Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 30.10.2009, 14:01

"gerade mal 37,5 %" immer noch ne ganze Menge wie ich finde. lass nur 5% zinsanteile in jedem produkt vesteckt sein. für den normale-bürger der im schnitt vielleicht 2-3% auf sein bescheidenes vermögen kassiert ist die kluft quasi nie aufzuholen. besonders bei denen die ohnehin ihr ganzes einkommen in den kosnum stecken und gar nix sparen können. unfair ist das schon, wenn sowas wie gerechtigkeit und fairness überhaupt noch ne rolle spielen sollten in unserer gesellschaft?!

zu 3. dass die ersten 10% klassischerweise mehr beteiligungen haben ist jetzt aber nicht deine begründung, oder doch? sie haben mehr beteiligungen WEIL sie eben zu den 10% gehören. und dass es so fälle gibt wie schikedanz und merckle festigt die aussage, dass sich das vermögen immer mehr und mehr auf relativ gesehen immer wenigere verteilt, denn dass was schikedanz und merckle verloren haben, findet sich bei anderen auf der haben-seite. und dies ist mit sicherheit NICHT die unter oder mittelschicht! siehe wachstum des anteiligen vermögens der 10% über die letzten jahre und jahrzehnte. arm und reicht entfernen sich immer mehr und mehr. ist halt die frage ob das gesamtwirtschaftlich sinnvoll ist. was meinst du dazu? wenn das so weitergeht, gehört in einigen jahren dem obersten 10% nicht nur 60% des vermögens, wie es jetzt schon ist, sondern vielleicht 70% oder noch mehr?? kann das sinnvoll sein? jetzt mal ganz ehrlich? falls du dies auch nicht als sinnvoll ansehen solltest ist es doch berechtigt sich darüber gedanken zu machen. dies fängt bei der problemanalyse an.

zu 4: dass der dolar vom euro abgelöst wurde sehe ich nicht so. es gibt zwar tendenzen, aber der dollar ist immer noch die leitwährung. ich hoffe jedoch dass es sich bald ändert. die problematik an sicht hat zwar nicht direkt was mit den zinsen zu tun, aber dadurch, dass der dollar die leitwährung ist und die zinspolitik der FED sehr interessengesteuert ist, wirkt sich dies doch wieder problematisch aus.

zu 5: hier ist nix böses dran wenn man sich beteiligt oder was kauft. ich will eher auf folgendes hinaus: durch den immensen wachstum des umlaufenden geldes und der eher stagnierenden wirtschaft, müsste ja gem. aller klassischen wirtschaftslehren eine starke inflation eintreten. diese scheint sich aber in grenzen zu halten. wieso? meines erachtens ganz klar: das viele zustäzliche geld verkommt zum gut und wird an die finanzmärkte gebracht um es "gewinnbringend" anzulegen. woher aber dieser gewinn kommen soll entzieht sich meiner vorstellungskraft. doch nur durch noch weiteres geld was wiederum in die finanzmärkte getragen wird. wie beim poker wenn jeder a la monopoly jede runde extra geld bekommt. ist doch klar dass die einstätze immer größer werden, die teils realisierten gewinne ins unermässliche wachsen und die teils realisierten verluste ebenso ins bodenlose stürzen. ist doch ganz logisch, oder nicht?
letztlich kann man sogar "froh" sein, dass das ganze geld nicht unten ankommt, denn dann würde wahrscheinlich die inflation abgehen wie schmitz katze. und wie gesagt: es gibt ne welt neben unserer sogenannten liberalen wirtschaftsordnung. ne welt auch OHNE Freigeld. Schiess doch dich nicht so auf das Freigeld ein. akzeptier doch erstmal die probleme der jetzigen ordnung.
Zuletzt geändert von BanDit am 30.10.2009, 14:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 30.10.2009, 14:16

es gibt ne welt neben unserer sogenannten liberalen wirtschaftsordnung. ne welt auch OHNE Freigeld. Schiess doch dich nicht so auf das Freigeld ein. akzeptier doch erstmal die probleme der jetzigen ordnung.
und wie sieht die neue Ordnung aus? Ich finde ja das jetzige System am effektivsten und auch fairsten, aber lasse mich gerne von einem noch besseren System überzeugen.
Zuletzt geändert von KoreaEnte am 30.10.2009, 14:16, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 30.10.2009, 14:26

du findest das System am effektivsten und fairsten? Effektiv in welcher Hinsicht? geld zu vermehre? da stimme ich dir zu. aber ist das zielführend?
und Fair? für wen? ;) bitte begründen.

