Religion

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Apo
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Religion

Ungelesener Beitrag von Apo » 14.09.2009, 00:19

Da ich nicht weiß, wohin mit dem Folgenden und man ja des Öfteren über sowas stolpert mache ich mal einen neuen (Sammel-)Thread zum allseits beliebten Thema "Religion" auf.


Charles Darwin film 'too controversial for religious America'
Creation, starring Paul Bettany, details Darwin's "struggle between faith and reason" as he wrote On The Origin of Species. It depicts him as a man who loses faith in God following the death of his beloved 10-year-old daughter, Annie.

The film was chosen to open the Toronto Film Festival and has its British premiere on Sunday. It has been sold in almost every territory around the world, from Australia to Scandinavia.

However, US distributors have resolutely passed on a film which will prove hugely divisive in a country where, according to a Gallup poll conducted in February, only 39 per cent of Americans believe in the theory of evolution.

Movieguide.org, an influential site which reviews films from a Christian perspective, described Darwin as the father of eugenics and denounced him as "a racist, a bigot and an 1800s naturalist whose legacy is mass murder". His "half-baked theory" directly influenced Adolf Hitler and led to "atrocities, crimes against humanity, cloning and genetic engineering", the site stated.

The film has sparked fierce debate on US Christian websites, with a typical comment dismissing evolution as "a silly theory with a serious lack of evidence to support it despite over a century of trying".

Jeremy Thomas, the Oscar-winning producer of Creation, said he was astonished that such attitudes exist 150 years after On The Origin of Species was published.

"That's what we're up against. In 2009. It's amazing," he said.

"The film has no distributor in America. It has got a deal everywhere else in the world but in the US, and it's because of what the film is about. People have been saying this is the best film they've seen all year, yet nobody in the US has picked it up.

"It is unbelievable to us that this is still a really hot potato in America. There's still a great belief that He made the world in six days. It's quite difficult for we in the UK to imagine religion in America. We live in a country which is no longer so religious. But in the US, outside of New York and LA, religion rules.

"Charles Darwin is, I suppose, the hero of the film. But we tried to make the film in a very even-handed way. Darwin wasn't saying 'kill all religion', he never said such a thing, but he is a totem for people."

Creation was developed by BBC Films and the UK Film Council, and stars Bettany's real-life wife Jennifer Connelly as Darwin's deeply religious wife, Emma. It is based on the book, Annie's Box, by Darwin's great-great-grandson, Randal Keynes, and portrays the naturalist as a family man tormented by the death in 1851 of Annie, his favourite child. She is played in the film by 10-year-old newcomer Martha West, the daughter of The Wire star Dominic West.

Early reviews have raved about the film. The Hollywood Reporter said: "It would be a great shame if those with religious convictions spurned the film out of hand as they will find it even-handed and wise."

Mr Thomas, whose previous films include The Last Emperor and Merry Christmas Mr Lawrence, said he hoped the reviews would help to secure a distributor. In the UK, special screenings have been set up for Christian groups.
NUR 39% der Amerikaner glauben an die Evolutionstheorie? Da frage ich mich jetzt, ob der Rest wirklich an die Schöpfungstheorie glaubt oder ob es da auch noch eine Gruppe für "keine Meinung (Ahnung?)" gibt. Auch finde ich es sehr amüsant, dass gerade Christen/Gläubige in diesem Zusammenhang von einer unhaltbaren Theorie sprechen, denen es an Beweisen mangeln soll.
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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von vogelmann » 14.09.2009, 09:52

Dazu empfehle ich "Der Gotteswahn" von Dawkins und "Der Herr ist kein Hirte - Wie Religion die Welt vergiftet" von Christopher Hitchens.
Auch finde ich es sehr amüsant, dass gerade Christen/Gläubige in diesem Zusammenhang von einer unhaltbaren Theorie sprechen, denen es an Beweisen mangeln soll.
Das ist schon ein Knaller oder? Ich kann bestimmt eine Stunde über Beweise für die Evolutionstheorie rezitieren, kenne im Gegenzug aber nicht einen einzigen Beweis für die Scheiße (sorry, dass ich das jetzt so sage), die in der Bibel verzapft wird.
"Ich denke, also bin ich Atheist", sagte mal ein weiser Mensch und "Überzeugungen sind die gefährlichsten Feinde der Wahrheit" ein noch viel weiserer :)

