Wahlen 2009

Kanzler, Parteien, Unternehmen, Mittelstand etc.
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vogelmann
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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von vogelmann » 31.08.2009, 21:28

Das ist der Artikel, auf den ich mich oben bezogen habe:

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,578251,00.html

H3LL S3RV4NT
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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 31.08.2009, 21:34

Der kleinste gemeinsame Nenner kann nicht optimal sein...
@psycho-dad: sollte die Linke auch nur 10 bis 15% ihre Utopien erreichen, dann ist Deutschland endgültig auf dem Abstellgleis. Musst dir mal das Bundestagswahlprogramm von denen reinziehen. Sporadisch sicherlich auch gute Sachen dabei, aber der Grossteil wird die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und deren internationale Stellung massiv beschädigen. Je länger ich da lese, umso schlechter wird mir. 10€/h Mindestlohn (auch für den dümmsten Pöbel), 500€ ALG-II pro Person plus Miete und Kindergeld, Banken verstaatlichen, 53% Spitzensteuersatz (auch auf Kapitalerträge und Spekulationsgewinne), 5% Vermögenssteuer, Börsenumsatzsteuer, 25% Körperschaftsteuer bei verbreiterter Besteuerungsbasis (ergibt für Ausschüttungen dann eine steuerliche Belastung mit etwa 75%).
>kq

RadeOn
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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von RadeOn » 01.09.2009, 00:46

Bei allen Versprechen die für die Zukunft gemacht werden, glauben all jene Politiker (und das "Prekariat"), dass im globalen Flechtwerk sich nichts ändern wird... ersteres ist nicht neu, Politiker haben seit eh und je Dinge verschenkt, die Ihnen eigentlich nicht gehören und das die Deutschen über ihre Verhältnisse (71 mrd. allein für die Zinsen 2009) leben ebenso nicht; zweiteres ist aber nur bei den wenigsten Politikern angekommen.
In meinen Augen ist die Linke eine reine Oppositionspartei, die man einfach nicht ernst nehmen kann; bei all der Volksverdummung, dem neuem Opium für den Pöbel, würde ein Teil der Wählerschaft wohl auch nach dem Scheitern der Linken in einer Regierung (im Sinne des Nicht-Einlösens von Wahlversprechen, was auf Landesebene wohl schjwerer´, wäre, als auf Bundesebene) sich nicht Weitsichtig zeigen.

Und Psychodads Aufruf, keine der "großen" zu Wählen... dem kann ich in keinster Weise zustimmen. Vielen kleinen Partein, folgt bei der Regierungsbildung vielen Kompromisse und Kompromisse sind selten das Beste, gelegentlich das Schlechteste. Israel ist auch ein tolles Beispiel, wo es viele kleine und einige mittlere Parteien gibt: Folgen? Häufige Regierungswechsel und -streitereien, Neuwahlen, in mancher Hinsicht Stillstand? Gut Israel ist nicht mit Deutschland vergleichbar, fast allen Parteien ist gemein, dass sie Israel in einer ständigen Bedrohungslage durch verschiedene "Aggressoren" sehen... oder Italien, 11 Regierungen in seit der "deutschen" Wende? Hm, tolle Aussicht.

Innenpolitische Instabilität ist kein Garant für außenpolitische Stärke, die letzten Endes für unser Mitspracherecht (Ständiger, deutscher Sitz im UN-Sicherheitsrat? Nach Joschka Fischer hat es kein Außenpolitiker mehr auf der öffentlichen Agenda gehabt, wieso? Weil Deutschland alleine nichts mehr zu melden hat, Angie spricht bei bilateralen Gesprächen selbst mit europäischer Stimme), unseren Wohlstand (Handelsbarrieren, Steueroasendiskussion: spiegel.de Artikel ~3% des deutschen Steueraufkommens sind von der Körperschaftssteuer.........) verantwortlich ist.

psycho-dad

Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von psycho-dad » 01.09.2009, 18:15

KoreaEnte hat geschrieben:
psycho-dad hat geschrieben: Je bunter das ganze wird, und je schwächer die großen werden, desto besser.
Weil dann nicht nur 2 Parteien eine Kompromisslösung finden müssen, sondern gleich 3 oder 4, meinst du echt dadurch wird es besser und nicht eher noch "seichter" und langsamer?
Ich sehe keine andere Möglichkeit. Zumindest wenn man mit dem Status Quo unzufrieden ist, und will, daß sich in einigen Bereichen wirklich was ändert. Dadurch, daß die Leute zwischen CDU und FDP hin und her wechseln, oder zwischen SPD und den Grünen, jeweils um einen von beiden "abzustrafen", ändert sich exakt gar nichts. Da bewegt sich niemand.

Wenn zwingend mindestens 3 Parteien nötig sind, dann ist auf jeden Fall eine mit im Boot, die in einigen Dingen eine recht "spezielle" Meinung hat. Und die muß sie zwingend zu einem Teil durchbringen, weil sie sonst total unglaubwürdig wird. Bsp.: bei Jamaika würde nicht am Atomausstieg gerüttelt, weil sich die Grünen sonst einhacken könnte. Oder: bei Rot/Rot/Grün müßte die Linke zumindest eine ihrer 3 Extrempositionen (Mindestlohn, deutliche Verbesserung bei Hartz 4, Afghanistan) zu einem großen Teil durchbringen, weil sie ansonsten ihre komplette Wählerschaft vor den Kopf stößt.

Wie sonst sollte man die großen dazu zwingen sich zu bewegen, als ihnen immer weiter die Legitimation zu entziehen? Wenn Ihr alle toll findet, was unter der großen Koalition und Rot/Grün gelaufen ist, nur zu: wählt weiter wie bisher.

@Hell:

Ja genau, was in anderen Ländern geht, führt natürlich in Deutschland sofort zum totalen Zusammenbruch. Das Problem ist: offenbar glauben sehr viele Leute diese alte Leier nicht mehr. Oder aber sie glauben, daß es ohnehin (für sie) schon nicht mehr schlimmer kommen kann, und sind deswegen zumindest mal bereit, über irgendwelche Alternativen auch nur nachzudenken. Ich glaube sie auch nicht mehr. Dazu muß ich mir nur den Stand der Dinge angucken, und wer uns die letzten Jahre regiert hat.

Und ja, ich kenne das Programm. Wie gesagt, ohne Kompromisse ist nichts davon durchsetzbar. Aber wenn dann dabei tatsächlich ein Mindestlohn von 6-7 Euro statt der 10 aus dem Programm rauskommt, dann hätte ich persönlich nichts dagegen.
Zuletzt geändert von psycho-dad am 01.09.2009, 18:29, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von BanDit » 01.09.2009, 19:14

die großen wählen.... ohne Aufsicht auf Besserung? Wozu das?
Wenn jemand unzufrieden ist und eine Veränderung in der Politik möchte, bleibt ihm de facto nichts danderes übrig als sich von der sogenannten bürgerlichen Mitte abzuwenden. Ob es danach schwerer wird ne Koalition zu bilden oder nicht, Veränderung ist allemal besser als Stillstand. Ok, einige Parteien soltle man tatsächlich nicht wählen, auch nicht aus Protest.

Mein Problem: darf gar nicht wählen, wobei ich es dieses Jahr echt bereue keine deutsche Staatsbürgeschaft zu haben. Aber auch wenn ich eine hätte: wüsst ich nicht wen ich wählen sollte. Hätte 3 Kandidaten, wobei jeder von Ihnen nicht mein ganzes Bild zeichnet.
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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von Epfi » 01.09.2009, 19:28

Wie wird man denn seine deutsche Staatsbürgerschaft los?
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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 01.09.2009, 19:53