ich meine übrigens einen teil der islamischen finanzwelt. diese banken beteiligen sich nicht an spekulationen und nehmen auch keinen zins für kredite. ausserdem müssen kredite immer am ende in sach/dienstleistungen fliessen. die von diesen banken verwalteten vermögen und kunden sind übrigens wie sie selbst sehr gut durch die krise gekommen. und trotzdem wachsen sie und erzielen gewinne. es geht also auch ohne zins und auch ohne freigeld. ob das islamische finanzsystem nun die lösung für die ganze welt sein soll darf ruhig bezweifelt werden. aber anscheinend gibt es auch andere system die trotzdem funktionieren. wieso also nicht mal nach links und rechts schauen?
Zuletzt geändert von BanDit am 30.10.2009, 14:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 30.10.2009, 14:40

Die Banken vergeben Geld ohne Zinsen dafür zu nehmen? Das sind aber keine Privatbanken, oder? Warum sollten die das sonst machen, was haben die selber davon?

Effektiv und fair beziehe ich vor allem auf einen Vergleich mit anderen mir bekannten Systemen.

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 30.10.2009, 14:46

sie beteiligen sich z.b. am späteren gewinn der investition (beispielsweise bei firmenkrediten). wieso nicht als risiko-ausgleich am gewinn des tatsächlich erwirtschafteten teilhaben statt zinsen als risiko-ausgleich zu nehmen? denn die kredite werden wie bereits gesagt nur für tatsächliche investitionen vergeben. da steht also immer auch etwas dem geld gegenüber.

bei privat-krediten ist es wohl so, dass sie eine gebühr auf kredite vergeben (keine zinsen!). allerdings verstehe ich das an der stelle nicht so ganz. man könnte zinsen ja auch einfach nur als gebühr umdeklarieren. müsste ja dann aufs gleiche kommen. dies hab ich noch nicht ganz durchblickt. aber es geht wohl darum, dass da keine exponential-funktion durch den zinses-zins entsteht, sondern eine linear-funktion. muss mich da aber noch etwas mehr einlesen.

welche andere systeme meinst du speziell?
Zuletzt geändert von BanDit am 30.10.2009, 14:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 30.10.2009, 14:55

BanDit hat geschrieben:sie beteiligen sich z.b. am späteren gewinn der investition (beispielsweise bei firmenkrediten). wieso nicht als risiko-ausgleich am gewinn des tatsächlich erwirtschafteten teilhaben statt zinsen als risiko-ausgleich zu nehmen?

bei privat-krediten ist es wohl so, dass sie eine gebühr auf kredite vergeben (keine zinsen!). allerdings verstehe ich das an der stelle nicht so ganz. man könnte zinsen ja auch einfach nur als gebühr umdeklarieren. müsste ja dann aufs gleiche kommen. dies hab ich noch nicht ganz durchblickt. aber es geht wohl darum, dass da keine exponential-funktion durch den zinses-zins entsteht, sondern eine linear-funktion. muss mich da aber noch etwas mehr einlesen.
Wegen mir könnten Banken sich auch an den Unternehmen beteiligen und so ihr Geld verzinst bekommen, statt direkt Zinsen zu bekommen, würde nicht gegen meine Idealvorstellung von einem Wirtschaftssystem sprechen.
Aber soetwas würden die Banken wahrscheinlich eher nicht wollen, da sich mit fest vereinbarten Zinsen besser planen lässt. Unternehmen würden das in den meisten Fällen (kleine und mittlere Unternehmen) bestimmt auch nicht so toll finden, denn gerade die befinden sich meistens zu 100% im Privatbesitz und die wollen auf keinen Fall, das noch jemand anderes an ihrem Unternehmen beteiligt ist, auch keine Bank oder vielleicht sogar gerade keine Bank.

