Kingston bleibt der mit Abstand größte Anbieter von DRAM-Speichermodulen weltweit. Nach den aktuellen Zahlen des Marktforschungsunternehmens TrendForce kam der US-amerikanische Speicherhersteller 2025 auf einen Umsatzanteil von 62 Prozent und verteidigte damit seine Spitzenposition zum 23. Mal in Folge.
Bemerkenswert ist dabei vor allem der Abstand zur Konkurrenz. Die fünf größten Hersteller vereinten 2025 zusammen 77 Prozent des weltweiten Umsatzes mit DRAM-Modulen auf sich. Kingston allein kam jedoch bereits auf 62 Prozent. Auf den zweiten Platz folgt ADATA, dessen DRAM-Umsatz im vergangenen Jahr um 82 Prozent zulegte. Dahinter liegen Ramaxel, Kimtigo und Team Group.
Der gesamte Markt entwickelte sich 2025 deutlich dynamischer als im Vorjahr. Laut TrendForce stieg der weltweite Umsatz mit DRAM-Modulen um 59 Prozent auf rund 21,2 Milliarden US-Dollar. 2024 hatte das Wachstum noch bei lediglich 7 Prozent gelegen. Verantwortlich waren vor allem höhere Speicherpreise sowie steigende Auslieferungsmengen in der zweiten Jahreshälfte.
Hinter dem Preisanstieg steht unter anderem die zunehmende Nachfrage aus dem Server- und KI-Bereich. Vor allem Cloud-Service-Provider in Nordamerika und China orderten im zweiten Halbjahr deutlich mehr DRAM für Rechenzentren, die für sogenannte agentische KI-Anwendungen ausgebaut werden. Dadurch standen weniger Speicherchips für PCs und andere Consumer-Produkte zur Verfügung.
Gleichzeitig bereitete der bevorstehende Abschied von DDR4 den Marktteilnehmern Probleme. Zu Beginn des Jahres stockten einige Modulhersteller ihre DDR4-Bestände auf, unter anderem wegen der geplanten Einstellung der DDR4-Produktion durch die DRAM-Hersteller. Im weiteren Jahresverlauf verlagerte sich der Schwerpunkt jedoch zunehmend auf DDR5, das laut TrendForce in der zweiten Jahreshälfte zur wichtigsten Produktgeneration der Modulhersteller wurde.
Kingston konnte von dieser Entwicklung besonders stark profitieren. Das Unternehmen hatte bereits 2024 und 2025 umfangreiche Speicherbestände aufgebaut und verfügte dadurch über ausreichend Komponenten, um die Nachfrage des Handels auch bei steigenden Preisen zu bedienen. Der Umsatz mit DRAM-Modulen stieg 2025 laut TrendForce um 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Interessant ist allerdings, dass Kingston trotz der enormen Marktführerschaft nicht das stärkste Umsatzwachstum verzeichnete. Ramaxel steigerte seinen DRAM-Umsatz um 153 Prozent, Innodisk um 132 Prozent und Apacer um 96 Prozent. Diese Unternehmen profitieren unter anderem von einer stärkeren Ausrichtung auf Server, Industrie und Edge-KI.
Der Trend zeigt damit eine zunehmende Verschiebung des DRAM-Marktes: KI-Infrastruktur, Rechenzentren und Enterprise-Systeme bestimmen immer stärker die Nachfrage, während klassische PC- und Consumer-Anwendungen mit einer zunehmend knapperen Speicherzuteilung konkurrieren. Für Käufer von PCs und einzelnen Speichermodulen bedeutet dies zugleich, dass die Entwicklung der DRAM-Preise immer stärker von der Nachfrage nach KI- und Serverhardware abhängt.
Quelle: TrendForce

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