Was in anderen Ländern funktioniert? Stimmt, wenn ich mir hier mal die Durchschnittssteuerbelastungen anschaue, ist da wirklich noch verdammt Luft nach oben: http://de.wikipedia.org/wiki/Steuerwettbewerb
Mit einer Erhöhung der Unternehmenssteuern trifft man mitnichten das Feindbild Grosskonzern, die können sich dem durch Verlagerung und Gestaltung entziehen, sondern man trifft den Mittelstand, bspw. die Tischlerei-GmbH mit 50 Angestellten.
Ein derart hoher Mindestlohn ist kontraproduktiv, in der Wirtschaftsforschung mit eins der umstrittensten Themen, aber mE eindeutig negativ, gerade bei derart utopischen Höhen - 10€ brutto kosten den Unternehmer 13€ und soviel ist manche Arbeitsleistung einfach mal nicht wert, so hart das auch klingen mag. Wobei für viele, die hierunter fallen, das bei 500€ ALG-II plus Miete überhaupt nicht attraktiv ist.
Vermögenssteuer ist für mich Perversion pur. Geld aus bereits (tlw. mehrfach!) versteuerten Quellen, dessen Früchte ebenfalls versteuert werden und dann wird nochmal Geld weggenommen. Das ist Freiwirtschaft durch die Hintertür. Wird nur dazu führen, dass noch mehr Kapital ins Ausland abfliesst. Geld das deutschen Banken nicht zur Verfügung steht, Geld das deutschen Unternehmen nicht zur Verfügung steht.
Aber das alles rafft der durchschnittliche Linke-Wähler und Bild-Leser nicht.
@Epfi: na dann sag mal, wohin es gehen soll, welches Land bei Gesamtbetrachtung wirklich besser ist als D?
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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von Epfi » 01.09.2009, 19:57

@Hell: Ich habe nicht vor meine Staatsbürgerschaft loszuwerden - die Brasilianische hätte ich zwar mal fast durch einen Behördenfehler bekommen, aber die wäre eher als Zusatz durchgegangen ;) Interessiert mich nur allgemein, wie man das schafft. Wobei mir gerade noch die Möglichkeit einfällt, dass BanDit sie vielleicht noch nie hatte...
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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 01.09.2009, 20:17

Ah, hatte übersehen, dass du dich auf Bandit bezogen hast. Dachte, du wolltest auswandern.
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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von BanDit » 01.09.2009, 21:01

@epfi: richtig, hatte Sie noch nie.

Die Tendenzen sind doch eigentlich klar. Gerade die Umverteilung von unten nach oben (aus welchen Gründen das auch immer bedingt ist, denke wir sind uns einig dass sie besteht) lässt den Ruf nach Gerechtigkeit laut werden lassen, meines Erachtens auch zu Recht! Nichts anderes waren die jahrelangen Gewinnmitnahmen für einige wenige, aber die verstaatlichung der Schulden. Nur ein Beispiel.
Aber anstatt die anscheinend systembedingte Umverteilung von unten nach oben nur "auszugleichen", in dem man von oben wieder was wegnimmt und symbolisch unten wieder verteilt, sollte man viel lieber die Mechanismen aushebeln, die diese Umverteilung erst verursacht haben. DAS scheint doch die Politiker auf breiter Masse einfach nicht zu interessieren. Stattdessen doktorn Sie an den Symptomen rum. Mal hier, mal da. Aber wieso? Ein Alleingang im Sinne einer grundlegende Änderung der Politik in Deutschland ist quasi unmöglich. Da hat Hell schon recht. Der Kapitalstrom sucht sich dann andere, profitablere Wege ins Ausland oder sonstwo. Sprich, es geht uns hier dann noch schlechter also vorher. Auch wenn wohlmöglich die Idee gar nicht schlecht ist.

Meine Hoffnung ist (mag auch naiv sein), dass zumindest auf Europa-Ebene eine mittelfristige und abgestimmte Neuorientierung im "geheimen" geplant wird. Einige Anzeichen dafür gibts ja: zweites Bretton-Wood wird gefordert, gemeinsames Vorgehen gegen die Heuschrecken, gemeingültige Regeln für ethische Investments, usw.
Es ist jedoch nur gemeinsam möglich. Sobald sich ein Land versucht alleine durchzuschlagen, wird es zum scheitern verurteilt sein.
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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 01.09.2009, 21:41

Auch ein Alleingang Europas würde nix bringen, zumal das am Widerstand Englands (Finanzstandort London) scheitern wird. Kapital ist in höchstem Grade mobil.
Umverteilung von unten nach oben - die oberen 10% bringen 52% der Einkommensteuer auf...
>kq

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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von PatkIllA » 01.09.2009, 21:44

Ich finde es ja irgendwie seltsam, dass man Höchstgrenzen für Kranken und Rentenversicherung hat bzw. sich ganz aus dem System verabschieden kann, wenn man nur genug verdient.

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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 01.09.2009, 22:02

Soll ein Einkommensmillionär 150.000€ im Jahr an die Krankenkasse überweisen? Sozialstaat gut und schön, aber es muss auch Grenzen haben.
>kq

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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von PatkIllA » 01.09.2009, 22:08

H3LL S3RV4NT hat geschrieben:Soll ein Einkommensmillionär 150.000€ im Jahr an die Krankenkasse überweisen? Sozialstaat gut und schön, aber es muss auch Grenzen haben.
>kq
Bei Steuern hört es auch nicht einfach auf. Das für die gleiche Leistung absolut unterschiedlich bezahlt wird ist ja jetzt bei der Krankenkasse schon so (nur nach oben abgeriegelt) und bei der Rente gäbe es ja auch mehr Ansprüche.
Und warum darf ich mich nicht privat krankenversichern, obwohl es als alleinstehender (bzw, in einer Doppelverdienerfamilie) ohne Kinder als Akademiker wahrscheinlich günstiger bei wegkäme.
Zuletzt geändert von PatkIllA am 01.09.2009, 22:11, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 01.09.2009, 22:33

Für eine private KV musst du entweder mehr verdienen oder eine Kapitalgesellschaft dazwischenschalten.
Bei der gesetzlichen Rentenversicherung wäre es wichtiger, endlich weg von der Umlagefinanzierung zu kommen.
>kq

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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von BanDit » 01.09.2009, 23:35

H3LL S3RV4NT hat geschrieben:Auch ein Alleingang Europas würde nix bringen, zumal das am Widerstand Englands (Finanzstandort London) scheitern wird. Kapital ist in höchstem Grade mobil.
Umverteilung von unten nach oben - die oberen 10% bringen 52% der Einkommensteuer auf...
>kq
das mag ja sein, ändert trotzdem aber nichts an der tatsache, dass die oberen 10% sich immer mehr und mehr leisten können, die unteren 30% immer weniger und weniger. liegt meines erachtens daran, dass die oberen 10% TROTZ zahlung ihrer höheren einkommenssteuer noch so unglaublich viel vermögen haben, welches sich quasi wie von selbst vermehrt, und die unteren 30% obwohl sie keine oder kaum steuern zahlen immer weniger kaufkraft haben. möglicherweise durch solche aktionen wie durch das 500 mrd. schwere rettungpaket? muss ja finanziert werden, möglicherweise durch eine MWST-anpassung, welche natürlich in erster linie wieder die armen belastet, und nicht die reichen. also, was machen?

noch höhere steuern für die oberen 10% ?
mindestlöhne für die unteren 30%?

da du gegen beides bist wie ich vermute, was gibts noch für möglichkeiten? oder nimmst du die ungerechtigkeit einfach als naturkonstante hin?
möglicherweise gibts ja noch weitere ideen. wie wärs denn mit dem wegfall des neo-liberalismus? so richtig toll ist er ja nicht wirklich.
meiner meinung nach, muss das system "einfach" dahingehend angepasst werden, dass die schere zwischen arm und reich nicht automatisch größer wird. und das wird sie in der heutigen zeit.

btw. noch ne üble behauptung von mir: eine gewisse art von vermögenssteuer bezahlen die armen, nicht die reichen. setzt man den einkommenssteuer-anteil der oberen 10% (52%) in relation zu dem was sie eigentlich besitzen (66% des gesamtvermögens), scheint mir da sogar immer noch luft zu sein?! denn die restliche bevölkerung, die nur 33% des gesamtvermögens besitzen, kommen letztlich für 48% der steuern auf.


relation für die oberen 10% --> steueranteil zu vermögen = 0,78
relation für die unteren 90% --> steueranteil zu vermögen = 1,45

aber ok, ist ja letztlich ne einkommenssteuer, keine vermögenssteuer. daher hinkt der vergleich etwas. aber nur mal als hinweis was wem wieviel wehtut....