Viel sehr interessantes Material gibt es hier: http://www.giordano-bruno-stiftung.de/
Zuletzt geändert von vogelmann am 14.09.2009, 09:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von RadeOn » 14.09.2009, 10:00

Nun, das ist wohl ein Problem aus der "Neuen Welt" (soweit es das Christentum betrifft)... in dem Alten Europa ist das ganze zum GLück recht anerkannt. Mir wurde auch einmal erzählt (habe nie wirklich nachforschungen angestellt, ist aber vorstellbar), dass die katholische kirche erst 1990 anerkannt hat, dass die erde rund sei.
Grundsätzlich bin ich der Auffassung, dass Glaube, Forschung und Wissenschaft sich gegenseitig nicht ausschließen, solange der Glaube einen nicht in seinen meist festgefahrenen Gedankenkonstrukten beschränkt.
Eine interessante Frage wäre, wieso soviele Amerikaner an den Kreationismus glauben? Wollen sie es nicht wahr haben, dass sie nicht die Krone der Schöpfung sind?

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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von Apo » 14.09.2009, 19:02

vogelmann hat geschrieben:Dazu empfehle ich "Der Gotteswahn" von Dawkins und "Der Herr ist kein Hirte - Wie Religion die Welt vergiftet" von Christopher Hitchens.
Hast du das Buch/die Bücher von Dawkins evtl. auf englisch gelesen und kannst kurz sagen, wie die so geschrieben sind? Würde es gerne auf englisch lesen aber nach "Der Herr ist kein Hirte - Wie Religion die Welt vergiftet" von Christopher Hitchens bin ich etwas vorsichtig. Ich habe es auf deutsch gelesen aber gelegentlich erschien es mir ein wenig unstrukturiert und ich hatte das Gefühl der Author würde ein wenig den roten Faden verlieren. Auch gab es einige Begriffe, deren Bedeutung zwar mit der Zeit aus dem Kontext klar wird, auf die er aber ruhig hätte kurz eingehen können. Wenn Dawkins ähnlich oder womöglich unnötig kompliziert schreibt, dann weiß ich nicht, ob ich es mir auf englisch geben muss.

RadeOn hat geschrieben:Nun, das ist wohl ein Problem aus der "Neuen Welt" (soweit es das Christentum betrifft)... in dem Alten Europa ist das ganze zum GLück recht anerkannt.
Wobei das in Amerika bzw. den USA durchaus Methode haben dürfte. Bietet es den Machthabern doch die Möglichkeit Kontrolle auszuüben und das Volk zu "einen".

RadeOn hat geschrieben:Mir wurde auch einmal erzählt (habe nie wirklich nachforschungen angestellt, ist aber vorstellbar), dass die katholische kirche erst 1990 anerkannt hat, dass die erde rund sei.
Grundsätzlich bin ich der Auffassung, dass Glaube, Forschung und Wissenschaft sich gegenseitig nicht ausschließen, solange der Glaube einen nicht in seinen meist festgefahrenen Gedankenkonstrukten beschränkt.
Am 2. November 1992 wurde Galileo Galilei von der römisch-katholischen Kirche formal rehabilitiert. Ich denke das sagt schon einiges aus. Problem ist halt, dass die Kirche bzw. Religionen mit jedem Eingeständnis sich mehr und mehr den Boden unter den Füßen weggräbt und gleichzeitig zeigt, wie menschgemacht sie doch ist.
Und ich sehe auch immer weniger die Möglichkeit für eine Koexistenz von Glauben und Wissenschaft + Forschung. Was bleibt dem Glauben bzw. den Religionen denn noch, wenn man von den "festgefahrenen Gedankenkonstrukten" loslässt? Gläubige würden jetzt vielleicht sagen "Werte und Normen" aber wenn sie dafür und für Menschlichkeit zwingend einen Glauben an irgendeine Religion brauchen, um dementsprechend zu leben, dann sollten sie sich vielleicht mal selbst in Frage stellen.
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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von RadeOn » 15.09.2009, 00:17