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Epfi » 30.10.2009, 15:06

KoreaEnte hat geschrieben:Wegen mir könnten Banken sich auch an den Unternehmen beteiligen und so ihr Geld verzinst bekommen, statt direkt Zinsen zu bekommen, würde nicht gegen meine Idealvorstellung von einem Wirtschaftssystem sprechen.
Sowas nennt sich Aktiengesellschaft - wird glaubich öfter gemacht. Auch, dass Banken sich dort einkaufen.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 30.10.2009, 15:10

Bei wem finden sich denn bitte die Verluste des Aktiendepots von Schickedanz und Merckle als Gewinn? Die haben in der Zeit nix verkauft, deren Depotwert ist einfach gesunken.
Was mir jetzt so in den Kopf kommt - wie spart man denn in einem freiwirtschaftlichen System das Geld für grössere Anschaffungen wie bspw. ein Auto oder ein Haus? Das Geld wird ja täglich weniger wert, statt zu sparen steckt man irgendwann alles in die Abzinsung.
Islamisches System - na toll, nennen wir den Zins einfach anders und schon ist alles kosher? Zinsen sind im Endeffekt auch nix anderes als eine Gewinnbeteiligung. Fällt der Kredit aus, weil das Investment scheitert, bekommt weder eine Bank aus dem Abend- noch Morgenland ihr Geld zurück. Ist das Investment erfolgreich, zahlt man im Abendland Zinsen und Tilgung, ebenso wie im Morgenland (das ein derartiges System hier funktionieren würde, muss ernsthaft angezweifelt werden, das alles ist kaum mit dem hiesigen Steuer- und Rechtssystem vereinbar). Zumal die Risikopositionen für die Banken dann noch unüberschaubarer sind, der Anreiz für Manipulationen noch grösser. Sowas alles mag im kleinen Rahmen funktionieren, aber nicht in der globalen Wirtschaft.
Die Bank als stiller Teilhaber geht auch anders als bei einer AG. Das will aber meist weder die Bank noch der Kunde...
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 30.10.2009, 15:16

Epfi hat geschrieben:
KoreaEnte hat geschrieben:Wegen mir könnten Banken sich auch an den Unternehmen beteiligen und so ihr Geld verzinst bekommen, statt direkt Zinsen zu bekommen, würde nicht gegen meine Idealvorstellung von einem Wirtschaftssystem sprechen.
Sowas nennt sich Aktiengesellschaft - wird glaubich öfter gemacht. Auch, dass Banken sich dort einkaufen.
Auch an anderen Rechtsformen kann man sich beteiligen ;)

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 30.10.2009, 15:58

@Hell: nochmal, schiess dich doch nicht aufs Freigeld-System ein. Ich bin da selbst kritisch gegenüber eingestellt und versuche daher andere Ideen aufzugreifen.

Ob man nun Zinsen oder Gebühren erhebt kann schon ein deutlicher Unterschied sein. Zinsen unterliegen naturgemäß einer exponential-Funktion und genau das ist ja das kritische an dem System. So ein Wachstum ist unnatürich und bricht irgendwann über seine Grenzen hinaus. Eine mögliche einheitliche Gebühr, die nicht dem ZinsesZins-Effekt unterliegt eben nicht. Bezogen auf das Geldwachstum ist das schon ein sehr großer Unterschied. Stimmst Du mir da zu?

Dass so ein islamisches System hierzulande nicht 1:1 eingeführt werden kann ist mir klar, zumindest nicht von heute auf morgen. Ich wage sogar zu behaupten dass die größte Hürde darin besteht, dass es ein islamisches System ist. Die Angst davor ist wohl größer als der mögliche Nutzen. Trotzdem ist es in dieser Diskussion interessant, da man Alternativen aufgreift und sieht dass es auch anders geht. Du setzt es zwar letztlich mit unserem System gleich (nur andere Begrifflichkeiten), die Auswirkungen sind jedoch ganz andere. Wäre interessant zu wissen wie es sich in einem gesamtwirtschaftlichem Modell verhält und wieso es anscheinend stabiler und gesünder ist. Übrigens, in England gibt es schon einige dieser Banken-Modelle. Also gar nicht so weit entfernt von uns.