dazu mal einer meiner lieblings-kabarettisten: http://www.youtube.com/watch?v=e8cyVVlh ... re=related
Zuletzt geändert von BanDit am 02.09.2009, 02:49, insgesamt 18-mal geändert.
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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 02.09.2009, 03:13

Was die Geringverdiener belastet, sind die SV-Abgaben.
Rettungspaket - der Grossteil sind Darlehen und Bürgschaften, also kein Geld, was unwiderruflich verloren geht.
Muss ein Steuersystem denn eine Umschichtung bewirken? Imho nein.
Warum sind die Reichen reich? Weil sie entweder viel Geld verdienen bzw. verdient haben (und hierauf ihre Steuern gezahlt haben) oder weil sie ihr Geld (was bspw. auch aus versteuerten Erbschaften aus angesammelten versteuerten Einkommen stammen kann) gewinnbringend anlegen, indem sie bspw. Firmen betreiben oder in Immobilien investieren. Firmen beschäftigen Menschen, zahlen Steuern. Immobilien dienen der Unterbringung von Menschen (oder auch Firmen). Und selbst wenn es nur auf der Bank liegt, das Geld bekommen andere Menschen/Firmen als Kredit. Sind das Gründe alle pauschal anteilig zu enteignen (nix anderes ist eine Vermögenssteuer) - ich bin eigentlich froh, dass wir sowas wie zu Adolfs Zeiten oder in der DDR hinter uns haben.
Bei der ehemaligen Vermögenssteuer hier in D gabs Freibeträge von 120TDM, wer wenig hatte, wurde also auch nicht belastet. Bei Firmen jedoch nur 20TDM, sodass in schlechten Jahren auch ohne Gewinn Steuerbelastungen anfielen, auch hier war wieder der Mittelstand betroffen.
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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von BanDit » 02.09.2009, 11:43

Die SV-Abgaben kommen natürlich nochmal oben drauf, keine Frage.

Mein Beispiel oben sollte nur widerlegen, dass die 52% Aufkommen der oberen 10% zu viel sind.

Zur Frage ob ein Steuersystem eine Umschichtung bewirken soll? Nein, aber das gilt natürlich in beide Richtungen! Derzeit ist das System ausgerichtet, dass eine Umschichtung zumindest indirekt gefördert wird. Aber eine Änderung des Steuersystems würde das eigentliche Problem nicht beheben, höchstens mildern.

Das Wort Enteignung ist natürlich sehr hart. Mitleid hab ich deswegen aber keinswegs. Denn eine Enteignung findet auch unten in großem Stile statt. Denn nichts anderes ist die Umverteilung von unten nach oben!

Niemand will Adolf oder die DDR, und wir sollten aufpassen dass sowas nicht nochmal passiert. Fakt ist aber auch, dass das System so wie es jetzt ist auch nicht funktioniert. Nicht auf Dauer! Ich finde es zu einfach immer auf die Tour zu argumentieren. Nur weil ich alternativ denke, und nicht dem Geheule der Neo-Liberalisten einstimme, bin ich weder ein Befürworter für die DDR noch für den kleinen Österreicher.
Oh man, ich hab STeVie die Sig geklaut!

psycho-dad

Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von psycho-dad » 02.09.2009, 22:51

@Hell:

1. Willst Du bestreiten, daß sich die Schere zwischen armen und reichen Menschen immer weiter geöffnet hat? Wobei erstere immer mehr werden?
2. Wenn nicht, stellt das für Dich ein Problem dar, an dem sich etwas ändern sollte?
3. Wenn die Vorschläge der Linken uns selbst in durch Koalitionen abgeschwächter Version in den Untergang treiben, hast Du außer "weiter wie bisher" und/oder "wenn es nicht wirkt, mehr davon" irgendwas vorzuschlagen? Ich lese immer nur, warum was nicht geht.
4. Du klingst so, als nimmst Du den aktuellen Stand und die weitere Entwicklung in diese Richtung hin, weil man es eh nicht ändern kann. Was meinst Du, wie lange man das so weiter betreiben kann?
5. "Perversion pur" ist für mich, wenn man trotz 40h-Fulltime-Job betteln gehen muß, und dann noch ständig erzählt bekommt, man solle Altersvorsorge betreiben, während professionellen Hütchenspielern 50 Milliarden in der A**ch geblasen werden. (Ja, polemisch, ich weiß.)