Erstmal taucht die Frage auf: warum brauchen Menschen eine Religion? Ganz am Anfang stand wohl das Bestreben einfach Regeln (10 Gebote als bestes Beispiel) aufzustellen, die uns helfen unser Miteinander zu gestalten. Das Ganze wird noch mit tollen Geschichten aufgepeppt und dann kommt dabei der Islam, das Judentum, der Hinduismus, das Christentum usw. heraus. In der modernen, säkularen Gesellschaft sind solche rudimentären, unverbindlichen Regeln eigentlich unnötig (sie wären verbindlich wenn die Gesellschaft diese Regeln als DIE Grundlage annerkennen und jene bestrafen würde, die sich diesen Regeln widersetzen: Steinigung, Pfählung, Kreuzigung...).
Nun, was fehlt aber wohl in einer aufgeklärten (zumindest glauben wir das), säkularen, freien Gesellschaft? Was gibt einem der Glaube? Dabei finde ich die Häresie im Christentum ganz interessant: Luthers Reformation, die Lutheraner, das Prostestantentum. Der katholische Glaube hat seinen Anhängern suggeriert, dass Gott kein gutmütiger, liebevoller Vater ist, sondern einer der die Gläubigen auch gerne mal tadelt, straft [ein Sandkastenfreund - ein Katholik - von mir hatte sich einmal in jungen Jahren auf einer Autofahrt, einen Finger in der Schlosszunge gesteckt und bekam ihn nicht heraus, seine Worte, ich weiß sie noch immer, obwohl das schon ~17 Jahre her ist, waren: "Gott bestraft aber auch jede Tat von mir" - als ob jemand anders für sein Handeln verantwortlich wäre. Seine kleinkindliche Naivität hat sicherlich zu so einer Aussage beigetragen, aber in uns allen steckt doch noch irgendwie ein Kind: unerklärliche Dinge näher zu bringen, vom Himmel herabzuholen, kleiner, weniger gigantisch, furchteinflößend zu machen.]. Luther hat den Gläubigen nahe bringen wollen, dass Gott eben doch ein liebevoller, gutmütiger Vater ist, der einem auch verzeiht, solange man es nun doch auch tatsälich bereut. Bezugnehmend auf den kleinen Einschub von meinem Freund, sehen manche einen Gott als Zuflucht, als eine Notwendigkeit sich geborgen fühlen zu wollen - in unser kalten, gefühlslosen Welt... Mit den anderen Glaubensformen kenne ich mich zu wenig aus, aber grundsätzlich sehe ich, dass jede Religion ein und den selben Zwecken dient, nur ist die Form meist eine andere.

Inwiefern der Glaube Forschung und Wissenschaft beeinflusst, muss indiviuell betrachtet und beantwortet werden. Persönlich würde ich mich nicht als gläubigen Christen bezeichnen, aber durchaus als Gläubig (ich brauche keine Kirche, nicht die Lithurgie - so schön sie auch ist - um zu glauben) und als einen, der christliche Werte als Grundlage betrachtet. So gesehen glaube ich, dass dies nicht meine Tätigkeit als Teilzeitwissenschaftler (Doktorand) beeinflusst.
Wenn aber jemand seine Forschungsziele in der Art ausrichtet, mit denen er seinen wie-auch-immer-geformten Glauben beweisen kann (Kreationisten mal wieder als Beispiel, da soll es ja einige geben - what's your evidence?), dann behindert er sich und seine Forschung. MMn dürfte er sich dann aber auch nicht als Wissenschaftler oder Forscherbezeichnen, sondern vielmehr als Pseudowissenschaftler. Schlimm wird das ganze nur, wenn ein ebenso strenggläubiger Politiker daher kommt und Berater sucht - bösartige Mischung. Auch spielt es eine Rolle in welchem Bereich der Forscher tätig ist: der Glaube muss sich mit dem Forschungsziel irgendwie überschneiden, sodass der Strenggläubige dem entgegnen kann.
Von daher glaube ich, dass man zwischen gläubigen und strenggläubigen (= eingeschränkte Sichtweise, nicht aufgeklärt) Menschen unterscheiden sollte.

Zustimmen muss ich dir aber insofern, als das der Glaube eigentlich im Widerspruch zur reinen Wissenschaft (what's your evidence, reine Vernunft) steht. Allerdings wird der Glaube immer ein Bestandteil des einzelnen Menschen sein, da jeder einzelne für sich niemals die gesamte Welt erklären kann (und will?) - und damit könnte ich eine wundervolle Diskussion anstoßen: werden wir jemals das Universum, das Gehirn (da forsche ich) oder die menschliche DNA (wir kennen die gesamte menschliche DNA-Sequenz, aber können sie eigentlich nicht lesen: 99% der DNA bestehen aus Introns... Rest könnt ihr nachlesen ;)) vollkommen verstehen? Meinem Glauben nach gibt es zwei Möglichkeiten: a) lupus est homo homini oder b) es bedarf einer gewissen intelligenz, um einzusehen wie dumm man ist. (edit: nur gibt es da immer die bekannten Unterschiede mit dem Niveau und bestimmten Luxusproblemen)

Im Übrigen ist der Glaube an "Nichts" auch eine Form des Glaubens (Atheismus / Agnostizismus), vor allem die Agnostiker halte ich wieder für strenggläubige und damit in sich beschränkte, für die Wissenschaft nicht geeignete Menschen.

