Debatte über Piraterie oder Freiheit im Netz

Kanzler, Parteien, Unternehmen, Mittelstand etc.
Antworten
Benutzeravatar
madmax
Community Manager
Turtleboard Veteran
Turtleboard Veteran
Beiträge: 7202
Registriert: 03.12.2003, 15:50
Wohnort: bei Stuttgart
Kontaktdaten:

Debatte über Piraterie oder Freiheit im Netz

Ungelesener Beitrag von madmax » 29.03.2012, 18:48

Ich hab mir grade das Ding von Herrn Regener beim BR mal angehört:
http://www.br.de/radio/bayern2/sendunge ... ew100.html

Selbst die Tatort Autoren melden sich zu Wort:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 86834.html

Und die GEMA kommt immer noch nicht mit Youtube klar.
http://www.golem.de/news/gesperrte-vide ... 90819.html

Offene Diskussion und Meinungen, bitte!

Ich bin immer wieder sehr erstaunt über die Äußerungen von Rechteinhabern wie Herrn Regener (bis Dato kannte ich weder den Mann noch seine Band). Meiner Meinung nach haben die alten Modelle dank des Internet ausgedient und man muss sich um orientieren. Der klassische Markt funktioniert einfach nicht mehr, im dem alle zentral kontrolliert wird. Die heutige Generation möchte sicherlich Musik, Apps und Filme nicht nur klauen und saugen im Netz für umme. Viele sind bereit faire Preise zu bezahlen, wo dann vielleicht wirklich dann auch mal der Künstler was davon hat. Und nicht der ders Jewelcase Produziert, der Booklet Designer, der Marketing Fachmann, der Verlag, das Label und und und. Die Masse der Käufer hat doch erkannt, dass sie das alles nicht haben möchte bzw. ihr das nicht wichtig ist, sie wollen die Musik und die kann man dann doch puristisch ohne Schleifchen anbieten.

Anders kann man nat. auch versuchen sich neuer Geschäftsfelder zu bedienen. Einige Musiker haben schon seit Jahren umgedacht und nutzen das klassische Album mit ihren neuen Werken nicht mehr alleine nur dafür, um Geld damit zu verdienen. Sie nutze es als Werbung. Die Songs werden übers Internet verschenkt. Die Folge sind glückliche Fans, die ihre Musik zuhause genießen können, die dann aber auch auch gerne mal auf ein Live Konzert der Band gehen und dafür dann fett Kohle liegen lassen, wo dann wirklich ein Erlebnis dahinter steht und auch dran verdient wird. Der Irrglaube ist ja auch immer noch, dass die Künstler so wahnsinnig an jedem Album verdienen. Nur die wirklich großen werden doch vom Label oder Verlag nachher am Umsatz pro Stück beteiligt. Der Rest verkauft sein Album für Betrag X an Label oder Verlag Y, der produziert alles durch und lebt vom Erlös. Dort wird dann auch gesteuert wie viel Werbung und Umsatz damit gemacht wird. Sowas war mal wichtig, dass man sich einen potenten Partner sucht, der global agiert und seine Werke vermarktet. Heute kann man aber via Internet den Konsumenten direkt erreichen, ohne Umweg. Der Künstler kann sich selbst direkt vermarkten und erreicht ein Publikum, dass er früher nicht erreichen konnte, weil die Möglichkeiten fehlten. Am Heulen sind heute die, die man nun nicht mehr braucht, die aber Zeter und Mordio um ihr schreien um ihr eigenes Überleben zu sichern, und das sind nicht die Künstler oder Kunstschaffenden.

Meine Meinung, heute muss man umdenken und sich bezüglich Erfolg anders ausrichten. Erfolg kann man haben, aber eben nicht mehr auf die klassische Art und Weise. Die Welt hat sich gedreht, dank Internet sehr schnell, vielleicht manchmal etwas zu schnell. Aber man kann sich jetzt nicht mehr verschliessen und auf alte Dogmen beharren und alles und jeden rund um MP3 und Filme kriminalisieren. Wenn ichs noch richtig zusammenbringe, ich meine aus dem Hause id Software kam das mal, dass man beim Toptitel auf einen Kopierschutz verzichte. Man war der Meinung, die echten Fans kaufen das Produkt sowieso. Die die sich eine Kopie aus dem Netz ziehen schauen sich die Software wenigstens an, an ihnen hätte man aber eh kein Geld verdient, denn würde es einen funktionierenden Schutz geben, dann hätten diese Leute eben auf das Spiel per se verzichtet. Ich seh das fast ähnlich. Warum nicht, wenn man sich nicht sicher ist, den Film oder die Musik erst mal laden, wenn man überzeugt ist, dann kaufen. Wenn nicht dieses mal, dann wenigstens das nächste mal. Oder vielleicht gefällt mir das alles so sehr, dass ich ins Kino will oder aufs Konzert? Wer weiss, alles möglich. Ich hätte mir nie deren mehrere Alben von Pendulum gekauft, hätte ich nicht in Game Videos deren Lieder als illegale Hintergrund Untermalung gehört. Und das ist nur ein Beispiel von vielen, mir fallen da noch Glitchmob, Breaking Benjamin, Disturbed, Justice, uvm. ein. Alle gekauft, weil an sich illegal irgendwo verwendet und von mir gehört worden. Herrn Regener und seine Band kenne ich vermutlich deswegen nicht, weil wegen seiner antiquierten seine Musik zu wenig im Umlauf und deswegen auch präsent ist. Vielleicht schade, vielleicht auch besser so.

So, meine 50cent. Ich bin auf eure Meinungen gespannt.
Everything is better with Bluetooth.


allome
Deckschrubber
Beiträge: 3
Registriert: 15.05.2012, 09:36

Re: Debatte über Piraterie oder Freiheit im Netz

Ungelesener Beitrag von allome » 15.05.2012, 10:19

ich finde es ist eine schwierige debatte. als künstler ist es auf jeden fall schlecht, weil man viel weniger geld mit seiner musik als früher verdient. andererseits kann man die uhr nicht zurückdrehen, und es gibt ja eine menge neue bezahlmodelle wie itunes & co. klar kann man über das netz besser bekannt werden, aber davon verdient man noch kein geld. dafür sind jetzt die konzertpreise scheißteuer.

Antworten