Und ich persönlich finde ein ethische Bank (keine Spekulationen,keine Zinsen,keine Unterstützung von Firmen die KinderArbeit ausnutzt) nicht nur ökonomisch charmant, sondern auch soziologisch. Dass die Banken das tun wofür Sie eigentlich gedacht sind, und zwar die Versorgung der Real-Wirtschaft mit Geld und Krediten, ist doch zielführend, stimmst Du mir da zu? Denn genau davon löst sich doch die heutige Bankenwelt immer mehr und mehr.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 30.10.2009, 16:44

BanDit hat geschrieben: Und ich persönlich finde ein ethische Bank (keine Spekulationen,keine Zinsen,keine Unterstützung von Firmen die KinderArbeit ausnutzt) nicht nur ökonomisch charmant, sondern auch soziologisch. Dass die Banken das tun wofür Sie eigentlich gedacht sind, und zwar die Versorgung der Real-Wirtschaft mit Geld und Krediten, ist doch zielführend, stimmst Du mir da zu? Denn genau davon löst sich doch die heutige Bankenwelt immer mehr und mehr.
Den Part könnten eigentlich die Landesbanken übernehmen, von denen es ja noch mehr als genug in Deutschland gibt, mit Zinsen, aber ohne "Spekulationen" und Unterstützung von "bösen" Firmen. Aber ich meine auch in Deutschland gibt es schon "ethische Banken" habe da mal einen Bericht drüber gelesen, die machen zwar weniger Gewinne, scheinen aber auch nicht so krisenanfällig zu sein. Solange man nicht alle Banken dazu zwingt, wird keiner was dagegen haben, wenn sich solche Banken auch in Deutschland vermehrt gründen oder ihr Geschäft ausbauen.

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 30.10.2009, 16:54

da fällt mir dieser Artikel ein:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/p ... ismus.html

Nicht unbedingt passend zur Zinsthematik, aber passend zum Kerngeschäft einer Bank.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 30.10.2009, 17:06

BanDit hat geschrieben:da fällt mir dieser Artikel ein:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/p ... ismus.html

Nicht unbedingt passend zur Zinsthematik, aber passend zum Kerngeschäft einer Bank.
Ja so ähnlich stelle ich mir "meine" Traumlandesbank hier auch vor, die sollen sich entweder nur regional auf ihre Bundesländer konzentrieren oder privatisiert werden, aber nicht als Landesbank versuchen im großen internationalen Geschäft mitzumischen.

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 30.10.2009, 18:11

Bei Darlehen gibt es keinen Zinseszinseffekt, da mindestens der Zinsanteil gezahlt wird, im Regelfall Zinsanteil und Tilgung.
Ich persönlich sehe jetzt keinen Vorteil im islamischen System, das grösstenteils darauf beruht, durch Kniffe den Begriff Zinsen zu umgehen. Zumal sowas Mezzanine-ähnliches in Holdingstrukturen so richtig schön unübersichtlich wird und noch mehr zu Gestaltungsmissbrauch einlädt. Um normale und manipulierte Ausfälle auszugleichen muss der angeforderte Gewinnanteil höher ausfallen, was wieder noch mehr Anreiz zu Manipulationen bringt.
Landesbanken? Ihr meint die Landesbanken, die hier in D als erstes ausgefallen sind, die so richtig in die Sch**sse gefasst haben mit ihren Investments? Die sind natürlich prädestiniert für ethisches Investment :)
Dann doch lieber www.ethikbank.de, gibt sogar 2,5% aufs Tagesgeld ;-)
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 01.11.2009, 15:39

Grundsätzlich begrüse ich solche ideen.
Man muss sich halt einfach drüber im klaren sein, ob man risikoreiches Wachstum haben möchte, oder stetiges, aber dafür weniger risikoreiches. Derzeit tendiert ja alles zu ersterem.

