News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

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Newsbot
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News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von Newsbot » 31.10.2015, 08:24

Das EU-Parlament hat diese Woche den Fall der Netzneutralität eingeläutet: Telekommunikationsanbieter erhalten zahlreiche Spielräume, um bestimmte Dienste bei der Verbindungsgeschwindigkeit zu bevorzugen (oder zu benachteiligen) bzw. Sondergebühren zu erheben. Wie aufs Stichwort hat sich der Chef der Deutsche Telekom, Tim Höttges, zu Wort gemeldet und grinsend seine Pläne angekündigt: Sogenannte "Spezialdienste" will man bald geradezu altruistisch nicht "im Stau" stehen lassen und mit schnelleren Geschwindigkeiten ausstatten - freilich aber nur, wenn die Nutzer dafür zur Kasse gebeten werden.


http://www.hartware.de/news_64595.html

xyz
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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von xyz » 31.10.2015, 09:30

Einfach raus aus der verschissenen EU und wieder die Deutsche Mark einführen. Anschließend genau solchen Verordnungsblödsinn per Gesetz wieder Rückgängig machen.

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poiu
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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von poiu » 31.10.2015, 10:06

Das Gesetz hat doch die Lobby geschrieben alos^^

Übrigens die größte Frechheit ist die Beteiligung die die T-Com haben will und die wollen die nciht vom Gewiinn sondern vom Umsatz!

Umsatz X-D manche Firmen machen mega Umsätze, aber die gewinne fallen klein aus usw. was die Telekom da will ist schlicht Wegelagerei.

Wenn man bedenkt das die T-Com sich jahrelang auf denn vom Steuerzahler bezahlten Kupferkabeln ausgeruht hat und der NEtzausbau mehr als schleppend vorausging ist das noch größere Frechheit.

Zitat

"bezahlen sie dafür im Rahmen einer Umsatzbeteiligung von ein paar Prozent"

http://www.telekom.com/medien/managementzursache/291708
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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von Vitamin C++ » 31.10.2015, 13:35

xyz hat geschrieben:Einfach raus aus der verschissenen EU und wieder die Deutsche Mark einführen. Anschließend genau solchen Verordnungsblödsinn per Gesetz wieder Rückgängig machen.
Dann hätten wir vermutlich die Netzneutralität schon viel früher gekippt, in Deutschland tun wir doch alles um die Konzerne glücklich zu machen.

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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von Dude » 31.10.2015, 13:42

Finde ich eine super Sache. Innovation im Internet gilt es in Deutschland mit aller Macht aufzuhalten. Wir sind eine Gesellschaft, die vom Industrieexport lebt und daran gilt es festzuhalten um jeden Preis. Denn wir wissen - die Zukunft unserer Wirtschaft liegt in manueller Arbeit. Am Besten zu Dumpingpreisen - China hat es geschafft, das können wir schon lange! Warum verbietet man diese "Start-Ups" nicht gleich? Dann würden mehr Bandarbeiter für ordentliche, in der Geselllschaft seit zig Jahren fest verankerte Großunternehmen frei und die Politik müsste sich sowieso auch mit weniger nervigem Neuland auseinandersetzen. Alles bleibt beim alten, so wie es sich gehört.
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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von Annapurna » 31.10.2015, 15:11

Das funktioniert dann aber wohl nur mit neuen Verträgen oder?
Die können ja wohl kaum meine Internetgeschwindigkeit jetzt drosseln, damit Online-Gaming etc. nicht mehr ordentlich funktioniert.
Naja, sollte die Kündigung kommen, dann ist die einvernehmlich und ad infinitum ;-)

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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von poiu » 31.10.2015, 16:20

@Annapurna

da hab ich einen netten Verleich zur DB gehört und zwar haben die ICE vorfahrt udn alle anderen müssen warten udn ja schon selsbt erlebt.

somit die drosseln nicht deine Leitung sondern das andere Ende
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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von Ein Gast » 31.10.2015, 20:42

Wer bereits nach den ersten Drosselplänen noch bei der Telekom geblieben ist, ist selber schuld...

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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von Wildfire » 31.10.2015, 22:21

Ein Gast hat geschrieben:Wer bereits nach den ersten Drosselplänen noch bei der Telekom geblieben ist, ist selber schuld...
An einer Kommunikation sind nur leider immer (mindestens) zwei beteiligt. Wenn du nicht bei der Telekom bist, dann ist es der andere oder irgend ein Router dazwischen. Im Endeffekt trifft es alle.

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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von Ein Gast » 31.10.2015, 23:45

Das stimmt, aber nur weil wir alles hinnehmen, was man mit uns macht, können sich Firmen soetwas erlauben. Hätte damals nur jeder dritte (frei gewählt) Telekomkunde seine Kündigung geschrieben, würden sie wohl heute anders denken.

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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 01.11.2015, 04:35

Habe die Logik dahinter nie kopiert. Der Anbieter soll mir eine stabile 100 Mbit Leitung verkaufen, zu dem Preis, der für ihn einen gewissen Gewinn bedeutet. Was ich damit mache, geht ihn dann nichts mehr an. Spielt für ihn ja auch keine Rolle ob ich dann täglich 100 GB über eine Cloud synchronisieren, mir 100 GB Videos angucke oder für 100GB einen neuen hippen Startup Dienst nutze, die Kosten für ihn sind immer gleich.

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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von vitalik » 01.11.2015, 09:59

Es ist doch komisch, in anderen Ländern sind Leitungen mit 100 Mbit zum Standard geworden und der Ausbau geht auch fleißig vorran. Die Unternehmen machen sogar Gewinne und das bei teilweise niedrigeren Preisen. Warum zur Hölle schafft man es in Deutschland nicht?

