AMD hat zwei Sicherheitslücken in der TPM-2.0-Implementierung seiner Prozessoren geschlossen. Betroffen ist eine ungewöhnlich große Zahl an Ryzen-Generationen – von älteren Ryzen 3000 Modellen bis zu aktuellen Ryzen AI Chips. Die Schwachstellen werden mit den hohen CVSS-Werten 8,5 und 8,3 eingestuft. Die notwendigen Firmware-Korrekturen wurden allerdings bereits vor mehreren Wochen an Mainboard- und Systemhersteller ausgeliefert.
TPM, kurz für Trusted Platform Module, übernimmt unter anderem die sichere Speicherung kryptografischer Schlüssel und spielt bei Funktionen wie Secure Boot, BitLocker und der Geräteauthentifizierung eine wichtige Rolle. Bei AMD-Systemen kommt dafür häufig kein separater Chip zum Einsatz. Stattdessen wird ein sogenanntes Firmware TPM (fTPM) genutzt, das Teil der Plattform-Firmware ist.
Die erste Lücke, CVE-2026-6726, steckt im Referenzcode für TPM 2.0 und ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen das Auslesen von Informationen aus dem TPM. Ein lokaler Angreifer mit erweiterten Rechten könnte dadurch unter anderem Zugangsdaten für einen gefälschten TPM-Schlüssel erlangen und anschließend TPM-Attestierungen manipulieren. AMD bewertet die Schwachstelle mit CVSS 8,5.
Bei CVE-2026-6727 handelt es sich um eine Timing-Side-Channel-Lücke bei der RSA-OAEP-Entschlüsselung. Sie kann es einem Angreifer mit lokalen, privilegierten Zugriffsrechten ermöglichen, bestimmte verschlüsselte TPM-Daten zu entschlüsseln oder Attestation Keys zu fälschen. Der CVSS-Wert liegt bei 8,3.
Wichtig ist dabei die Einschränkung auf lokale Angriffe mit erhöhten Rechten. Ein Angreifer kann die Schwachstellen also nicht einfach aus dem Internet gegen einen beliebigen Rechner ausnutzen. Voraussetzung ist bereits ein weitreichender Zugriff auf das System. Dennoch sind die Lücken sicherheitsrelevant, weil TPM gerade als Vertrauensanker für andere Sicherheitsmechanismen dient.
Die Liste der betroffenen Plattformen ist lang. Sie umfasst unter anderem Ryzen 3000, 4000, 5000, 7000, 8000 und 9000 sowie neuere Ryzen AI Prozessoren. Auch Threadripper, Ryzen Z1 und Z2 sowie verschiedene Embedded-Varianten sind betroffen. AMD bestätigt ausdrücklich, dass seine Firmware-TPMs von den Schwachstellen betroffen sind.
Die gute Nachricht: Die Korrekturen sind nicht erst jetzt verfügbar. AMD hat die entsprechenden Platform-Initialization-Firmware-Versionen bereits im Mai an die Hersteller ausgeliefert. Für Ryzen 3000 nennt AMD beispielsweise ComboAM4PI 1.0.0.11, für Ryzen 4000 und 5000 ComboAM4v2PI 1.2.0.12. Bei neueren AM5-Plattformen kommen unter anderem korrigierte ComboAM5PI-Versionen zum Einsatz.
Das erklärt auch, warum Mainboard-Hersteller die Sicherheitslücken teilweise bereits mit BIOS-Updates behoben haben. ASUS, MSI, ASRock und Gigabyte haben entsprechende Firmware-Versionen für verschiedene AM5-Platinen veröffentlicht.
Für Nutzer bedeutet das: Wer einen AMD-Rechner besitzt, sollte prüfen, ob für das Mainboard beziehungsweise Notebook ein aktuelles BIOS oder UEFI verfügbar ist. Dabei ist nicht entscheidend, ob Windows selbst ein Sicherheitsupdate anbietet – die Korrektur steckt in der Plattform-Firmware. AMD weist deshalb darauf hin, dass Anwender die für ihr jeweiliges System vorgesehene BIOS-Version beim Mainboard- oder PC-Hersteller beziehen sollen.
Quelle: AMD

Neueste Kommentare
8. August 2026
7. August 2026
6. August 2026
23. Juli 2026
23. Juli 2026
21. Juli 2026