Ansonsten gehe ich recht konform mit Bandit, und klinke mich hiermit aus.

Nur nochmal: ich rufe keinen auf, die Linke zu wählen, und kann durchaus verstehen, daß viele ein mehr oder weniger großes Problem mit dem Verein haben. Aber an alle: bringt irgendwie ein bißchen Bewegung in den Laden. Es gibt genug andere: Grüne, Piraten, wegen mir auch FDP, wenn's sein muß, Tierschutzpartei. Zumindest eine Alternative sollte jeder, der sonst CDU oder SPD wählt, für sich finden können.

Ich bin raus. (Glaube es hat geschellt, ist sicherlich der Russe...)
Zuletzt geändert von psycho-dad am 02.09.2009, 22:56, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von Laz-Y » 03.09.2009, 00:28

Wen kann man denn heutzutage noch wählen? Hab zwar noch nicht viele Wahlen mitgemacht aber jedesmal frag ich mich mehr, wer meine Stimmt verdient. Wenn man nach dem Ausschlußprinzip vorgeht blieb doch nichts mehr übrig was man wählen kann.
Zuletzt geändert von Laz-Y am 03.09.2009, 01:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 03.09.2009, 01:06

Ein Einkommensteuersystem, bei dem die oberen 10% mehr als die Hälfte des Steueraufkommens hieraus erbringen, kann wohl kaum Umverteilung von unten nach oben sein.
Mein Problem mit einer partiellen Enteignung (=Vermögenssteuer) ist, dass das Geld bereits aus (teilweise schon doppelt) versteuerten Einkünften stammt.
@pd: 1. nein, aber das liegt nicht am Steuersystem. Mal ganz davon abgesehen, dass "arme Menschen in D" ein Jammern auf verdammt hohen Niveau ist, schau dir mal bitte die sozialen Sicherungssysteme in anderen Ländern an.
2. Das Reiche reicher werden, damit habe ich kein Problem, zumindest wenn sie halbwegs steuerehrlich sind und das Kapital produktiv (möglichst innerhalb von D) eingesetzt wird. Ich sehe zumindest keinen Anlass zu Enteignungen.
3. Ein Patentkonzept habe ich leider auch nicht auf Tasche, aber ich denke in Anbetracht meiner Kenntnisse kann ich halbwegs einschätzen, was gut ist und was nicht gut ist. Und der Grossteil der Punkte im Wahlkonzept ist nicht gut und zudem absolut nicht finanzierbar. Was mir einfallen würde - insbesondere bei einkommensschwachen Personen fallen vor allem die SV-Abgaben zur Last, nicht die Lohnsteuer, daher wäre es eine Erleichterung, wenn auf die Steuerlast die SV-Abgaben angerechnet werden und nicht nur bei der der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens berücksichtigt werden. Geht man vom aktuellen Steuertarif aus, würden somit bis 10T€ brutto im Jahr keine Steuer und keine SV-Abgaben anfallen. Hier müsste man aber schauen, wie sich das finanzieren lässt, ggf. muss das begrenzt werden oder eine gewisse (aber niedrigere) Mindestbesteuerung eingeführt werden.
4. Ich betrachte den aktuellen Stand und die Entwicklung nicht derart dramatisch. Was meisnt Du, wann es zu welchen ernsthaften Auswirkungen und wovon eigentlich kommt?
5. Perversion pur ist es, wenn ALG2-Empfänger mehr auf der Pfote haben als der Vollzeitarbeitnehmer. Auf die arbeitsunwilligen der ersten Gruppe muss mehr Druck ausgeübt werden, letztere würden von meiner Idee unter 3. profitieren.
Und welche 50 Mrd. meinst du? Bei der HRE gibt es zwar hohe Bürgschaften und Garantien, aber daraus ergibt sich (noch und idealerweise überhaupt) keine Belastung. Und für die Übernahme wurde deutlich unter 1 Mrd. für die Aktien ausgegeben. Wie auch bei der Commerzbank hat man im Gegenzug Aktien bekommen, die in besseren Zeiten ggf. mit Gewinn veräussert werden können (muss der Staat dann eigentlich Abgeltungssteuer einbehalten?). Aus dem SoFFin sind gerade mal 25 Mrd. € als Eigenkapitalhilfen geflossen, Geld was nicht verloren ist.
Zu der Idee der Verstaatlichung von Banken - die ersten betroffenen Institute waren die SachsenLB, WestLB und BayernLB, später auch noch die HSH - alles Landesbanken...
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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von Epfi » 03.09.2009, 07:43