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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von Dude » 01.11.2015, 14:01

KoreaEnte hat geschrieben:Habe die Logik dahinter nie kopiert. Der Anbieter soll mir eine stabile 100 Mbit Leitung verkaufen, zu dem Preis, der für ihn einen gewissen Gewinn bedeutet. Was ich damit mache, geht ihn dann nichts mehr an. Spielt für ihn ja auch keine Rolle ob ich dann täglich 100 GB über eine Cloud synchronisieren, mir 100 GB Videos angucke oder für 100GB einen neuen hippen Startup Dienst nutze, die Kosten für ihn sind immer gleich.
Die Logik dahinter ist ganz einfach: Auf diese Weise können ISPs völlig legal mehr Geld aus ihrem bestehenden Angebot quetschen - ganz ohne Investitionen oder Innovationen bei ihrer Infrastruktur.

In den USA z.B. gab es das Thema gerade erst - da lief das Ganze so ab, dass verschiedene ISPs Netflix für alle ihre Kunden gethrottled haben und von Netflix dann dafür, die Verbindung zu ihren Endkunden wieder in normaler Geschwindigkeit aufzuschalten, Millionensummen verlangten. Das Throttling lief sowohl per Reduktion der Geschwindigkeit auf wenige hundert kilobit, als auch per extrem hohem Packet-Loss (kann man sich so vorstellen wie das, was passiert, wenn die Telekom deinen Handy-Datentarif throttled - also unbenutzbar, weil die Services bei 75% Packet-Loss irgendwann davon ausgehen, dass deine Verbindung nicht funktioniert).

Die Idee ist also eigentlich nicht, die so-genannten "Fast-Lanes" einzurichten, oder, wie der Herr Höttges es nennt, "die Möglichkeit, einen Dienst für ein paar Euro mehr in gesicherter Qualität zu buchen", sondern bestimmte Services so einzuschränken, dass der Endbenutzer sie nicht mehr nutzen kann, wenn der Anbieter und der Kunde nicht massiv draufzahlen.

In den USA ist das recht schnell von der FCC verboten worden, in Europa hat das EU-Parlament gerade entschieden, dass das toll klingt und die ISPs damit jetzt anfangen dürfen.
Zuletzt geändert von Dude am 01.11.2015, 15:24, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 01.11.2015, 16:08

Das es bei denen um mehr Geld geht, war mir auch klar ;) Aber die Argumentation passt einfach nicht, weil es ja wie gesagt egal ist, mit welchem Dienst ich meine 100 GB verbrauche. Eine generelle Drosselung würde ich sogar noch verstehen, so nach dem Motto, wer mehr als 100 GB im Monat an Traffic benötigt, muss 10 Euro mehr zahlen im Monat, aber das auf spezielle Dienste zu beschränken ist schon sehr willkürlich.

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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von Wildfire » 01.11.2015, 18:39

Wenn es sich dabei um spezielle Dienste handelt, die man zufällig auch selber anbietet ist es gar nicht mehr so willkürlich.

Du willst Filme empfangen? Kostet extra. Außer du nimmst das Entertainment Paket der Telekom, dann kostet der Stream keine Zusatzgebühren mehr. Du willst auch Cloud-Dienste anbieten? Ja, dann gib mal besser einen Teil deiner Umsätze her. Oder du lässt es gleich bleiben, die Telekom kann das sowieso besser als du. Kann man nur hoffen, dass da die Wettbewerbshüter einspringen.

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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von burninghey » 03.11.2015, 05:32

Erinnert sich noch jemand an FastPath? Das war auch eine Gamer Abgabe aber gestört hat es niemanden - die Gamer haben es sogar begeistert bezahlt.
Und nein ich hab kein Bock ein 10er mehr zu zahlen weil ich zocken will. Bei meinem ersten DSL Anschluss hat das 2 Euro gekostet.
ever change a running system!

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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 03.11.2015, 07:18

Mehr zahlen für einen Mehrwert der Leitung, finde ich garnicht schlimm, also FastPath oder doppelten Upload oder sonst was, aber nur weil ich einen bestimmten Dienst nutzen möchte, mehr zu zahlen zu müssen, ist einfach der Versuch ohne eine Mehrleistung mehr Geld zu verdienen.

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Re: News | Netzneutralität entfällt: Online-Gamer zahlen

Ungelesener Beitrag von Wildfire » 03.11.2015, 07:21

FastPath ist das Abschalten eines Mechanismus zur Fehlerkorrektur. Das verringert Latenzen, aber erhöht das Risiko von Übertragungsfehlern. Auf die Bandbreite hat es erst mal keine Auswirkung, bzw. bei schlechter Leitung dann eher negative. Das Vorhandensein der Korrektur ist durchaus berechtigt und hat technische Gründe.

Das ist nicht ganz mit dem vergleichbar, was die Telekom jetzt vorhat. Bisher wurden, Stichwort Netzneutralität, beim Routing alle Pakete identisch behandelt. Ab sofort wird die Telekom bestimmte Pakete auf kosten anderer Pakete bevorzugen. Und wir sollen zahlen, um das in unserem Sinne zu beeinflussen.

Im schlimmsten Fall könnten Dienste (z.B. Videostreams) die bisher einwandfrei funktioniert haben nicht mehr so gut funktionieren wie vorher. Der Kunde zahlt dann extra, um den status quo wieder herzustellen. Und das hat im Gegensatz zu FastPath keinerlei technische Gründe, nur betriebswirtschaftliche.

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