Die Zukunft von MMOs

MMOs sind seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Gaming-Welt, aber waren nicht immer an der Spitze. 2010 hatte World of Warcraft über 10 Millionen aktive Abonnenten und MMORPGs dominierten den Markt. 10 Jahre später und die Anzahl der aktiven WoW-Accounts ist vermutlich auf etwa ein Drittel von dem gesunken, was sie mal war. Mit der Veröffentlichung von Classic WoW erlebte das Spiel zwar einen gewaltigen Aufschwung, konnte aber nicht vollständig zu seinen glorreichen Tagen zurückkehren. Wie sieht also die Zukunft von MMOs aus? Sterben sie aus oder entwickeln sie sich einfach weiter?

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Der Aufstieg und Untergang von MMOs

Spiele wie EverQuest, World of Warcraft, Final Fantasy und RuneScape trugen dazu bei, ein Genre zu definieren und eine ganz neue Art von Gamern zu schaffen. Sie feierten riesige Erfolge und sicherten sich lebenslange Fans, aber wie? Die zwei Hauptgründe sind folgende: Erstens sind MMOs extrem zeitaufwändig. Wenn man einmal vom Spiel gepackt wurde, ist es leicht, süchtig zu werden, da man schlichtweg keine Zeit mehr für andere Spiele hat. Man erhält quasi den gesamten Spaß am Gaming mit einem einzigen Spiel. Zweitens waren diese Spiele einzigartig. Als Pioniere dieses Genres boten sie den Spielern etwas völlig Unbekanntes.

Aber was passiert, wenn etwas populär wird? Der Markt wird von Klonen überhäuft. Und genau so geschah es im MMO-Genre, im Speziellen bei World of Warcraft. Als WoW das Genre beherrschte, wollte jeder ein Stück von diesem Kuchen haben. Aber kein WoW-Klon wird jemals Classic WoW das Wasser reichen können. Wenn WoW-Classic-Spieler also sagen: „Ich möchte meinen WoW Classic Account verkaufen“, stellen sie ihn auf ein Portal wie Eldorado GG, ziehen weiter und würden sich niemals für einen Klon entscheiden.

Das MMO-Genre ist nie eingegangen, es stagnierte nur, als es sich nicht mehr auf Originalität konzentrierte. Spieler gingen verloren, die keine Zeit mehr zum Spielen hatten. Gleichzeitig gelang es nicht, neue Spieler anzuziehen oder neue Märkte zu erschließen.

Die Gegenwart und die Zukunft von MMOs

MMOs sind nach wie vor stark im Kommen. Das beweisen die Tausende von Stunden an Content auf Plattformen wie YouTube und Twitch, der Erfolg von Seiten für den Spielerhandel wie Eldorado und die blühenden MMO-Communities. Der Schlüssel zum Erfolg dieses Genres liegt in seiner Originalität. Und davon haben wir in den letzten Jahren haufenweise gesehen. Die Designer entfernen sich immer weiter davon, WoW-Klone zu produzieren, und entwerfen stattdessen einzigartige und fesselnde Games, um neue Spieler anzuziehen.

Escape from Tarkov dürfte den durchschnittlichen WoW-Spieler kaum interessieren. In diesem Hardcore-Shooter-MMO überlieben nur die besten Spieler. Fans von Valorant oder CSGO haben viel gemeinsam und finden vielleicht ihre Freude an anderen PvP-Spiele wie Fortnite oder Overwatch. In den meisten Fällen sind dies aber nicht dieselben Leute, die Temtem spielen. Das Genre hat sich diversifiziert und konzentriert sich inzwischen weniger darauf, WoW-Spielern zu gefallen, sondern will stattdessen verschiedene Typen von Spielern anziehen.

MMOs werden uns noch eine ganze Weile begleiten, denn sie verfügen über alle Komponenten, die ein fesselndes und eindringendes Spielerlebnis ermöglichen. Viele Gamer wollen mit anderen spielen, ob das nun ihre Freunde sind oder nur zufällige Mitspieler. Und sie wollen konstante Mengen an Content, egal ob es sich dabei um spieler- oder umgebungsgesteuerte Inhalte handelt.

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster