Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

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Sandman
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Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Sandman » 15.08.2009, 00:20

http://www.nuoviso.tv/finanzen/tiefere- ... krise.html

Interessanter Vortrag. Geht 2 Stunden, lohnt sich aber. Meinungen? Kritik?
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H3LL S3RV4NT
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 16.08.2009, 04:18

Keine Zeit für ne 2h Frontalunterrichtsdoku - magst du das zusammenfassen?
Aber wenn ich mir dessen Seite bzw. die Wikiseite zu ihm anschaue, weiss ich schon, was mich da erwartet: Freiwirtschaftgeschwätz. Wenn ich mir zudem seine weiteren Forschungsarbeiten zur Orgonenergie anschaue, bin ich sehr verwundert, dass sowas an einer Hochschule unterrichten darf (wenn auch nur FH).
>kq

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Sandman » 16.08.2009, 16:20

H3LL S3RV4NT hat geschrieben:Keine Zeit für ne 2h Frontalunterrichtsdoku - magst du das zusammenfassen?
Aber wenn ich mir dessen Seite bzw. die Wikiseite zu ihm anschaue, weiss ich schon, was mich da erwartet: Freiwirtschaftgeschwätz. Wenn ich mir zudem seine weiteren Forschungsarbeiten zur Orgonenergie anschaue, bin ich sehr verwundert, dass sowas an einer Hochschule unterrichten darf (wenn auch nur FH).
>kq
Hm, ich habe mir jetzt auch die Wikiseite angesehen und unter dem Stichwort 'Werk' sind die Thesen mehr oder weniger zusammengefasst. Warum "sowas" nicht an einer Hochschule unterrichten dürfen soll, ist mir jetzt allerdings nicht ganz klar geworden.

Vielleicht findest du ja doch mal die Zeit, dir das in Ruhe anzuschauen. Vielleicht als Alternative zum nächsten Hollywood-Blockbuster ^^
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 16.08.2009, 16:53

Zins war (u.a.) der Auslöser, allerdings nicht als generelles Problem, sondern weil die Zentralbanken die Zinssätze (tlw. wider besseren Wissens) zu lange zu niedrig gehalten haben (USA <1%, Japan 0%). Erst dadurch und durch (protektive) Manipulationen der Staaten (China und Japan kaufen massiv Dollar) kam es zu der Krise. Bei der FAZ gibts eine allgemeinverständliche Zusammenfassung: http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A3 ... ntent.html
Was mich an diesem Senf stört und mE für einen lehrenden Akademiker absolut inakzeptabel macht, sind seine Veröffentlichungen zur Orgonenergie wie das hier
>kq

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Sandman » 16.08.2009, 17:48

H3LL S3RV4NT hat geschrieben:Zins war (u.a.) der Auslöser, allerdings nicht als generelles Problem, sondern weil die Zentralbanken die Zinssätze (tlw. wider besseren Wissens) zu lange zu niedrig gehalten haben (USA <1%, Japan 0%). Erst dadurch und durch (protektive) Manipulationen der Staaten (China und Japan kaufen massiv Dollar) kam es zu der Krise. Bei der FAZ gibts eine allgemeinverständliche Zusammenfassung: http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A3 ... ntent.html
Was mich an diesem Senf stört und mE für einen lehrenden Akademiker absolut inakzeptabel macht, sind seine Veröffentlichungen zur Orgonenergie wie das hier
>kq
Ja, die üblichen Erklärungen kenne ich auch. Aber in dem Vortrag versucht Herr Senf ja grade zu erläutern, warum diese zu kurz greifen und warum es mit dem aktuellen Geld- und Zinssystem zu solchen Krisen kommen MUSS. Das muss ja nicht stimmen, aber man sollte sich das zumindest mal anschauen, bevor man von vornherein sagt, dass das kein generelles Problem ist, nur weil in der FAZ eine scheinbar allgemeinverständliche Zusammenfassung erschienen ist.

Zur Orgonenergie. Ich weiß nicht, was es damit aufsich hat. Mangels Interesse mag ich mir den Text jetzt auch nicht durchlesen, ich denke mal du hast das auch nicht gemacht. Aber grade deswegen will ich mir auch keine Meinung dazu erlauben. Nicht alles, was auf den ersten Blick primitiv und dümmlich wirken mag, muss das auch sein. So hat die westliche Medizin ja lange Jahre die fernöstlichen Methoden wie z.B. die Akkupunktur belächelt.

So oder so, sollte das keine Auswirkungen dahingehend haben, ob er an einer Hochschule lehren darf oder nicht. Er mag ja auf einem anderen Gebiet falsch liegen, kann (ich sage bewusst kann, da ich das ja nicht beurteilen kann) aber auf dem Gebiet, auf dem er lehrt, trotzdem ein absoluter Experte sein.

Hätte sich Einstein nebenbei noch mit irgendeinem vermeintlich dümmlichen "Hokuspokus" beschäftigt, wären seine Erkenntnisse auf dem Gebiet der Naturwissenschaft trotzdem wertvoll gewesen.
Zuletzt geändert von Sandman am 16.08.2009, 17:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Epfi » 16.08.2009, 18:21

Sandman hat geschrieben: So hat die westliche Medizin ja lange Jahre die fernöstlichen Methoden wie z.B. die Akkupunktur belächelt.
Es gibt aber auch nur einen klitzekleinen Unterschied, ob man mit Nadeln in Nervenknoten rumstochert oder sich nackt in ein Klohäuschen aus Spanplatten, Glaswolle und Blech setzt, um dadurch Erdstrahlen aufzusammeln...
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Sandman » 16.08.2009, 18:30

Epfi hat geschrieben:
Sandman hat geschrieben: So hat die westliche Medizin ja lange Jahre die fernöstlichen Methoden wie z.B. die Akkupunktur belächelt.
Es gibt aber auch nur einen klitzekleinen Unterschied, ob man mit Nadeln in Nervenknoten rumstochert oder sich nackt in ein Klohäuschen aus Spanplatten, Glaswolle und Blech setzt, um dadurch Erdstrahlen aufzusammeln...
Aber was zum Teufel hat das denn bitte mit dem Thema des Threads zu tun?

Für manche ist die Vorstellung von Gott mindestens genauso lächerlich. Es soll sogar Leute geben, die meinen, durch ein Gebet Einfluss auf die Wirklichkeit nehmen zu können. Soll man deswegen jedem Wissenschaftler, der mal einen Text zum Thema Gott veröffentlicht hat, nicht erlauben, an einer Uni zu lehren?
Jetzt nur noch als kleine Randbemerkung: Ich hab von dieser Orgontheorie vorher auch noch nix gehört. Aber wenn selbst Einstein sich herablässt, eigene Experimente dazu durchzuführen, kann sie SO absurd nicht sein (http://de.wikipedia.org/wiki/Orgon#Kritik), wenngleich er er im Endeffekt ja nicht zustimmt. Aber dass er sich überhaupt ernsthaft damit auseinandersetzt, zeigt mir, dass es nicht einfach "nur" Schwachsinn sein kann.

Aber jetzt mal bitte zurück zum Thema, hier soll es um die tieferen Ursachen der Weltfinanzkrise gehen.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 16.08.2009, 20:17

Der Grad des Wahnsinns macht den Unterschied. Ein Forscher, der sonntags in die Kirche geht, ist (noch) glaubwürdig. Schreibt er abe Aufsätze über selbst erlebte Engelserscheinungen, blutweinende Madonnen oder sonstige Wunder, sind mMn alle Werke von ihm unglaubwürdig. Und wer nachts auf einem selbstgebastelten Kissen aus Watte und Stahlwolle schläft, kann mich nu wahrlich nicht von Freiwirtschaft überzeugen.
Einstein hatte den Auftrag, einen Orgonakkumulator zu untersuchen und hat es widerlegt. Darin sehe ich nun wahrlich keine Bestätigung. Der TÜV testet ja auch Spritsparmagneten fürs Auto, was allerdings wahrlich kein Argument für diesen Humbug ist.
>kq

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Sandman » 17.08.2009, 00:34

H3LL S3RV4NT hat geschrieben:Der Grad des Wahnsinns macht den Unterschied. Ein Forscher, der sonntags in die Kirche geht, ist (noch) glaubwürdig. Schreibt er abe Aufsätze über selbst erlebte Engelserscheinungen, blutweinende Madonnen oder sonstige Wunder, sind mMn alle Werke von ihm unglaubwürdig. Und wer nachts auf einem selbstgebastelten Kissen aus Watte und Stahlwolle schläft, kann mich nu wahrlich nicht von Freiwirtschaft überzeugen.
Einstein hatte den Auftrag, einen Orgonakkumulator zu untersuchen und hat es widerlegt. Darin sehe ich nun wahrlich keine Bestätigung. Der TÜV testet ja auch Spritsparmagneten fürs Auto, was allerdings wahrlich kein Argument für diesen Humbug ist.
>kq
Aha, wenn jetzt also dieser Forscher behauptet, der Himmel sei blau, wirst du ihm allein deswegen widersprechen, weil er beispielsweise Aufsätze über selbst erlebte Engelserscheinungen schreibt? Und wenn sich herausstellt, dass der Entdecker der Schwerkraft sich ausserdem der Forschung von Vampiren gewidmet hat, so zeigt das eindeutig und unumstößlich dass die Schwerkraft nicht existiert ;)
Das ist meiner Meinung nach auch nicht grade die beste Herangehensweise ;)

Übrigens ist der Unterschied zwischen sonntags in die Kirche gehen und selbst erlebten Engelserscheinungen ein rein subjektiver. DU empfindest sonntags in die Kirche gehen als noch glaubwürdig, weil es halt bei uns mehr oder weniger normal ist. Ein praktizierender Buddhist wird bei dir wahrscheinlich schon schlechter wegkommen. Und bei Engelserscheinungen hört es dann wohl auf. In anderen Gesellschaften wird man das vielleicht genau umgekehrt sehen. So oder so bleibt das eine subjektive Meinung. Da ist mir die wissenschaftliche Herangehensweise, nämlich sich mit seinen Thesen zu beschäftigen, und diese anschließend argumentativ oder experimentell zu stützen oder zu widerlegen, deutlich lieber.

Der Vergleich mit dem TÜV hinkt auch an mehr als einer Stelle. Erstens ist der TÜV eine öffentliche Einrichtung. Er hat unter anderem den Auftrag, die Bevölkerung vor Abzocke zu schützen und testet in diesem Rahmen Spritsparmagneten. Zweitens hat Einstein die Orgontheorie freiwillig als Privatmann untersucht. Hätte es sich dabei NUR um Schwachsinn gehalten, hätte er wohl kaum seine Zeit damit verschwendet und sich sogar noch die Mühe eigener Experimente gemacht. Sonst wäre er wohl zeit seines Lebens zu nichts anderem gekommen als sich mit irgendwelchen abstrusen Theorien zu beschäftigen.

Übrigens wird man auch nicht von jetzt auf gleich Professor, dazu gehört einiges an Arbeit und man muss zumindest gezeigt haben, dass man wissenschaftlich arbeiten kann. Ganz so blöd kann er also nicht sein.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von RadeOn » 17.08.2009, 10:17

Du nimmst das alles ganz schön persönlich Sandmann =)

Auch wenn ich von solchen Orgonakkumulatoren vorher nie etwas gehört habe: A_k_puntur hat sich in Studien für gewisse erkrankungsformen als wirksam erwiesen, genauso haben Studien von den GkVs ergeben, dass "mini-acpunctre" (das oberflächliche Einbringen der Nadeln in die Haut, unabhängig von den ganzen traditionellen Theorien der Akupunktur) genauso wirksam wie die traditionelle Akupunktur ist; damit ist es Teil der evidenz-basierten Medizin.
Aha, wenn jetzt also dieser Forscher behauptet, der Himmel sei blau, wirst du ihm allein deswegen widersprechen, weil er beispielsweise Aufsätze über selbst erlebte Engelserscheinungen schreibt? Und wenn sich herausstellt, dass der Entdecker der Schwerkraft sich ausserdem der Forschung von Vampiren gewidmet hat, so zeigt das eindeutig und unumstößlich dass die Schwerkraft nicht existiert
Hell geht es glaube ich viel mehr um die Glaubwürdigkeit eines Forschers. Was aber interessant wäre: wenn jemand "nachts auf einem selbstgebastelten Kissen aus Watte und Stahlwolle schläft", warum tut er das? Was hat ihn dazu bewegt; jemanden zu verurteilen ohne seine persönliche Geschichte zu kennen (mehrere schwere Erkrankungen (spez. Autoimmunerkrankungen, Krebs oder andere mit idiopathischer Genese), auch im Umfeld? Toxikologen sind in der Hinsicht auch interessant, Angestellte in der Nahrungswirtschaft) fände ich etwas töricht.
Zuletzt geändert von RadeOn am 17.08.2009, 10:19, insgesamt 1-mal geändert.

Sandman
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Sandman » 17.08.2009, 17:58

RadeOn hat geschrieben:Auch wenn ich von solchen Orgonakkumulatoren vorher nie etwas gehört habe: A_k_puntur hat sich in Studien für gewisse erkrankungsformen als wirksam erwiesen, genauso haben Studien von den GkVs ergeben, dass "mini-acpunctre" (das oberflächliche Einbringen der Nadeln in die Haut, unabhängig von den ganzen traditionellen Theorien der Akupunktur) genauso wirksam wie die traditionelle Akupunktur ist; damit ist es Teil der evidenz-basierten Medizin.
Ja, aber das wurde sie erst, als man die Scheuklappen abgelegt hat und sich überhaupt mal damit beschäftigt hat. Aber wie gesagt, ich will hier gar nicht über Orgonakkumulatoren reden, sondern über die tieferen Ursachen der Weltfinanzkrise. =)
RadeOn hat geschrieben:
Aha, wenn jetzt also dieser Forscher behauptet, der Himmel sei blau, wirst du ihm allein deswegen widersprechen, weil er beispielsweise Aufsätze über selbst erlebte Engelserscheinungen schreibt? Und wenn sich herausstellt, dass der Entdecker der Schwerkraft sich ausserdem der Forschung von Vampiren gewidmet hat, so zeigt das eindeutig und unumstößlich dass die Schwerkraft nicht existiert
Hell geht es glaube ich viel mehr um die Glaubwürdigkeit eines Forschers.
Das würde ich ja verstehen, wenn man im Rahmen seiner Theorien zum Geld- und Finanzsystem gezwungen wäre, auf empirische Studien, Statistiken oder Experimente zu vertrauen, die er durchgeführt hat. Dann könnte man an den Ergebnissen zweifeln, weil ein Forscher unglaubwürdig sein mag. Wenn sich die Theorien aber nur auf kausale Zusammenhänge stützen, dann spielt die Glaubwürdigkeit gar keine Rolle, weil man anhand von Herleitungen zeigen kann, warum diese Zusammenhänge richtig oder falsch sind.

Ein Beispiel:

Wenn ich behaupte (a+b)² = a² - 2ab + b², dann ist jeder in der Lage die Richtigkeit (bzw. in diesem Fall Unrichtigkeit) der Aussage anhand von Herleitungen zu überprüfen.
Wenn ich allerdings behaupte, dass meine eigenen Langzeitstudien ergeben haben, dass das übermäßige Verwenden von binomischen Formeln das Krebsrisiko um 50% erhöht hat, dann ist das eine Aussage, die man als Dritter nicht unmittelbar überprüfen kann. Hier wäre man darauf angewiesen, mir zu "glauben" und erst dann spielt mMn die Glaubwürdigkeit eine Rolle.
RadeOn hat geschrieben:Du nimmst das alles ganz schön persönlich Sandmann =)
Nein, ganz und gar nicht. Ich finde es einfach nur albern, zu sagen: Was jemand zu Thema X gesagt hat, finde ich schwachsinnig, also müssen auch seine Thesen zu Thema Y schwachsinnig sein.
Ich sage ja auch nicht, dass das alles stimmt, was er da in dem Vortrag behauptet. Ich fand seine Theorien interessant und auf den ersten Blick logisch. Da ich allerdings kein Wirtschaftsexperte bin, wollte ich andere Meinungen dazu hören, um mir dann eine Meinung zum Thema zu BILDEN. Gerne auch ,warum das alles Schwachsinn ist und so nicht stimmen kann, aber dann bitte mit Begründung.

Ich kann nicht nachvollziehen, was jemanden dazu bringt, sich erstmal mal rauszusuchen, was der Professor sonst noch alles gemacht hat, um dann die Diskussion abzuwürgen, weil er sich als "wahnsinnig" herausgestellt hat. Wem nützt das?
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 17.08.2009, 19:20

Ich studiere selber BWL und daher zwangsweise ja auch große Teile VWL und fasse den Vortrag mal für alle grob zusammen (habe etwa 75% geguckt und Teile zwischendurch übersprungen):

Er ist VWL Professor und erklärt dem Publikum eigentlich die ganze Zeit bekannte VWL-Theorien und versucht dann zu sagen, dass sie so nicht funktionieren. Er erklärt das ganze übrigens recht "aktiv" was ich bei unseren Professoren manchmal vermisse.
Sein Grundproblem ist eigentlich der Zins und das durch den Zins die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden.

Er möchte statt dem Zins lieber eine Umlaufsicherungsgebühr einführen, hier gibt es einen Wikipediaartikel dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Umlaufgesichertes_Geld
und hier noch einen Artikel zu einem Beispiel was er auch nennt, wodurch es vielleicht anschaulicher wird: http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%B6rgl ... experiment


Meine Anmerkung dazu: Ich glaube nicht, dass so ein System einführbar ist und zwar nicht wegen den Reichen die dadurch ärmer werden würden, sondern wegen den "Armen" die für ihr Geld Sparzinsen bekommen wollen und nicht Geld zahlen wollen, damit es noch was wert ist, weil die eben nicht verstehen werden, dass sie bei diesem System die Gewinner wären.
Zuletzt geändert von KoreaEnte am 17.08.2009, 19:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 28.08.2009, 09:57

Sehr interessanter Vortrag, danke für den Link Sandman. Sowas in der Art habe ich schon länger gesucht.

Gibt ja Unmengen an Videos auf Youtube die das ebenfalls thematisieren, allerdings viel plakativer und damit "unseriöser". Was der Hr. Senf da von sich gibt, ist m.E. absolut nachvollziehbar.
Was er vor allem immer wieder betont (und das find ich gut so), dass man eben NICHT das gegebene einfach als richtig hinnehmen muss (Keynes, Neo-Liberalismus, die Richtigkeit des Zins usw.), sondern zumindest mal Kritik zulassen muss. Und dies wird ja unterbunden wo es nur geht. Die Kritik am Markt war ja jahrelang quasi verboten. Der Markt regelt sich von selbst... blablabla. Mittlerweile mehren sich jedoch die Meinungen, sogar aus dem Markt selbst, dass dies eben nicht funktionieren kann.

Ich bin der ganzen These (sehr) offen gegenüber. Und solange niemand beweisen kann, dass diese These Humbuk ist, weis ich nicht wieso man dem Mann nicht zuhören sollte. Was ich übrigens auch gut finde, dass er die ganzen mathematischen Modelle um einen gewissen menschlichen Faktor ergänzt. Denn nicht die Mathematik alleine regelt den Markt, letztlich sind es die Menschen selbst und Ihr Verhalten. Und dieses Verhalten kann man logischerweise nicht in eine Zahl packen! Das reine Vertrauen in theoretische Modelle ist quasi fahrlässig!


Fakt ist für mich:

Das System hat definitiv ein Problem!

Hr. Senf versucht nicht die Symptome zu behandeln, sondern die tatsächliche tiefere Ursache (obs die richtige Ursache ist, darüber kann man natürlich diskutieren, aber
immerhin versucht er über den Tellerrand zu blicken und nicht nur die Brandherde zu löschen. Wieso kommt es immer wieder zu den Bränden?)

Was die Politik heutzutage zu Tage bringt, ist nur kurzfristig, bestenfalls mittelfristig eine Lösung.

Dass der Markt (Turbo-Kapitalismus) sich immer mehr und mehr um das Geld als solches sorgt, und nicht um die Produktion und den Konsum, ist doch mehr als klar?? Wachstum über alles! Aber wieso muss das denn überhaupt so sein? Anscheinend sind 1,2 Jahre ohne Wachstum schon so problematisch, dass hunderte von Milliarden Euro in den Markt gepumpt werden müssen..... Darauf hat Hr. Senf zumindest eine Theorie als Erklärung.

Die Umverteilung von unten nach oben (wer bitte stellt dies denn überhaupt noch in Frage) MUSS gestoppt werden.



Und nein, ich bin keine linke Zecke wie es mir schon mal mehr oder weniger vorgeworfen wurde. Nur weil man sich für Thesen interessiert, die nicht aus der "bürgerlichen Mitte" kommen, lasse ich mich nicht als Rechter oder Linker abstempeln. Mir geht es sogar gut. Job, Auto, gutes Gehalt usw.... ich bin also nicht aus persönlichen Gründen Getriebener. Aber wenn man einfach mal ab und zu einen Blick nach links und rechts wirft, und nicht nur blindlings einer Sache/einer These hinterherrennt, dann sollte das doch wohl möglich sein? Und das ist das Problem. Querdenker, gerade in der Wirtschaft, werden nicht geduldet.

Wie Sandman auch, behaupte ich ja nicht dass das alles richtig ist was der Herr Senf da von sich gibt. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat der Herr Senf ebenfalls ein paar Lücken/Fehler in seiner These. Wenn ja, bitte ich diese aber zu belegen und nicht nur als Humbuk abzustempeln. Das ist mir viel zu einfach!
Ausserdem sehe ich seine These auch einfach als Gegenpol an. Wohlmöglich sind beide Pole zu extrem um als solche zu existieren. Aber es stellt eben ein Gegengewicht dar. Und wie er selbst sagt: ALLES MUSS IM GLEICHGEWICHT SEIN. Und dazu trägt er meiner Meinung nach bei!
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 28.08.2009, 11:24

übrigens:

http://www.letsmakemoney.at/derfilm/dasthema.html

Kratzt das Thema zwar nur an der Oberfläche, aber der Film ist sehenswert. Wachstum um jeden Preis, ob sinnvoll oder nicht, ob moralisch oder verwerflich. Wie Sandman schon sagte, vielleicht mal ein Kontrastprogramm zum aktuellen Hollywood-Blockbuster ..
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 01.09.2009, 01:19

Weiterer Tipp, diesmal jedoch in Buchform:

http://mittelfranken.business-on.de/cra ... d2363.html

Etwas provokant und teilweise spekulativ (wird aber jeweils drauf hingewiesen), aber einige Fakten sind tatsächlich unglaublich (zumindest mal für mich).
Zuletzt geändert von BanDit am 01.09.2009, 01:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Sandman » 17.09.2009, 07:45

Wow, hier machen sich ja doch Leute die Mühe, sich auch mal mit dem Inhalt auseinanderzusetzen, bevor man ihn kritisiert ;)
Habe leider im Moment nicht so viel Zeit mich damit auseinanderzusetzen, aber wenn ich Zeit hab schau ich mir die Sachen auch mal an, die du gepostet hast, bandit.

Wenn ich die Zeit finde, versuche ich mich vielleicht mal ein einer groben Zusammenfassung, für diejenigen, denen 2 Stunden Film zu viel sind. Ist ja auch verständlich, wenn man sich persönlich nicht näher für das Thema interessiert.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Soulprayer » 17.09.2009, 07:52

Sandman hat geschrieben:Wenn ich die Zeit finde, versuche ich mich vielleicht mal ein einer groben Zusammenfassung, für diejenigen, denen 2 Stunden Film zu viel sind.
Das wär toll! :-)
Sandman hat geschrieben:Ist ja auch verständlich, wenn man sich persönlich nicht näher für das Thema interessiert.
Oder einfach nicht die Zeit findet, weil man ständig auf Achse ist (bzw. es auf der Arbeit nicht darf^^)
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 17.09.2009, 08:26

