Trident XP4 kommt

Neue Grafikkartenserie angekündigt - GeForce4 Ti Killer für unter $100?

Bereits Mitte April hat Grafik-Dinosaurier Trident Microsystems den XP4 Grafikchip vorgestellt. Damals wurden die ersten Samples an die Hersteller verschickt. Gestern nun wurden die entsprechenden Grafikkarten angekündigt – eine Serie aus drei Modellen. Dabei soll das Top-Modell, die XP4 T3 mit 300MHz Chip- und 700MHz Speichertakt, laut Hersteller von der Leistung her mit einer GeForce4 Ti4400 von nVidia vergleichbar sein, aber weniger als die Hälfte kosten. Um diesen Preis von unter $100 zu erreichen, hat sich Trident einiger design-technischer Tricks bedient.

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Vom Papier her ähneln die Spezifikationen auf den ersten Blick denen der GeForce4 Ti Familie. Der voll zu DirectX 8.1 kompatible und sogar schon in 130nm Technologie gefertigte XP4 besitzt wie die High-End nVidia-Chips vier Rendering Pipelines mit jeweils zwei Textureinheiten sowie zwei programmierbare Vertex Shader Einheiten. Allerdings beteht der XP4 aus nur 30 Millionen Transistoren. Ein GeForce4 Ti besitzt 63 Millionen und der kommende Radeon 9700 sogar fast 110 Millionen. Trident selbst sagt leider wenig dazu, wie sie die Zahl der Transistoren so gering halten können. Mit der Fertigungstechnologie allein hat das nichts zu tun. Da die Rendering Pipelines einen Großteil eines Grafikchips ausmachen, geht man aber davon aus, dass es nur eine vollwertige DirectX 8.1 Pixel Shader Pipeline gibt. Die übrigen Pipelines besitzen aber nicht – wie sonst üblich – alle die gleichen Bauteile, sondern teilen sich bestimmte Elemente. So ist jede Pipeline nach der ersten weniger komplex, was die Zahl der Transistoren deutlich verringert.
Zwar werden immer noch vier Pixel quasi parallel berechnet, allerdings dürfte die Leistung nicht so hoch sein wie bei vier voneinander unabhängigen Pipelines. Wieviel Performance dies kostet, kann momentan aber noch nicht beantwortet werden, da noch keine testfähige Hardware vorliegt.

Durch die geringere Zahl der Transistoren und die Fertigung in 130nm Technologie kann Trident sowohl die Produktionskosten als auch die benötigte Spannung niedrig halten. Der XP4 soll nur 3-4 Watt verbrauchen.

Man munkelte auch eine Weile lang, dass der XP4 ähnlich wie die PowerVR-Grafikchips (Kyro) ein Speicherbandbreite-schonendes Verfahren wie Tile Based Rendering verwendet, aber das scheint sich nicht zu bewahrheiten. Trident selbst spricht von einer “Tile-based rasterization engine“. Das bedeutet lediglich, dass die Grafikdaten blockweise in den Grafikspeicher geschrieben werden statt wie üblich zeilenweise.

Hier ein kleiner Überblick über die kommende XP4-Serie von Trident:

XP4 T1 XP4 T2 XP4 T3
Chiptakt: 250 MHz 250 MHz 300 MHz
Speichertakt: 250 MHz
(500 MHz DDR)
250 MHz
(500 MHz DDR)
300-350 MHz
(600-700 MHz DDR)
Speicherschnittstelle: 64 bit 128 bit 128 bit
Bandbreite: 4 GB/s 8 GB/s 9,6 – 11,2 GB/s
Speicherausstattung: 64 MB 64 MB 128 MB
Empfohlener Verkaufspreis: $69 $79 $99

Laut Trident sollen die ersten XP4-Grafikkarte im Oktober im Handel erhältlich sein. Der Treiber befindet sich noch in der Entwicklung, erreicht aber nach Angaben des Herstellers schon 90% der vorgegebenen Leistung.

Trident selbst wird übrigens keine Grafikkarten mit dem XP4 anbieten, sondern verlässt sich wie nVidia auf die Grafikkartenhersteller als Partner. Allerdings kann oder will Trident momentan noch keine Partner nennen.
Neben der Performance dürfte deshalb ebenfalls spannend zu beobachten sein, welche Hersteller auf den XP4-Zug aufspringen werden.

Trident XP Positionierung

Quelle: Trident

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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