Und am Ende muss ich auch festhalten, dass sich die Diskussion, auf welcher Ebene wir uns auch immer da bewegen mögen, durch den eigenen Glauben beschränkt wird.
Zuletzt geändert von RadeOn am 15.09.2009, 00:29, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von Epfi » 15.09.2009, 08:17

RadeOn hat geschrieben:Der katholische Glaube
Die katholische Kirche war es, nicht der katholische Glaube. Die katholische Kirche hat auch den Ablasshandel erfunden und ist in den Krieg gezogen. Man hat den Leuten ihre Sünden 'erlassen', wenn sie sich Predigten darüber angehört haben, wie nötig es ist, irgendwo in Arabien rumzuschlachten. Mit Glaube und Religion hat das alles nichts zu tun, das ist nur Politik und Macht- und Geldgeilheit. Dass sie die Gutgläubigkeit der Menschen ausgenutzt haben und das (auch in anderen Kirchen) immernoch tun, macht das ganze nicht besser. Da muss man Kirche und Religion IMO ganz klar voneinander abgrenzen. Ich kenne auch etliche mehr oder weniger gläubige Menschen, die mit dem, was ihre Kirche tut, nicht zufrieden sind. Wer den Papst in allen Dingen ernst nimmt, wäre mir ohnehin unheimlich.
Persönlich würde ich mich nicht als gläubigen Christen bezeichnen, aber durchaus als Gläubig (ich brauche keine Kirche, nicht die Lithurgie - so schön sie auch ist - um zu glauben) und als einen, der christliche Werte als Grundlage betrachtet. So gesehen glaube ich, dass dies nicht meine Tätigkeit als Teilzeitwissenschaftler (Doktorand) beeinflusst.
Kann ich genau so unterschreiben.
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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von Flintz » 15.09.2009, 09:38

Was sind eigentlich diese "christlichen Werte"?

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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von vogelmann » 15.09.2009, 09:40

RadeOn hat geschrieben:vor allem die Agnostiker halte ich wieder für strenggläubige und damit in sich beschränkte, für die Wissenschaft nicht geeignete Menschen
Das musst du mir jetzt mal erklären. Im Prinzip ist Atheismus unwissenschaftlich, da man kategorisch etwas ausschließt, was man wissenschaftlich weder beweisen noch wiederlegen kann. Daher bin ich auch Agnostiker und Mitglied der Brights.
RadeOn hat geschrieben:Und am Ende muss ich auch festhalten, dass sich die Diskussion, auf welcher Ebene wir uns auch immer da bewegen mögen, durch den eigenen Glauben beschränkt wird.
Och, das denke ich nicht. Ich bin offen für neue, Diskussion, solange man diese auch wissenschaftlich belegt und begründet und nicht - wie es die meisten Gläubigen tun, wenn man anfängt zu diskutieren - unsachlich wird und sich angegriffen fühlt.
Flintz hat geschrieben:Was sind eigentlich diese "christlichen Werte"?
Alles das, was in den zehn Geboten steht. Wobei man sich dann fragen muss: Welche Arroganz nimmt man sich herraus, diese Werte als christlich zu bezeichnen? War es vor der "Bergpredigt" erlaubt, zu Töten, Ehebruch zu begehen oder zu stehlen? Ich weiß ja nicht... alleine der evolutionäre Humanismus führt einen schon in diese Richtung, da brauch man mit Sicherheit keine Kirchen für. Zumal sich beweisen lässt, dass der Großteil dieser Gebote aus früheren "Religionen" lediglich übernommen sind.
Und wenn man sich die zehn Gebote mal anschaut: Auf Platz 7 erst steht "Du sollst nicht töten". Die ersten vier (oder uach fünf, wie man will) Punkte, haben alleine mit einem Eifersüchtigen und selbstsüchigen Gott zu tun. Und warum steht nicht drin "Du sollst keine Kinder schänden", "Du sollst nicht vergewaltigen"? War das damals erlaubt?