Was würdest Du denn vorschlagen um den genannten Nachteilen des heutigen Systems entgegenzuwirken? Es gibt ja 2 Möglichkeiten, man schafft die grundsätzlich vorhandene Ungerechtigkeit ab, oder man sorgt für Ausgleich. Gibts noch was dazwischen?
Zuletzt geändert von BanDit am 01.11.2009, 15:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 01.11.2009, 16:41

Ich dreh den Spieß mal provokanterweise um - muss es überhaupt ein Ziel sein, den Reichtum umzuverteilen? Ungleichverteilungen gibt es überall in der Natur und in der Gesellschaft. Einer ist schöner, ein anderer geschickter, ein dritter schlauer, bei den Tieren gibt es starke und schwache, schlaue Tiere, dumme Tiere. Worin siehst du den Vorteil, wenn alle das gleiche haben? Meines Erachtens ist das eher ein Ausfluß des typisch deutschen Neidprinzips, keiner gönnt dem anderen was.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Apo » 01.11.2009, 17:59

H3LL S3RV4NT hat geschrieben:Worin siehst du den Vorteil, wenn alle das gleiche haben? Meines Erachtens ist das eher ein Ausfluß des typisch deutschen Neidprinzips, keiner gönnt dem anderen was.
Ich wäre nicht dafür, dass alle das Gleiche haben. Allerdings beginnt für mich irgendwo die Maßlosigkeit. Drauf geschissen, ob es einige Millionen sind aber bei hohen neunstelligen oder gar zehn- oder elfstelligen Vermögensbeträgen fängt man doch langsam an sich an den Kopf zu fassen, wenn anderswo Menschen, die ihr ganzes Leben über gearbeitet haben, selbst noch im Rentneralter schuften müssen, weil sie sonst nicht über die Runden kommen. Und das sind nur deutsche Schicksale. Man muss nur über Ländergrenzen hinwegsehen, um noch viel größeres Elend zu finden. Mir ist klar, dass es zu großen Teilen dem Elend anderer zu verdanken ist, dass es "uns" so gut geht. Nur sind es halt einige wenige, die immer dick abkassieren.
"Die Mütter der Dummen sind immer schwanger." (Quelle: unbekannt)

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 01.11.2009, 18:20

@Apo aber solche Leute machen auch nichts anderes als arbeiten. Topmanager von einem großen Konzern wird man in der Regel nur, weil man schon vorher nicht viel anderes gemacht hat als arbeiten (wahrscheinlich muss man auch noch gute Kontakte zu den richtigen Leuten haben).
Die Gier von Menschen nach Macht oder Geld sollte man auf keinen Fall versuchen abzuschaffen, man kann höchstens versuchen die Gier so zu lenken, dass sie den meisten Nutzen für die restliche Gesellschaft bringt, alles andere wird keinen Erfolg bringen, ich bin auch davon überzeugt, dass nur die "Gier" der Menschen uns den Wohlstand gebracht hat, den wir aktuell haben.
Wenn sie in Deutschland wohnen und arbeiten, haben sie zudem nicht wenig Steuer gezahlt, wenn sie solche großen Vermögensbeträge angesammelt haben.
Denkst du aus "Anstand" müssten so reiche Leute ihr Geld anderen abgeben? (machen übrigens sogar viele, siehe Bill Gates und Warren Buffet)

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 01.11.2009, 18:26

Wobei die aktuelle Rentnergeneration noch die ist, die auch was rausbekommt. Möchte nicht wissen, was ich rausbekommen würde. Allerdings hoffe ich für mich, dass ich dem entfleuchen kann (Steuerberaterversorgungswerk oder Gesellschafter-Geschäftsführer).
Und es wird in jedem System ein paar geben, die durchs Raster fallen, entscheidend ist aber der Durchschnitt. Abgesehen davon sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es in vielen Ländern kein derartiges soziales System gibt, da sind die 20 Kinder Altersvorsorge oder die verrecken an einfachsten Krankheiten. Man muss sich halt irgendwo entscheiden - alles erhöhen geht einfach nicht, Krankheitskosten, Löhne, Renten und dabei am besten gleich noch in diesem Zuge die Steuern senken. Das geht nicht, auch wenn es die Linke am liebsten versuchen würde.
Beim Rentensystem sollte langfristig auf ein Kapitaldeckungssystem gewechselt werden, jeder bekommt das, was er eingezahlt hat. Damit müssen nicht immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentner finanzieren. In diesem Zusammenhang muss man auch das Gesundheitssystem überdenken - wo kann man Kosten senken (Pharmafirmen), welche medizinischen Eingriffe auf Kosten der Allgemeinheit kann man noch verantworten. Und ja, ich weiss, das ist schon wieder provokativ und nein, das soll keine Keulung kranker Rentner heissen.
Nochmal zu den Reichen: Schickedanz hat über Arcandor knapp 90.000 Menschen Arbeit gegeben, Merckle 70.000 Menschen, dazu dann noch Arbeitsplätze bei vor- und nachgelagerten Stellen. Die haben (sicherlich auch mit Steuergestaltung und -optimierung) Steuern gezahlt. Warum also denen die Milliarden, die insbesondere bei Schickedanz sich deutlich reduziert haben, wegnehmen wollen?
>kq

