802.3ad für daheim!

Technik, Setup, LAN-Probleme etc.
Antworten
spawnblade
Commander
Beiträge: 413
Registriert: 09.03.2004, 14:25
Kontaktdaten:

802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von spawnblade » 27.11.2012, 16:56

Hallo,

bin gerade am überlegen meinen unmanaged gbit switch rauszuhauen, um ihn durch sowas zu ersetzen:

http://geizhals.at/de/844532

hintergrund ist der, ich habe daheim drei kisten mit mehreren nics jeweils, darunter leider eine windows kiste die kein balance-rr kann. die linux kisten koennen das ja. darum will ich jetzt link agg einstellen, das kann ich sowohl unter windows mit dem intel nic treiber als auch unter linux mit den bonding parametern. dann sollte ich doch theoretisch nic*1gbit an speed rausholen koennen, oder gilt das nur für die maximale übertragung? ich hab meistens datentransfer von einzelnen großen dateien, die will ich einfach mit mehr als nur 100mbyte/s rüberschieben. und ja die server packen das locker. mit balance-rr schaffe ich mit 2 nics 170, mit 3 ungefähr 210. ich hoffe ich krieg dann mit link agg mehr?

bisher:
Mode 0 (balance-rr)
Round-robin Policy: Übertragt Pakete über alle im Bonding
enthaltene NICs. Dieser Modus bietet Lastverteilung und Redundanz.

ziel?
Mode 4 (802.3ad)
IEEE 802.3ad Dynamic link aggregation. Erstellt ein Bonding mit NICs
gleicher Geschwindigkeit und Duplex-Einstellungen. Der Switch muss
Trunks nach 802.3ad unterstützen.

Dino
Commander
Beiträge: 468
Registriert: 25.10.2012, 14:15
Wohnort: Keller

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von Dino » 27.11.2012, 18:14

Durch Link AG kannst du tatsächlich annähernd um nic*1 erhöhen, wenn du mehr Speed willst ist die einfachste und pflegeleichteste Lösung 10GBe mit sowas hier http://geizhals.at/de/812356 warum? Naja die Karten Kosten paar Euro aber multiport GBe Karten auch ;) wenn was kaputt ist muss nur NIC oder Netzwerkkabel getauscht werden (Switche sind zu teuer) damit kann ein Rechner theoretisch 2 PC's mit Connectivity versorgen was je nach Nutzung dann bis zu 1200 MB/s per Kabel ermöglicht und genug IOPS dass du eigentlich nur noch Festplatten in einem Rechner bräuchtest :-)

Falls du beim Switch bleiben willst, falls dir 16 Ports reichen gibt es von Cisco Modelle die 16 Ports ohne aktiven Lüfter zur Verfügung stellen können, kann dir leider nicht direkt sagen welches Modell aber ein bisschen stöbern auf cisco.com bei den Switches sollte Aufschluss geben können. Habe selber einen SRW2008 und bin gottfroh dass er keinen nervigen 40 mm Lüfter besitzt, habe auch LAG schon damit erfolgreich betrieben und so langsam aber sicher grinsen mich diese Netzwerkkarten von Intel immer mehr an (weniger Kabel, keine Firmware Updates für Switch, Switchresets usw. entfallen) außerdem bieten sie die Möglichkeit wenn die 10GBe Switches Massenmarkttauglich sind, einfach wieder einen dazwischen zu hängen...

spawnblade
Commander
Beiträge: 413
Registriert: 09.03.2004, 14:25
Kontaktdaten:

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von spawnblade » 27.11.2012, 22:46

holla die waldfee, das ist mit kanonen nach spatzen geschossen.

mir wuerden einfach 2-3gbit/s reichen mit eben 2-4 nics, nur weiss ich nicht konkret ob ich sagen wir mal einen datenstrom mit erhoehter geschwindigkeit mittels 802.03ad hinbekomme, mit balance-rr wird ja die geschwindigkeit immer nur so um ca. die haelfte erhoeht, aber immerhin ein einzelner strom...

