ATI Radeon Reviews

Neuer T&L-Grafikchip überzeugt bei 32bit Performance

Die Geheimhaltungsfrist für den ATI Radeon ist abgelaufen und so erscheinen im Web nach und nach immer mehr Testberichte dieses neuen Grafikprozessors mit integrierter Transformation & Lighting Engine, der den GeForce2-Grafikkarten Konkurrenz machen soll. Einer der ersten mit einem entsprechenden Artikel war wie üblich AnandTech, dessen Ergebnisse ich hier mal kurz zusammenfassen möchte.

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Das Testmodell, welches auch die anderen Sites in Händen hatten, war die Radeon mit 64MB DDR RAM und Video-Eingang
und TV-Ausgang. Ab sofort soll es auch noch die Version mit 32MB DDR RAM geben, Modelle mit 32 SDRAM sowie eine Karte mit TV-Tuner (Radeon All-In-Wonder?) sollen später erscheinen.

Die Karte lief trotz anderslautender Ankündigung nicht mit 200 MHz, sondern mit 183 MHz Chip- und RAM-Takt. Der Speicher ist nicht schneller als die verwendeten 5,5ns Module, weil die 5ns Chips rar und teuer sind. Ein höherer
Chiptakt bringt nur wenig mehr, da hier die Bandbreite des Speicherbusses die Grenze darstellt, wie sich auch in den Overclocking-Tests von AnandTech zeigte. Deshalb hat ATI wohl auch darauf verzichtet, den in 0,18µ hergestellten
Grafikprozessor höher zu takten. Außerdem läßt dies noch Spielraum für eine Ultra(?)-Version o.ä.
In den Benchmarks konnte die Radeon bei 16bit nicht überzeugen und lag oft sogar hinter einer GeForce256 mit SDRAM. Wenn man die Farbtiefe auf 32bit erhöht, verliert die Radeon aber fast überhaupt nicht an Leistung, so dass
man auch ruhig auf die 16bit Performance verzichten kann. Diese starken 32bit-Resultate katapultieren die Radeon mit DDR RAM dann auch in die Spitze der Grafikkarten, direkt neben die GeForce2 GTS. Abhängig von Benchmark und
gewählter Auflösung ist dann mal der nVidia-Chip, mal der ATI-Prozessor schneller. Besonders in hohen Auflösungen jenseits von 1024×768 zeigt sich der Radeon von seiner besten Seite.
Auch das vieldiskutierte Full Scene Anti Aliasing (FSAA) bietet der Radeon. In den Treibern bisher noch recht rudimentär implementiert, konnte die ATI-Karte den GeForce2 bei vergleichbarer FSAA-Stufe und 32bit Farbtiefe hinter sich lassen.
Dabei werden die Features der integrierten ATI Charisma Engine noch gar nicht von der Software unterstützt. Wenn dies (zunächst mit DirectX 8) der Fall ist, sollte der Radeon den GeForce2 eigentlich deutlich überholen. In dieser Hinsicht ist der Radeon zurzeit möglicherweise die bessere Wahl.
Erfreulicherweise zeigten sich die Treiber trotz des noch sehr frühen Stadiums recht stabil. Dafür war ATI bisher ja nicht gerade bekannt.
Alles in allem scheint der ATI Radeon ein gelungenes Produkt zu sein. ATI gebührt viel Lob, auch dafür, dass sie den ursprünglich angepeilten Erscheinungstermin doch tatsächlich eingehalten haben, woran ja viele
immer wieder gezweifelt haben.
Weitere Testberichte findet ihr u.a. bei:
Gamers Depot,
Hot Hardware,
Firing Squad,
GA-Hardware,
Planet Hardware und
Fast Graphics.

Quelle: AnandTech

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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