Diese sogenannten christlichen Werte sind ein Witz und ich werde echt stocksauer, wenn mir jemand wieder erzählt, dass er/sie seine/ihre Kinder nach christlichen Werten erzieht.

Dazu:
http://ichrevolutionierediewelt.de/cont ... 960336.gif
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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von Flintz » 15.09.2009, 09:53

Danke Vogelmann, das meinte ich ;)
Christliche werte sind viel, aber nicht christlich. Abgesehen von den geboten die gott direkt betreffen sind es lediglich die ganz normalen regeln, die sich in einer sozialen gemeinschaft (auch schon lange vor dem christentum) etabliert haben, da ohne sie der zusammenhalt stark gefährdet ist.

Regt mich auch immer auf, wenn so ein erzkonservativer depp mal wieder von den "christlichen Werten des Abendlandes" spricht!

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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von RadeOn » 15.09.2009, 10:55

Epfi, ich glaube du hast recht, wenn man zwischen Kirche und Glauben unterscheiden sollte, aber zur gegebenen Zeit war beides wohl schwer zu trennen.

Darf ich mal daran erinnern, dass die 10 Gebote im alten Testament stehen und damit mit nicht christlichen Ursprungs ist; christliche werte wären (Nächsten)liebe, Barmherzigkeit, Glaube und Hoffnung, wenn sich politiker auf christliche Werte beziehen gehts vielmehr um familiäre Dinge klick
vogelmann hat geschrieben:
RadeOn hat geschrieben:vor allem die Agnostiker halte ich wieder für strenggläubige und damit in sich beschränkte, für die Wissenschaft nicht geeignete Menschen
Das musst du mir jetzt mal erklären. Im Prinzip ist Atheismus unwissenschaftlich, da man kategorisch etwas ausschließt, was man wissenschaftlich weder beweisen noch wiederlegen kann. Daher bin ich auch Agnostiker und Mitglied der Brights.
Jede Form eines Glaubens die für sich eine Absolutheit in Anspruch nimmt, beschränkt den Gläubigen in seiner Offenheit, Aufgeklärtheit.
vogelmann hat geschrieben:
RadeOn hat geschrieben:Und am Ende muss ich auch festhalten, dass sich die Diskussion, auf welcher Ebene wir uns auch immer da bewegen mögen, durch den eigenen Glauben beschränkt wird.
Och, das denke ich nicht. Ich bin offen für neue, Diskussion, solange man diese auch wissenschaftlich belegt und begründet und nicht - wie es die meisten Gläubigen tun, wenn man anfängt zu diskutieren - unsachlich wird und sich angegriffen fühlt.
Wie willst du über den Glauben sprechen, ohne das dein Glaube die Diskussion beeinflusst. In meinen Augen widerspricht es den menschlichen FÄhigkeiten, sich völlig von irgendeinem Glauben zu lösen (wie gesagt, der Glaube an Nichts...); wie willst du etwas mit Fakten belegen, was aktuell nicht zu beweisen oder bekannt ist (Urknall/ Universum mal wieder als tolles Beispiel: String, Quarks, bliblablupp sind alles tolle Theorien und selbst die Relativitätstheorie wird wohl weiter zu modifizieren sein). Damist stellst du dich in die Ecke der Konstruktivisten.

Die Existenz Gottes im Allgemeinen kann man nicht beweisen, für eine Einzelperson schon: was sind Gedanken? wie entstehen Gedanken? Biochemische Prozesse die physikalische Signal anstoßen - kann man das bestreiten? Also steckt Gott oder etwas supernatürliches (=> brights) in uns, nicht nur im Herzen, sondern auch im Kopf. *gnihihi*
Zuletzt geändert von RadeOn am 15.09.2009, 10:58, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von Dude » 15.09.2009, 19:42

Inwiefern nimmt Agnostik Absolutheit in Anspruch?
####

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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von RadeOn » 15.09.2009, 20:20

Agnostiker sind der Auffassung, dass ein rationaler, logischer Beweis von der Existenz eines Gottes nicht möglich sei. Punkt aus und vorbei - wie aber geht das bei Dingen die wir in seiner Gänze noch nicht verstanden haben (und niemals werden?), wie kann man einen so prinzipiellen Standpunkt einnehmen ohne wirklich über alles, ALLES Bescheid zu wissen (es bedarf einer gewissen Intelligenz...).* Wiedermal darf der Kosmos herhalten: Urknall? Eine Theorie, wir wissen es wohl (noch) nicht besser - Funktion des Glaubens! Dinge die wir uns erklären können, machen wir uns irgendwie erklärbar usw.. Allein von diesem Standpunkt aus gesehen, halte ich die Weltanschauung der Agnostiker (genauso) unzureichend (wie alle anderen Religionen und Glaubensformen).