Dino
Commander
Beiträge: 468
Registriert: 25.10.2012, 14:15
Wohnort: Keller

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von Dino » 28.11.2012, 00:47

Nun wenn du die Tatsache dass solche Hardware (Switches) sich tatsächlich mal aufhängen kann - was übrigend bei (smart) managed switches günstigerer Bauart durchaus mal passieren kann und du keine Möglichkeit hast das Ding remote zu resetten und du nur deswegen extra hin fahren musst ... egal, zurück zu deiner Frage: Ja du kannst einen einzelnen Datenstrom der über LAG erhöht wurde mit entsprechender maximaler Bandbreite ausnutzen, du solltest aber auch bedenken dass jedes weitere Interface mit diesen kleinen ekelhaften Paketgrößen soweit erhöhen wie es deine CPU zulässt, andererseits erhöht sich die maximale Bandbreite durch Verwendung von 8K Paketgrößen (hoffe das machst du bzw. wirst du machen) unwesentlich, auch diesen Trick verwende ich bereits auf meinem Switch und Datenmäßig passiert nicht viel mehr, mit 16k Frames wie sie auf 10GBe Karten zu finden sind erhöht sich der Durchsatz speziel bei NFS / SAN Geschichten immens (verglichen mit 8k oder Änderungen von 1,5k -> 8k), einen meßbaren Unterschied gibt es mit 8k Frames beim Durchsatz wie gesagt kaum allerdings kann man gerade auf nicht "GHZ-starken" Systemen doch die Last etwas senken.

Ungeschickter Weise verwendest du Linux, Windows Server 2012 unterstützt NIC Teaming unterschiedlicher Netzwerkkarten so dass man Onboard-Lösungen mit einbinden kann.

NLB-RR ist da um mehr Durchsatz (wie z.B. GBe) auf eine IP zu schicken, was nur für hohen Datenverkehr von vielen Quellen erhöht, die Engine behält sich vor grob 50% der dazugewonnenen Bandbreite durch mehr NICs für weitere Requests offen zu halten.

Überleg es dir gut wenn du drei Rechner jetzt hast und sagen wir 4 GBe veranschlagst damit du im Worst Case auf 2Gbit/s / Client kommst brauchst du bei einem 4. Client bereits 2x 4-Port NICS auf der Maschine wo hauptsächlich der Traffic hingeht was alleine schon 8 Ports belegt + 4 Ports / Client = dein 24 Port Switch ist schon mit 20 Kabeln (!) belegt. Eine Hybridlösung wäre einen Switch mit 10GBe Expansion Port zu kaufen und da den Hauptdatenstrom hinzulenken, dann ist dem Ding auch fast schon egal (außer CPU Power wegen Framesize da du zwar am UL evtl. 16k einstellen kannst aber deswegen trotzdem nur 1 8k Paket drin verstaut wird samt Overhead) und wenn irgendwann mal 10gbe Consumer ist einfach die 4 Port Karten + Switch tauschen und dein Upgrade wäre komplett.

Preislich sieht das so aus (NICs)
4x 4 GBe Intel Nic (2 für den großen Datenstrom, jeweils eine für die Clients) = 4x 215 - 350 € (je nach Modell) == 860€ - 1400 € + Switch 200 €
vs.
1x DP 10GBe + 2x Single Port 10GBe = 470€ + 2x320 € = 1110€

Ich weiß nicht ob ich mit Kanonen schieße oder du nicht erkennst wieviel mehr du für dein Geld + etwas Aufpreis (der is immer da bei neuem Zeug) wirklich bekommen kannst oder ob du einfach die Preise so nie betrachtet hast oder eventuell doch nochmal deine Ansprüche senken wirst aber sobald du auf 3Gbit/s hinaus willst als dauerhafte Datenrate dank LAG und einem GBe Switch bist du bei Neuanschaffung ruck zuck in genau diesem Preisbereich (ermittelt mit gh.de) oh und ich verspreche dir NICs sind Verbrauchsmaterial bei hohem Datenverkehr weshalb du wenn du eine GBe Karte ersetzen musst vermutlich wieder zu einer greifst und Jahre später wenn dieser kleine Aufpreis nicht mehr existiert weil es mehr Onboard Lösungen für jedermann mit 10GBe nun gibt wirst du dich tiefschwarz ärgern nicht vor Jahren einen Hunni' mehr auf den Tisch gelegt zu haben und wie unfassbar viel schneller doch alles geht ...