@Hell: Wie soll denn unser System noch funktionieren, wenn die Reichen immer reicher werden? Der Trend geht ja im Moment eher dahin, dass sich die armen (überall auf der Welt, nicht nur hier) verschulden, um überhaupt noch halbwegs angenehm leben zu können. In allerletzter Konsequenz endet das da, wo früher Russland und die DDR stand. Alle Menschen sind gleich (arm) und nur ein paar oben dran scheffeln wie blöd - nur dass man sich in den meisten Ländern beim arm sein auch noch Sorgen darum machen muss, dass man morgen was zu essen hat. Den Reichen oben dran wird es bei solchen Zuständen auch nicht viel besser gehen - irgendwann sind die unten so arm, dass sie auch nichts mehr abgeben können - das immer so wichtig gewesene Wachstum bleibt aus. Niemand will mehr die Fernseher aus ihren Fabriken, keiner kauft ihr Öl, weil sich niemand mehr ein Auto leisten kann.
Ich weiß nicht, ob ich das für so sinnvoll halten will, dass sich die Schere immer weiter öffnet. Da profitiert letztendlich niemand davon - die einen erwischt es etwas früher, die anderen etwas später. Spätestens, wenn die Bundeswehr im Inneren für "besondere Fälle" eingesetzt werden darf und über allen möglichen Seiten ein Stoppschild prangt, kann man wenigstens sicher sein, dass die Regierung auch nicht vor hat, irgendwas am kaputten System zu ändern - die wollen das lieber aussitzen.
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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 03.09.2009, 07:55

Epfi hat geschrieben:@Hell: Wie soll denn unser System noch funktionieren, wenn die Reichen immer reicher werden?
"Reich" ist man in Deutschland schon ab etwa 55.000 Euro Einkommen im Jahr, denn ab dann bezahlt man den Spitzensteuersatz von 42%, ab 250.000 Euro kommen nochmal 3% "Reichensteuer" oben drauf. Die "Reichen" werden also noch reicher, weil man ihnen "nur" 45% ihres Einkommens wegnimmt (ich vernachlässige mal alle anderen Steuern, die zahlen ja auch den Soli und USt usw.).
Willst du ihnen jetzt den Rest auchnoch wegnehmen, damit sie nicht "reicher" werden?

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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von Epfi » 03.09.2009, 08:17

Mit "reich" meinte ich eher die 5% der Weltbevölkerung, die 50% des Geldes auf sich konzentrieren. Oder Unternehmen, wie Siemens, die historische Milliardengewinne einfahren und trotzdem tausende Menschen entlassen. Dass die Leute, die sie da entlassen genau die Leute sind, die ihnen auf der anderen Seite das Geld in die Kassen spülen merken die irgendwie nicht.

Das System ist früher oder später endgültig kaputt - die Arbeitslosigkeit steigt unentwegt, nur die Statistik wird jährlich anders berechnet, um die Zahlen im erträglichen Rahmen zu halten. Die Leute, die es bei den Entlassungen erwischt, können ihren Lebensstandard eine Weile mit Krediten halten, aber das geht auch nicht ewig. Das geliehene Geld landet letztendlich dann wieder dort, wo es ohnehin schon genug gibt. Das System, dass reiche Gruppen (wirklich reiche, nicht die 55k€-Gruppe) immer mehr Geld auf sich konzentrieren ist auf lange Zeit nicht haltbar und wird in einer irrsinnigen Überschuldung und Verarmung in der Bevölkerung führen. Und dann?
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musashi
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Re: Wahlen 2009

Ungelesener Beitrag von musashi » 03.09.2009, 08:37

Trotzdem gibt es in Deutschland so gut wie keine Armut.

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