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von stanglwirt » 01.11.2009, 20:28

H3LL S3RV4NT hat geschrieben: Beim Rentensystem sollte langfristig auf ein Kapitaldeckungssystem gewechselt werden, jeder bekommt das, was er eingezahlt hat. Damit müssen nicht immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentner finanzieren.
das ist doch schon im vollen gange. wieso sonst werden die leute in riester & co getrieben?
nur eine generation muss bluten indem sie ständig eingezahlt hat und nix rausbekommt - diese entwicklung ist aber unausweichlich. wird nicht lange dauern, da gibt es eine merkel-rente, weil selbst riester+gesetzliche nicht mehr ausreichen wird.
von daher: nix wie raus aus der gesetzl. rentenversicherung.
MfG
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Seelenkrank » 01.11.2009, 20:37

von was will man den die ganzen zusatzversicherungen denn noch bezahlen?
bleibt "normalen" leuten noch was über um mal eben schnell noch n riestervertrag für 100€ oder mehr abzuschliessen?
Zuletzt geändert von Seelenkrank am 01.11.2009, 20:37, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 01.11.2009, 20:56

Seelenkrank hat geschrieben:von was will man den die ganzen zusatzversicherungen denn noch bezahlen?
bleibt "normalen" leuten noch was über um mal eben schnell noch n riestervertrag für 100€ oder mehr abzuschliessen?
Man kann aber auch die Rentenbeiträge für die "jungen" Leute nicht noch weiter erhöhen, daher gibt es nur die Alternative, entweder kleine Rente oder vorher selber Vorsorgen. "Fair" finde ich das System auch nicht, aber so schnell ändern kann man es ja leider auch nicht.

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 01.11.2009, 21:00

@stanglwirt: Riester ist ja zusätzlich. Eine kapitalgedeckte RV würde dann die aktuell umlagefinanzierte GRV ersetzen. Das kann nicht von heute auf morgen passieren, sondern da wird es eine Übergangszeit von 50 Jahren geben.
@Seelenkrank: das wäre dann ja "nur" ein Systemwechsel innerhalb der GRV, die Beitragszahlung kann gleichbleiben. Aber ob ein Geringverdiener in der Tat Geld für Riester und Zusatzversicherungen über hat, ist tatsächlich ein Problem. Allerdings muss man das immer vor dem Hintergrund betrachten, dass wir uns das langfristig nicht mehr leisten können und erst recht nicht weiter erhöhen. Irgendwo muss gespart werden...
>kq

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Seelenkrank » 01.11.2009, 21:35

hätten die herren politiker ihre ärsche nicht in weichen sesseln plattgessesen sondern vor 20+ jahren schon mal drüber nachgedacht was zu ändern...
aber nein man kann die wähler ja nicht verschrecken,und soll mir keiner erzählen das sich da nicht schon abzeichnete das die alterspyramide am kippen ist...
mal eben so einen 400 euro job nebenbei um die versicherungen zu bezahlen geht ja auch nicht mal so einfach wegen zeit oder schlicht arbeitsmangel.
wer da heute noch frohen mutes kinder in die welt setzt muss schon arg optimistisch sein oder?

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 01.11.2009, 21:41

Vor 20 Jahren wurde die Wiedervereinigung als dringender erachtet.
Kinder - entweder Akademiker (zuwenige) oder Leute mit HartzIV-Profikarriere...
>kq

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