Sorry wollte dich nicht zulabern, hoffe deine eigentliche Frage ist geklärt. Nein ich arbeite nicht für Intel oder Cisco und auch für keinen Onlineshop oder irgendwen der davon was haben könnte von dem was ich dir gerade erzählt habe. Bin leicht angetrunken und es wird Zeit dass das Lian-Li PC-D8000 verfügbar wird damit ich endlich mein all-in-one Storage mit 10Gbe bauen kann und mich nicht mehr über das lahme Netzwerk ärgere wenn ich mal kurz mein NAS leermachen will um es neu aufzusetzen und das ganze halt echt mal dank Krüppel-Atom im NAS und gimpiges GBe einfach mal so 16 Stunden brauchen kann bis 3 TB auf ner anderen Maschine sind - zwar genauso schnell wie über ne lahme externe Festplatte nur wenn ich die verschwendete Zeit mit lahmer Hardware hochrechne könnte ich mir vermutlich jetzt ein Haus bauen.

Gute Nacht! ;-)

Benutzeravatar
bla!zilla
Captain
Turtleboard Veteran
Turtleboard Veteran
Beiträge: 809
Registriert: 06.02.2004, 19:39

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von bla!zilla » 28.11.2012, 12:51

Ist das geil. Ist euch der Typo nicht aufgefallen?
Round-robin Policy: Übertragt Pakete über alle im Bonding
Diesen Typo habe ich in einem Blogeintrag bei mir mal "eingebaut". Dank Copy 'n Paste hat sich dieser Eintrag mittlerweile durch diverse Foren und sogar eine Diplomarbeit verbreitet. Da kann man mal sehen wie oft die Leute einfach nur Google befragen und dann Copy 'n Paste machen.

spawnblade
Commander
Beiträge: 413
Registriert: 09.03.2004, 14:25
Kontaktdaten:

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von spawnblade » 28.11.2012, 13:42

erstmal danke für die ausführliche erklärung... endlich weiss ich was ich machen muss. das mit dem kabelwirrwarr war mir von vornherein klar, nur wollte ich einfach den mehr rausholen fuer wenig geld. mein raid packt eben locker mehr als 700mbyte/s sequentiell. aber an genau die grenzen die du beschreibst bin ich auch schon gestoßen, darum werd ich wohl entweder gleich auf 10gbe müssen oder mich mit meinen zuwachs begnügen müssen. aber auf jeden fall hast du mir sehr geholfen, ich werde heute abend noch ein wenig basteln. der windows client ist zum glück nebensaechlich. ich werde ihn einfach nur mit einer leitung anklemmen.

@bla
ich hab das einfach kopiert, es gibt soviele die alles einfach nur wiederaufbereiten. das sieht man schon allein deswegen das man bei 10 treffern in google immer wieder das gleiche nur im anderen styling bekommt. ein chinese würde sich jetzt geehrt fühlen das er so viel kopiert wird :-)

Dino
Commander
Beiträge: 468
Registriert: 25.10.2012, 14:15
Wohnort: Keller

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von Dino » 30.11.2012, 10:25

Klar gerne doch kein Thema wollte nur "beweisen" dass 10GBe tatsaechlich nicht mehr so teuer ist wie die meisten denken (sofern man auf Uebertragungsraten > 1GBe hinaus will). Falls du dich fuer 10GBe entscheiden solltest kannst du dich auch gerne per PN bei mir melden wenn du unsicher sein solltest wie du das Meiste herausholen kannst (niedrigste CPU Last usw.). :-)