*Kann man sich überhaupt sicher sein irgendwann einmal über alles Bescheid zu wissen? Wenn Dinge von einem Verstand nicht erfasst wurden, existieren sie dann trotzdem? Damit stell ich mich mal auch in die Ecke der Konstruktivisten.

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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von PatkIllA » 15.09.2009, 20:30

Absolutheit gilt wohl eher für Atheisten und Agnistiker sagen auch nicht unbedingt, dass es niemals möglich ist das eine oder andere zu beweisen.
Ich kann sehr gut damit leben, wenn ich nur einen winzigen Teil verstehe und im kosmischen Zusammenhang absolut unbedeutend bin. Ich muss mir da kein Gebilde erschaffen.

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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von Leviathan » 15.09.2009, 22:06

Apo hat geschrieben:
vogelmann hat geschrieben:Dazu empfehle ich "Der Gotteswahn" von Dawkins und "Der Herr ist kein Hirte - Wie Religion die Welt vergiftet" von Christopher Hitchens.
Hast du das Buch/die Bücher von Dawkins evtl. auf englisch gelesen und kannst kurz sagen, wie die so geschrieben sind? Würde es gerne auf englisch lesen aber nach "Der Herr ist kein Hirte - Wie Religion die Welt vergiftet" von Christopher Hitchens bin ich etwas vorsichtig. Ich habe es auf deutsch gelesen aber gelegentlich erschien es mir ein wenig unstrukturiert und ich hatte das Gefühl der Author würde ein wenig den roten Faden verlieren. Auch gab es einige Begriffe, deren Bedeutung zwar mit der Zeit aus dem Kontext klar wird, auf die er aber ruhig hätte kurz eingehen können. Wenn Dawkins ähnlich oder womöglich unnötig kompliziert schreibt, dann weiß ich nicht, ob ich es mir auf englisch geben muss.
"The God Delusion" heißt es auf englisch, ich fand es recht bemerkenswert. Es ist zwar stark auf die amerikanische Religionskultur ausgerichtet, sodass einige Punkte für einen gemäßigten Europäer irrelevant erscheinen, aber mit dem Kontext von Kreationismus und christlichem Fundamentalismus im Hintergrund, gibt es ein stimmiges Bild ab.
Im Gegensatz zu einigen anderen Autoren über Atheismus schafft Dawkins es noch, auf einem würdigen Niveau zu argumentieren. Scharf zwar, aber auch sehr gut zu lesen.
Empfehlenswert.

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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von vogelmann » 15.09.2009, 22:10

Danke :-)

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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von Soulprayer » 16.09.2009, 09:32

Eine Redewendung sagt, ein Agnostiker sei ein potentieller Atheist.
Aber auch nur, weil er die Frage nach Gott mit "Ich weiß es nicht" antwortet - damit steht er näher an der absoluten Gegentheorie zu Gott, als am Glauben selbst.
Ich bin ein UFO - ein unheimlich faules Objekt.

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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von Uncle Doc » 16.09.2009, 23:49

ich sehe das hier recht ähnlich; durch's Elternhaus etwas katholisch was das Brauchtum angeht geprägt, im "Herzen" bin ich aber doch auch Agnostiker. Wobei ich da die Verbindung zum "Anspruch auf Absolutheit" nicht ganz sehe - ich dachte, Agnostiker seien (sinngemäß) diejenigen, die aktuell, hauptsächlich aus Mangel an empirischen Beweisen, nicht an einen Gott glauben. Dabei aber das wichtigste ist, dass sie ihr Leben völlig unabhängig davon gestalten, d. h. es für das Verhalten irrelevant ist, ob da nun ein höheres Wesen existiert oder eben nicht...
...hab' ich da was falsch verstanden?