@Soul habe oben den Beitrag doch schon grob zusammen gefasst ;)

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Soulprayer » 17.09.2009, 08:42

Oops, schon länger nicht reingeschaut ^^;;
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Sandman » 18.09.2009, 17:41

KoreaEnte hat geschrieben:@Soul habe oben den Beitrag doch schon grob zusammen gefasst ;)
ich dachte dann doch an eine etwas ausführlichere zusammenfassung, die eventuell auch als diskussionsgrundlage dienen kann. aber wie gesagt, ich weiß nicht wann ich dazu komme :)
Zuletzt geändert von Sandman am 19.09.2009, 16:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 18.09.2009, 18:19

Ich würde das begrüssen, da ich keine Zeit habe, mir nen 2h Video reinzuziehen. Marktanalyse samt Businessplan für einen Mandanten nimmt mehr Zeit als erwartet in Anspruch ;-)
>kq

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 29.10.2009, 17:23

http://www.mdr.de/mdr-figaro/journal/6147203.html

trifft in etwa dass, was herr senf da im vortrag behandelt, allerdings auf das minimum beschränkt. so als einstieg vielleicht ganz interessant. habe mir übrigens das buch von herrn senf bestellt "der nebel um das geld". werde ich mir mal in ein paar genüsslichen stunden reinziehen und euch dann mal meine meinung darüber sagen.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 30.10.2009, 01:43

Jetzt erklären einem schon die Architekten, warum die Wirtschaft nicht funktioniert. Schuster bleib bei deinen Leisten, kann ich da nur sagen.
Und gehe ich recht davon aus, dass die mit "Fremd-/Eigenkapital" den Zinsaufwand und sogar den Gewinn meint? Die will also nicht nur wie die anderen Freiwirtschaftler Zinsen abschaffen, jetzt sollen auch die Firmengewinne weg? Praxisferner geht es gar nicht mehr.
>kq

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 30.10.2009, 02:54

Über die Lösungsansätze an sich kann man sich ja durchaus streiten, die Probleme des Zinses (auch wenn damit an sich was gutes erreicht werden soll) sind m.E. vollkommen nachvollziehbar. Wo du jetzt allerdings herausliest, dass Gewinne abgeschafft werden sollen sehe ich erhlich gesagt nicht. Sie sagt ja nur, dass auch Fremdkapital (inkl. eben der Zinsen) in die Berechnung der Preise mit einfliessen. Dass dadurch dann der Gewinn bzw. der zu erzielende Preis gesteigert werden muss ist ja irgendwo logisch, oder nicht?

Statt die Gedanken dieser Kritiker nur zu belächeln, könntest Du ja mal auf die Punkte eingehen die kritisiert werden:

1. exponentielles Wachstum des Geldes gegenüber dem verhaltenem Wachstum der Realwirtschaft und Produktion und BIP. Wohin geht denn das zusätzliche Geld? Siehe Punkt 3. und Punkt 5.

Bild

2. Die Umlaufsicherung (die ja auch mit dem Zins angestrebt wird) hat neben der Umlaufsicherung als solches gravierende Seiteneffekte. Wieso nicht eine andere Umlaufsicherung mit weniger Seiteneffekten einführen?


3. Umverteilung von unten nach oben. Siehe auch letzter "Wirtschaftsaufschwung". Sogar das DIW belegt, dass die oberen 10% massig vom Wachstum profitiert haben, die restlichen 90% gar nicht. Das Wachstum kommt nicht rein zufällig aus der Tatsache aus Punkt 1?? Zitat von Angie "Der Aufschwung ist für alle da"

http://www.youtube.com/watch?v=e8cyVVlhNwE

http://www1.bpb.de/themen/YARBIR,0,0,Un ... ilung.html

4. Dollar als Welt- /Leitwährung. Und dabei besonders die Tatsache, dass die FED quasi den Amerikanischen Banken gehört. Wieso also nicht gleich den Bock zum Gärtner machen, wenn Du schon beim Beispiel vom "Schuster bleib bei Deinen Leisten" bist.