Benutzeravatar
bla!zilla
Captain
Turtleboard Veteran
Turtleboard Veteran
Beiträge: 809
Registriert: 06.02.2004, 19:39

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von bla!zilla » 30.11.2012, 13:41

andererseits erhöht sich die maximale Bandbreite durch Verwendung von 8K Paketgrößen (hoffe das machst du bzw. wirst du machen) unwesentlich, auch diesen Trick verwende ich bereits auf meinem Switch und Datenmäßig passiert nicht viel mehr, mit 16k Frames wie sie auf 10GBe Karten zu finden sind erhöht sich der Durchsatz speziel bei NFS / SAN Geschichten immens (verglichen mit 8k oder Änderungen von 1,5k -> 8k),
Meinst du damit den Einsatz von Jumbo Frames?

spawnblade
Commander
Beiträge: 413
Registriert: 09.03.2004, 14:25
Kontaktdaten:

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von spawnblade » 30.11.2012, 18:43

Hey, ich will auch so ein turtleboard veteran schildchen :-)

*edit
mir fällt gerade auf, woher ich das kopiert habe....
http://www.blazilla.de/index.php?/archi ... Linux.html

also schon die originalquelle dann!
Zuletzt geändert von spawnblade am 30.11.2012, 18:45, insgesamt 1-mal geändert.

Dino
Commander
Beiträge: 468
Registriert: 25.10.2012, 14:15
Wohnort: Keller

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von Dino » 30.11.2012, 21:12

bla!zilla hat geschrieben: Meinst du damit den Einsatz von Jumbo Frames?
Ja, wie gesagt 8k große Frames bringen keinen wirklichen Zuwachs in der Datenübertragung, 16k schon. Beide sind auch unter dem Begriff Jumbo-Frames bekannt.
Zuletzt geändert von Dino am 30.11.2012, 21:14, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
bla!zilla
Captain
Turtleboard Veteran
Turtleboard Veteran
Beiträge: 809
Registriert: 06.02.2004, 19:39

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von bla!zilla » 01.12.2012, 11:43

Jumbo Frames sind die eine Sache und bringen an und für sich erstmal nichts. In Verbindung mit einer entsprechenden MTU sieht die Sache anders aus. Aber: Ob Jumbo Frames etwas bringen hängt von der Applikation ab. Wenn es um den Durchsatz geht, dann gebe ich dir Recht. Wenn wir über IOPS reden, dann nicht. Es hängt dann doch stark von der durchschnittlichen IO Größe ab. Jumbo Frames können Fluch und Segen sein... Eine Erfahrung die ich so über die Jahre gemacht habe.

Bezüglich 10 GbE vs. mehrere NICs und Bonding. Einen Ethernet Frame kann man nicht teilen... Insofern ist Trunking/ Bonding hinsichtlich einer Verbindung immer limitiert.

Dino
Commander
Beiträge: 468
Registriert: 25.10.2012, 14:15
Wohnort: Keller

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von Dino » 01.12.2012, 12:35

Danke für deinen Beitrag, wollte das nicht so hinstellen als ob größere Frames nichts bringen aber für seinen Fall geht es so wie ich es herauslesen kann nur um die Datenübertragung also sequentielles Read / Write. Es bringt nicht nur bei IOPS was sondern generell bei der CPU Last ebenso, wenn ich weniger Frames auspacken muss brauch ich weniger Rechenzeit dafür und es kann bei vor allem "langsamen" CPUs (Atom o.ä.) einen sehr gut nachvollziehbaren drop in CPU Load einstellen.