Persönlich gönne ich jedem seine Spiritualität, was alle Glaubensrichtungen oder sonstige Lebensweisheiten beinhaltet - schön, wenn es Menschen Kraft spendet.
Um ehrlich zu sein kann ich allerdings niemanden aus einem entwickelten Land/Kulturkreis mehr respektieren, der Religion & Co. wort-wörtlich als wahr und ernst nimmt, d. h. Gott usw. als Vorwand für irgend etwas hernimmt, egal auf welcher Seite. Also "Gott hat uns den Auftrag gegeben..." etc. geht bei mir gar nicht ;)

Da fällt mir ein amerikanischer Stand-up Comedian ein (Name entfallen), der über die Kreationisten herzieht und sie zitiert: "Wenn Gott vor ein paar zehntausend Jahren die Erde erschaffen hat, wie erklärt ihr (die Kreationisten) euch dann die Existenz von Fossilien, deren Alter durch etablierte wissenschaftliche Methoden eindeutig auf zig millionen Jahre datiert werden kann?" - Antwort: "Die wurden von Gott verstreut, damit wir sie finden und er unseren Glauben testen kann."
...
Was das Thema Beweisbarkeit von Religion angeht, gibt es da ein super Buch von einem Mediziner (glaube englischsprachiger Mikrobiologe) der die gängigen Thesen aufgreift, nach Fakten sucht und zu dem Fazit kommt, dass die Schaffung durch ein omnipräsentes höheres Wesen genauso wahrscheinlich wie von einem fliegenden Spaghetti-Monster ist :)
Zuletzt geändert von Uncle Doc am 16.09.2009, 23:51, insgesamt 3-mal geändert.
"Illusion!
- A trick is something a whore does for money - or candy."
Development to be continued 5/26/2013

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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von Apo » 28.09.2009, 22:00

Gerade zufällig gefunden:

(A)Theist/(A)Gnostic
AtheistAgnostic.png

Edit:
Uncle Doc hat geschrieben:Was das Thema Beweisbarkeit von Religion angeht, gibt es da ein super Buch von einem Mediziner (glaube englischsprachiger Mikrobiologe) der die gängigen Thesen aufgreift, nach Fakten sucht und zu dem Fazit kommt, dass die Schaffung durch ein omnipräsentes höheres Wesen genauso wahrscheinlich wie von einem fliegenden Spaghetti-Monster ist :)
Kann es sein, dass du Richard Dawkins meinst, der unter anderem The God Delusion (zu deutsch: Der Gotteswahn) geschrieben hat?
Von dem kommt auch die Dokumentation The Root of All Evil:

Teil 2/5
Teil 3/5
Teil 4/5
Teil 5/5
Zuletzt geändert von Apo am 28.09.2009, 22:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von Uncle Doc » 29.09.2009, 13:30

Hier ist noch was schönes passendes (ab 2:00 - wie macht man noch mal Zeitmarkierungen in YouTube-Links?):
http://www.youtube.com/watch?v=VA2kaB8OucE
"Illusion!
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Development to be continued 5/26/2013

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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von Apo » 29.09.2009, 13:55

Uncle Doc hat geschrieben:(ab 2:00 - wie macht man noch mal Zeitmarkierungen in YouTube-Links?)
Durch Anhängen von #t=XmYs (X = Minute, Y = Sekunde) am Ende vom YouTube-Link. Bei deinem Link wäre das:
http://www.youtube.com/watch?v=VA2kaB8OucE#t=2m0s

Wäre aber wirklich mal interessant zu wissen, wo wir jetzt stehen würden, wenn es nie Religion gegeben hätte oder sie zumindest frühzeitig eingedämmt worden wäre.
Alternativ stelle man sich vor Adam und Eva hätten nie vom Baum der Erkenntnis gegessen und wir wären immer noch im Garten Eden/Paradies.
Zuletzt geändert von Apo am 29.09.2009, 13:56, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von RadeOn » 29.09.2009, 17:34

Apo hat geschrieben:Wäre aber wirklich mal interessant zu wissen, wo wir jetzt stehen würden, wenn es nie Religion gegeben hätte oder sie zumindest frühzeitig eingedämmt worden wäre.
Alternativ stelle man sich vor Adam und Eva hätten nie vom Baum der Erkenntnis gegessen und wir wären immer noch im Garten Eden/Paradies.
Von wem hätten denn die tausenden religionen eingedämmt werden sollen?

