware.net
Beiträge: 12842
Registriert: 30.10.2007, 07:30
Wohnort: Düsseldorf/Seoul

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 09.01.2011, 20:01

China kauft jetzt schon kräftig Euro-Bonds und trägt damit zur "Rettung" bei: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/china1146.html

Benutzeravatar
BanDit
Fleet Captain
Beiträge: 1887
Registriert: 08.03.2004, 11:09
Wohnort: Frankfurt
Kontaktdaten:

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von BanDit » 09.01.2011, 20:48

KoreaEnte hat geschrieben:China kauft jetzt schon kräftig Euro-Bonds und trägt damit zur "Rettung" bei: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/china1146.html
Klar, Sie brauchen uns ja als Absatzmarkt. Genauso wie wir Griechenland und die anderen verschuldeten EU-Länder als Absatzmarkt brauchen. Auch wenn sich diese immer weiter verschulden, hauptsache der € rollt. Achne, die sollen ja eigentlich sparen.... welch Widerspruch.....

Ich geb der ganzen Geschichte auch noch 5-10 Jahre. Dann gibt es entweder eine Währungsreform, Staatsbankrotte oder was auch immer. Es wird sich auf jeden Fall irgendwann über ein Ventil entladen (müssen).
Oh man, ich hab STeVie die Sig geklaut!

Benutzeravatar
KoreaEnte
Hartware.net
Beiträge: 12842
Registriert: 30.10.2007, 07:30
Wohnort: Düsseldorf/Seoul

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 09.01.2011, 20:57

Hast du die ersten 13 Minuten vom Kamingespräch geguckt? Sieht du das anders als er?

Benutzeravatar
BanDit
Fleet Captain
Beiträge: 1887
Registriert: 08.03.2004, 11:09
Wohnort: Frankfurt
Kontaktdaten:

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von BanDit » 09.01.2011, 21:07

Hier auch noch ein Beispiel für die Verschwendung aus dem Konsum-Mutter-Land http://www.n-tv.de/auto/Das-Umdenken-is ... 18351.html

Zum Kamingespräch: wo finde ich das? Unter dem Link finde ich nur eine Zusammenfassung! Oder bin ich blind?
Oh man, ich hab STeVie die Sig geklaut!

Benutzeravatar
KoreaEnte
Hartware.net
Beiträge: 12842
Registriert: 30.10.2007, 07:30
Wohnort: Düsseldorf/Seoul

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 09.01.2011, 21:14

Ganz oben auf "Videostream zur Sendung" klicken.

Bei den Amis ist der Sprit einfach noch zu günstig, sonst würden die wahrscheinlich auch anders denken. Da hat Epfi schon Recht, hohe Abgaben auf Rohstoffe/Energie ist kein schlechter Weg.
Zuletzt geändert von KoreaEnte am 09.01.2011, 21:16, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
BanDit
Fleet Captain
Beiträge: 1887
Registriert: 08.03.2004, 11:09
Wohnort: Frankfurt
Kontaktdaten:

Re: Konsumterror

Ungelesener Beitrag von BanDit » 09.01.2011, 21:19

Verbrauch ist ja eine Sache. Aber dass die kleine Panzer als Autos verkaufen..... was wiegt so ein Pick-Up? 4 Tonnen? *kopfschüttel* Kaum ist die Krise vorbei, ab zu den alten Denkmustern. Die lernen es einfach nicht. Ich könnts kotzen kriegen. Echt.

Danke für den Tipp, ich war blind :) Schaue es mir grad an.
Oh man, ich hab STeVie die Sig geklaut!

Antworten