Generell muss ich dir Recht geben sollte man nie leichtfertig etwas machen, man kann meistens viel mehr schlimmer machen wie besser wenn naja die Änderung unter anderem auch für den Anwendungsfall die Falsche ist. Wenn es nach mir ginge hätten die 10GBe Karten für meinen Anwendungsfall sogar SJF (Super Jumbo Frames) mit 32K, leider sieht Intel das bisher noch etwas anders wie ich, alle anderen Hersteller mit Kupferkabeln leider auch. ;-) Nicht dass ich nicht schon gemotzt hätte warum die Karten das nicht können ... Die 32k beruhen übrigens auf der Annahme dass moderne Festplatten mit hoher Datendichte generell bei einem beispielsweise seq. Write durchaus mehr als 8K oder 16K Daten in einem bestimmten Sektor schreiben könnten (zusammenhängend) und damit effektiv weniger Umdrehungen bei fragmentierten Festplatten notwendig wären um z.B. Transaktionsprotokolle auf ein per iSCSI eingebundenes Laufwerk zu schreiben und effektiv betrachtet mehr Transaktionen / Minute verarbeitet werden könnten.

Das ist aber glaube ich alles etwas "too much info" vor allem für den Einsatzzweck des Threaderstellers ;-)

Benutzeravatar
bla!zilla
Captain
Turtleboard Veteran
Turtleboard Veteran
Beiträge: 809
Registriert: 06.02.2004, 19:39

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von bla!zilla » 01.12.2012, 22:43

Dino hat geschrieben:Danke für deinen Beitrag, wollte das nicht so hinstellen als ob größere Frames nichts bringen aber für seinen Fall geht es so wie ich es herauslesen kann nur um die Datenübertragung also sequentielles Read / Write. Es bringt nicht nur bei IOPS was sondern generell bei der CPU Last ebenso, wenn ich weniger Frames auspacken muss brauch ich weniger Rechenzeit dafür und es kann bei vor allem "langsamen" CPUs (Atom o.ä.) einen sehr gut nachvollziehbaren drop in CPU Load einstellen.
Natürlich können (!!) Jumbo Frames und eine erhöhte MTU dafür sorgen, dass die Interrupt Last auf einem System sinkt (die ist das Problem, weniger die Rechenzeit). Das bringt aber nur was, wenn du entsprechende Anwendungen hast, die auch die Jumbo Frames nutzen. Wenn du ein System mit 1k IOPS "ärgerst", dann bringen dir die schönsten Jumbo Frames nichts. Und dann sinkt da CPU-technisch nix.
Die 32k beruhen übrigens auf der Annahme dass moderne Festplatten mit hoher Datendichte generell bei einem beispielsweise seq. Write durchaus mehr als 8K oder 16K Daten in einem bestimmten Sektor schreiben könnten (zusammenhängend) und damit effektiv weniger Umdrehungen bei fragmentierten Festplatten notwendig wären um z.B. Transaktionsprotokolle auf ein per iSCSI eingebundenes Laufwerk zu schreiben und effektiv betrachtet mehr Transaktionen / Minute verarbeitet werden könnten.
In einen Sektor passen nach wie vor 512 Byte oder 4K (Advanced Format). Ich fürchte du vermischt hier ein paar Dinge und blendest ein paar essentielle Fakten aus. Noch mal: Du kannst deine Frames noch sehr viel größer machen. Ohne entsprechend große IOs passiert da nix. Und bei OLTP sind fragmentierte Platten eher dein kleinstes Problem. Natürlich können Platten heute sequenziellen IO "optimieren". Aber das ist das Tüpfelchen auf dem I. Du musst Performance End-2-End betrachten. Wenn wir schon über Optimierung reden, dann sollten wir bei der Applikation, dem Übertragungsprotokoll, dem IO Scheduler, dem Timesharing im OS etc. anfangen. Und da sind Jumbo Frames und MTU (das sind zwei Paar Schuhe...) weitere Parameter an denen ich schrauben kann. Dann kommen noch Systembuffer, Dateisystembuffer, das ganze Disksystem (Controller, Platten, ggfl. RAID Level), HBA (FC, FCoE, IB, iSCSI... whatever) und dann kommen wir langsam in den Bereich LAN ("echte" Storage Area Networks klammer ich mal aus...) . Und mal ganz ehrlich: Wenn wir über Intel Atom reden, dann darf ich da keine Wunder erwarten... Eine 10 GbE NIC in einem Intel Atom ist wie ein Porsche Motor in einem Trabbi. Nicht immer ist die Fat Pipe die beste Lösung. Es hängt vom Anwendungsfall ab. Komplexes Thema.
Das ist aber glaube ich alles etwas "too much info" vor allem für den Einsatzzweck des Threaderstellers ;-)
Korrekt, zumal es teilweise nicht ganz korrekt ist und daher wohl eher verwirrt als hilft. Back on topic. Wenn es noch was gibt, dann per PN.
Zuletzt geändert von bla!zilla am 01.12.2012, 22:54, insgesamt 2-mal geändert.