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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von Apo » 29.09.2009, 19:27

Das ist ein "Was wäre wenn"-Szenario. Wie es zustandekommen würde, ist dabei nicht der springende Punkt und darüber zu sinnieren (über das Zustandekommen), würde auch nichts bringen.
"Die Mütter der Dummen sind immer schwanger." (Quelle: unbekannt)

RadeOn
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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von RadeOn » 29.09.2009, 21:04

Eben, darum bringt die Fragestellung an sich schon auch nichts; das wäre dann mal wieder eine Frage des Glaubens.

Leviathan
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Re: Religion

Ungelesener Beitrag von Leviathan » 29.09.2009, 21:38

Eine starke Religion kann große Vorteile für eine Gesellschaft mit sich bringen. Gemeinsame moralische Werte, die für ein Zusammenleben unerlässlich sind, lassen sich auf diese Weise einfach "durchsetzen"; als ein Beispiel. Das ist etwas, was unserer gesellschaftlichen Entwicklung in der Vergangenhet großen Vortrieb gegeben hat.
Mittlerweile allerdings stehen andere Themen im Vordergrund, die Notwendigkeit von Religionen in einer Gesellschaft unseres Entwicklungsstandes hat sich überholt. Religion ist ein Werkzeug fürs Grobe, das in der Vergangenheit seine Schuldigkeit getan hat. Nun muss der Blick nach vorne gerichtet werden, starre moralische Normen sind nicht mehr tauglich. Einer Religion fehlt einfach die Flexibilität, um aktuellen Entwicklungen Rechnung tragen zu können.

In sofern: Ein aufgeklärter Atheismus "von Beginn an" ist für mich unvorstellbar, und damit, nein, möchte ich mir lieber nicht vorstellen, wo unsere Gesellschaft jetzt stünde, hätte es nie religiösen Einfluss gegeben.

Ich finde schon, dass wir uns im richtigen Tempo entwickeln. Für Atheismus als Massenphänomen - 50 Jahre rauf/runter - sind wir gerade in der richtigen Zeit.
Damit will ich nicht die Verfehlungen des Christentums in der Vergangenheit unseres Kulturkreises schönreden; das hätte bestimmt besser laufen können. Aber ein kompletter Verzicht auf Religion wäre zum damaligen Zeitpunkt einfach keine gangbare Alternative gewesen.

MRspeed

Re: Religion

Ungelesener Beitrag von MRspeed » 29.09.2009, 22:16

Leviathan hat geschrieben:...Einer Religion fehlt einfach die Flexibilität, um aktuellen Entwicklungen Rechnung tragen zu können...
Meine Herren (und Damen?^^) über den Satz muss ich dann doch Lachen. So etwas engstirniges hab ich auch schon lange nicht mehr gehört, aber verständlich.
Das Ding ist doch (ich steck euch jez mal alle in einen Sack, der Satz da oben tut das ja auch mit Religion) ihr lest Bücher, die offensichtlich Beweise vorlegen warum Religion Blödsinn ist, aber lest ihr auch Bücher warum Religion kein Blödsinn ist?
Man kann nicht gegen etwas antreten, das man nicht kennt, das sollte jedem einleuchten. Man sagt auch nicht, dass Nvidia besser is als Ati, wenn man nie ne Ati-Karte getestet hat, das wäre dumm.
Wer überzeugter Atheist ist, sollte sich auch mit den Religionen befassen, zum Beispiel mal die Bibel lesen, in Orginalsprache wäre das sicher auch für euch eine Herausforderung :P
Hättet ihr euch mit den Religionen beschäftigt, würden auch nicht Sätze fallen, wie zB. der Zitierte. Das coole am Christentum (z.B.) ist doch, dass es klare Regeln gibt, die sind Zeitlos und gelten, wie schon erwähnt, zum besseren Umgang (z.B. nicht töten), wenn man daran rüttelt ist das schlecht. Und dann wars das! Der Mensch darf sich in diesen 10 Regeln völlig frei entfalten. Es gibt eben keine Zwänge, die die Entwicklung hemmen würden! (keine Frage, in der Vergangenheit wurde das von einigen Institutionen getan. Aber da muss man unterscheide, wie auch schon weiter oben erwähnt)
Ich würde gern wissen woher ihr eure fanatische Ablehnung gegen Religion habt?! Persönliche Erfahrungen oder fehlt die Weisheit vor lauter Wissen?

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