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<<< Seite 09.05.2006 | von Frank Schräer
Physikbeschleuniger: Ageia PhysX von BFG

Fazit


Ageia PhysX Karte von BFG
Jetzt schon ein Urteil über die PhysX Karte zu fällen, scheint vermessen. Aufgrund der fehlenden Software-Unterstützung kann die Karte ihre Stärken noch nicht mal ansatzweise zeigen. Dazu müssen erst noch mehr PhysX-geeignete Spiele erscheinen. Und diese sind auch angekündigt. Interessant dürften vor allem Sacred 2 und Unreal Tournament 2007 werden, deren Vorgängerversionen große Fangemeinden gewinnen konnten und die deshalb hohe Verkaufszahlen versprechen. Falls in diesen Games größere Unterschiede mit und ohne PhysX Karte zu sehen sein werden, könnte die PPU doch noch ihre Daseinsberechtigung erhalten.
Die Idee, mit der PhysX Technik die CPU zu entlasten, ist plausibel. Aber wer kauft sich eine solche, mit rund 250 Euro darüberhinaus nicht billige Zusatzkarte ohne eine breite Software-Basis, die PhysX unterstützt? Auf der anderen Seite werden die Spiele-Entwickler kaum zu überzeugen sein, PhysX Karten zu unterstützen und damit die Programmierung aufwändiger und teurer zu machen, solange diese Karten noch nicht weit verbreitet sind. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz.
Weiteres Unheil für Ageia könnte die Konkurrenz der Grafikchip-Hersteller sein. Zwar sind deren Geschäfte durch eine Zusatzkarte wie die PhysX nicht direkt bedroht, aber ATI und nVidia setzen eher auf die Technologie von Havok FX. Bei dieser übernimmt der Grafikchip Teile der Physikberechnungen. Kombiniert man dies mit einer leistungsfähigen CPU mit mehreren Kernen, erscheint eine dedizierte PPU überflüssig.
Außerdem schickt sich Software-Riese Microsoft an, im Physikbeschleunigungrennen mitzumischen. Mit Direct Physics soll wohl ein Standard geschaffen werden, mit dem Spieleentwicklern bei der Integration von Physikberechnungen in ihre Engines geholfen wird. Ob die PhysX Hardware dabei eine Rolle spielt, dürfte fraglich sein.

Letztendlich kann man interessierten Spielern den Kauf einer PhysX Karte derzeit nicht empfehlen. Der Preis ist mit rund 250 Euro viel zu hoch für die derzeit mit dieser Lösung verbundenen Vorteile. Hinzu kommt der bei dem BFG-Modell recht nervige Lärmpegel. PhysX Karten müssen zum Einen billiger und zum Anderen leiser werden, damit sie eine breite Käuferschicht finden.

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