spawnblade
Commander
Beiträge: 413
Registriert: 09.03.2004, 14:25
Kontaktdaten:

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von spawnblade » 02.12.2012, 11:30

nene, das ist nicht zuviel.

ich experimentiere gerade fleisig mit allem möglichen, nachdem ich nicht die geschwindigkeit bekomme die ich will. allerdings alles noch auf 1gbit.

momentan hab ich den groessten durchsatz mit den einstellungen balance-rr, mtu max 9000 carrier irgendwas 1 und das mit komischerweise 2 intel nics. alles nur unter linux, und mit einer einzelnen übertragung. sobald ich eine dritte nic dazuschalte ists vorbei, da krieg ich meistens sogar komplette stillstände. vermutlich packt das mein 3com switch nicht mehr. und ich komme ledigleich mit den 2en auf eine übertragungsgeschwindigkeit von 135mbyte/s im durchschnitt. es sind nur große dateien, von daher ist es von den iops völlig egal. auch setze ich immer meinen puffer für die blockdev hoch, das bringt recht viel. vor allem für die crypto devices. ich bin jedenfalls froh das ich mehr bekomme als gbit, wenn auch nur wenig.

ich verwende opensuse (nicht hauen, ich finds gut) und bastel noch mehr herum, ich weiss ich bin ein pfuscher aber bis jetzt hat seit all den jahren immer alles gut geklappt :-)

Benutzeravatar
bla!zilla
Captain
Turtleboard Veteran
Turtleboard Veteran
Beiträge: 809
Registriert: 06.02.2004, 19:39

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von bla!zilla » 02.12.2012, 12:09

Das ist ja auch völlig logisch. Der Modus balance-rr arbeitet auf Ebene der TCP Verbindung und verteilt diese (vereinfacht gesagt) über die Interfaces. Dabei kann es vorkommen, dass Pakete in der falschen Reihenfolge ankommen . Das limiterit die Gesamtperformance durch Congestion Control. Dieser Fakt korreliert auch mit der Beobachtung, dass es mit weiteren Interfaces schlimmer wird, also die Performance weiter sinkt. Man müsste jetzt mal genau analysieren woran es liegt und dann entsprechend die Kernelparameter ändern. Wildes anpassen von irgendwelchen Parametern ist wenig zielführend.
Zuletzt geändert von bla!zilla am 02.12.2012, 12:09, insgesamt 1-mal geändert.

Dino
Commander
Beiträge: 468
Registriert: 25.10.2012, 14:15
Wohnort: Keller

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von Dino » 06.12.2012, 15:03

Niemand hat übrigens gesagt (jedenfalls ich nicht) dass man mit 10GBe auf Atoms losgeht O.o ich habe lediglich angemerkt dass durch größere Pakete ich die CPU Last nachweisbar senken konnte, das war mit einem einfachen Intel GBe Server Adapter vs kleinere Frames vs Onboard Controller.

Zu der Sache mit den Platten ein kleiner Denkanstoß warum ich eher für größere Pakete bin (VM-to-VM unter Hyper-V verwende ich 64K Frames, hat nix mit den Platten zu tun sondern mit dem RAM): deine egal ob 512b oder 4k Sektoren Platte liest de facto mehr wie einen Sektor wenn der Magnetkopf drüber fährt. Es steht einem natürlich frei ob man jetzt darauf hört was ich sage, gerne würde ich an dieser Stelle aber noch an Artikel verweisen von IBM ist zwar "nur" AIX aber was auf IBM bei SMB zutrifft, aber es reicht um zu erkennen wohin der Weg führt nämlich zum Windows Scaling wofür es ganz zufällig seit längerem eine RFC gibt.

Ich ärgere in diesem Thread niemanden mit IO, schon garnicht mit 1k weshalb eine Argumentation Richtung FC oder sonstwas nur irreführend ist, hier geht es bis einschließlich jetzt um SMB / NFS und da geht es mit der Framesize bitte nach oben auf mindestens über 8K und über Datenbanken lassen wir uns hier am besten auch nicht aus, weil es nichts mit der Frage des TE zu tun hat. In fact hat auch vor dir niemand behauptet dass es anders wäre als das MTU und Framesize zwei paar Schuhe sind? Egal, irgendwelche wilden Behauptungen lasse ich mir in meine Aussagen nicht reininterpretieren. Es reicht mir völlig wenn du über die Aussagen die in diesem Post unterstrichen sind nachdenkst, wenn du siehst dass beides mal die Antwort "ja" lautet habe ich absolut nichts falsches gesagt, wir wollen hier nicht TCP und die Welt der Bits von A-Z aufrollen - nicht falsch verstehen man muss immer die Applikation mit betrachten usw. aber das hier ist kein "mission critical enterprise SAN" oder sonst was, mit den gebotenen Informationen kommt man mit größeren Frames am weitesten auch wenn wie auch bereits erwähnt der Zuwachs (in MB/s auf dem Kabel!) von 1,5k -> 16k wesentlich größer ausfällt wie bei 1,5k -> 8k Frames. Das wurde bewiesen, gibt es genug Whitepapers zu und um wieder ganz an den Anfang zu kommen: 1GBe Karten = keine 16k Frames = nicht annähernd das Performance Maximum für NFS über Kupferkabel.

@TE ich würde dir das o.g. RFC und Wireshark mal ans Herz legen, einfach mal beobachten was bei sehr viel Datenverkehr sich da abspielt. Dazu muss man sich nicht mit Buffern oder Infiniband außeinandersetzen (oO), jedenfalls nicht im ersten Schritt was die Buffer betrifft. Wireshark wird dir helfen zu verstehen wo etwas gerade weshalb passiert und daraufhin würde ich anfangen zu optimieren. Was für GBe zutrifft muss nicht für 10GBe passen weshalb ein Umstieg wieder erstmal zu Wireshark führen würde.

Benutzeravatar
bla!zilla
Captain
Turtleboard Veteran
Turtleboard Veteran
Beiträge: 809
Registriert: 06.02.2004, 19:39

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von bla!zilla » 06.12.2012, 20:53

Einfach 16k Ethernet Frames verwenden und alles wird schneller. Es kann ja so einfach sein. :) Sorry, ich sehe das anders. So einfach ist Tuning nicht. Es ist ein Quick Win, sofern das Anwendungsprofil passt. Aber ich habe da offenbar eine etwas andere Sicht drauf. Rest meinetwegen per PN, hier ist das nicht mehr zielführend.
Zuletzt geändert von bla!zilla am 06.12.2012, 21:06, insgesamt 2-mal geändert.

spawnblade
Commander
Beiträge: 413
Registriert: 09.03.2004, 14:25
Kontaktdaten:

Re: 802.3ad für daheim!

Ungelesener Beitrag von spawnblade » 10.12.2012, 12:46

Doch, ihr wisst gar nciht wie zielführend das ist. Vielleicht liest es sich nicht so gut heraus, aber mit dicken Frames komm ich genau dahin wo ich will, da ich vor allem mit viel Pufferspeicher aus wenig Quellen auskomme. Und genau da bringen große Frames was.

Und da ich auf "Wildes anpassen von irgendwelchen Parametern ist wenig zielführend." allergisch reagiere melde ich mich erst mit richtigen Ergebnissen wenn ich nicht mehr wild anpasse. Ohne das wilde anpassen ins blaue hinein kam ich nämlich auf einige Probleme gar nicht.

Antworten