5. Das Aufblähen von Spekuluationsblasen durch das viele überschüssige Geld und damit eben weitere Krisen als Nachwirkung.


Es gibt übrigens auch eine mögliche Welt ohne Zinsen und auch OHNE Freigeld. Und diese Welt ist erstaunlich gut durch die letzte Krise gekommen. Wieso nicht mal über den Tellerrand schauen?

Ich finds traurig wenn man die sogenannte Schulwissenschaft als einzige Wahrheit akzeptiert und nicht mal querdenken kann oder will. Schau Dir doch einfach mal den Beitrag von oben an. Tut nicht weh :) Wirst auch nicht verhext oder sowas, ist auch keine Teufelsanbetung. Ich selbst habe mit meinen bescheidenen Schul-/Studiums-/BWL und WVL-Kenntnissen jedenfalls keinen ersichtlichen Fehler in seiner Herleitung gefunden. Vielleicht findest Du ja gedankliche Fehler. Das würde m.E. mehr bringen, als immer nur zu sagen: Freigeldgeschwätz etc. Der Mann verherrlicht in dem Vortrag nichts, aber er spricht ganz klare Probleme des heutigen Systms an. Vielleicht findest Du ja mal die Zeit dich mit seinen Thesen auseinanderzusetzen und wenn Du mir seine Gedankengänge widerlegen kannst können wir ja offen und sachlich drüber diskutieren. Aber nur wenns Dich wirklich interessiert.
Zuletzt geändert von BanDit am 30.10.2009, 03:25, insgesamt 8-mal geändert.
Oh man, ich hab STeVie die Sig geklaut!

H3LL S3RV4NT
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 30.10.2009, 04:07

Die Verzinsung des Eigenkapitals ist bei einer Kapitalgesellschaft die Ausschüttung, also der Gewinn oder zumindest ein Teil davon. Zudem zweifel ich die erwähnte Höhe des Zinsanteils an. Ich habe berufsbedingt Einblick in die Bilanzen vieler verschiedener Firmen, die Werte sind absoluter Nonsens. Bei dem Wert für Mieten braucht man bloss den gesunden Menschenverstand und etwas Logik (Faustformel für den Kaufpreis ist Jahresmiete x 11, bei vollständiger Fremdfinanzierung zu 7% ergibt das zwar für den Laien einen Finanzierungsaufwand von den erwähnten 77%, aber auf Grund der Tilgung ist im Durchschnitt nur die Hälfte fremdfinanziert, somit sind es selbst bei der klassisch fremdfinanzierten Vermietung gerade mal 37,5%).
Zu 3. Die oberen 10% sind klassischerweise stärker an Kapitalgesellschaften beteiligt oder haben selber welche. Das diese dann stärker von einem Aufschwung profitieren als kleine Arbeitnehmer ist zu erwarten und nicht zinsbedingt. Und dass diese Personen auch stärker am Abschwung partizipieren, sollte auch nicht unerwähnt bleiben, siehe als aktuelle Beispiele Schickedanz oder Merckle.
Zu 4. Der Dollar ist doch quasi schon vom Euro abgelöst worden. Die Fed baut Mist und sie ist nicht unabhängig wie deren europäisches Pendant. Aber auch das hat nix mit dem Zinssystem zu tun. Um den Fehler zu korrigieren muss man den Zins nicht abschaffen.
Zu 5. Du kaufst ein Mitsprache- und Dividendenrecht, dein Geld kommt dann logischerweise nicht nochmal bei der Firma an, sondern beim Verkäufer, der sich vielleicht davon was kaufen möchte. Ist jetzt auch noch der private Weiterverkauf freiwirtschaftlich bedenklich? Demnach wären aber VC/Hedgefonds besser als normale Investmentfonds, da das Geld bei den Firmen ankommt? Wenn ich mir ein gebrauchtes Haus kaufe, kommt von dem Geld ja auch nix in der Wirtschaft an - auch böse?
Ein System, was gerade mal in einer Krise in einem Kaff mit weniger als 5000 Einwohner auf freiwilliger Basis funktioniert hat, soll in der ganzen Welt funktionieren?
>kq

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