Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 11.05.2010, 11:31

Hier mal ein Interview mit dem Herrn Senf. Zwar schon 1 Jahr alt, aber trifft den Nagel auf den Kopf. Ausserdem eine gute Zusammenfassung seines ganzen Video-Beitrags (für die faulen unter uns) :

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/f ... 42164.html
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 15.05.2010, 01:35

http://www.youtube.com/watch?v=tO2L6KTi56s

ZDF-Doku - Finanzkrise 2.0 - Das Zocken geht weiter 1/5 (Doku)

Nicht viel neues, aber einige Sachen doch sehr interessant. Besonders die letzten 10 Minuten. Da kann man nur mit der Meinung rausgehen: Dass das ganze System am Ende ist, kann niemand mehr bestreiten. Zumindest sind sich alle einig. Jetzt gehts nur noch darum, so viel wie möglich Profit bis dahin rauszuholen.

"Wir verlassen und darauf, dass vor allem Wirtschaftswachstum helfen wird die Schulden loszuwerden (Wachstumsbeschleunigungsgesetz)....... aber Grenzen des Wirtschaftswachstums lassen sich nicht mehr übersehen" - Bundespräsident Köhler

"Wir sind in der finalen Phase...... wie lang die geht.....2,5,10 Jahre... weis keiner.... Am Ende gibts aber eine Neuordnung" - Dirk Müller


Wieso ist es überhaupt so ruhig hier im Thread geworden? Obwohls so akut wie nie zuvor ist, schauen alle weg?? Achja, es ist ja verpönt schlecht drüber zu reden. Damit könnte man ja das Wachstum riskieren. Bloss die Leute im Glauben lassen dass alles OK wird, bis es dann wie ein Schlag über uns kommt.

Da fällt mir nur noch der Pispers ein:

http://www.youtube.com/watch?v=7qdD4DhBVIY
http://www.youtube.com/watch?v=dRy4ulwDKTg
Zuletzt geändert von BanDit am 15.05.2010, 01:51, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 15.05.2010, 02:35

Hast du dir auch das Interview mit Ackermann später auf dem ZDF angeguckt? Der sagt viele sehr richtige Sachen, die das ganze vielleicht wieder in ein etwas anderes Licht rücken.

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 15.05.2010, 13:43

Ne, hast du nen Link dazu?

ok, habs gefunden:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ ... pekulanten

schau es mir grad an
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 15.05.2010, 21:47

Davon mal abgesehen, dass ich den Ackermann mal so gar nicht mag, redet er eigentlich immer nur drumherum. Ich finde er dreht es immer so hin, dass es immer einen Verlierer geben muss, und sich die Gewinner nichts ankreiden lassen muss. Im Grunde genommen hat er zwar dabei recht, aber wenn das ganze dann "systemrelevant" wird (obwohl ich das Wort selbst nicht mag) sollte man das mit anderen Augen betrachten. Ausserdem hat er eine Sache erwähnt: "Aufgabe der Banken ist es die Wirtschaft mit Krediten/Geld zu versorgen". Da gebe ich ihm absolut recht, nur sollte man hinterfragen womit die Deutsche Bank Ihre Milliarden-Gewinne gemacht hat. Bestimmt NICHT in erster Linie mit der Kreditversorgung.

Aus seiner Sicht (bzw. aus der Sicht der Deutschen Bank) sagt er nur richtiges, bzw. sind seine Aussagen alle nachvollziehbar. Er wird bestimmt nichts sage, was seinem Unternehmen schädlich sein könnte.

Seine Aussage "Man müsse halt grundsätzlich auch mal bischen sparsamer mit dem Geld umgehen, und nicht jedes Projekt angehen" ist zwar grundsätzlich richtig, aber diese Investitionen sind ja notwendig um das Wachstum aufrecht zu erhalten. Denn nur mit Wachstum können wir wiederum die Schulden von gestern begleichen. Deswegen sind das alles nur Alibi-Aussagen von einzelnen Wirschaftsteilnehmern. Gesamtwirtschaftlich sind wir dazu verdammt Schulden zu machen. Und das wird leider immer noch in keiner einzigen Talk-Show erörtert. Wieso haben wir trotz Jahrzehntelange Wachstum so einen riesigen Schuldenberg? Und wie soll es denn dann erst möglich sein in einer Rezession/Stagnation die Schulden abzubauen? Wieso kann niemand 1 und 1 zusammenrechnen? Wir tun immer noch so, als könnte das immer so weitergehen und wir tatsächlich jemals aus dieser Schuldenfalle rauskommen würden. Denn in einem geb ich Ackermann recht: Ich zweifle ebenfalls an wie er, dass Griechenland jemals von seinen Schulden loskommen wird. Das einzige was hilft: Inflation, Schuldenerlass oder Staatspleite. Alles andere ist Augenwischerei.

Ausserdem werde ich das Gefühl nicht los, dass es ihm recht sein könnte, dass der Euro so schlecht da steht.

Und hier mal wieder mein Liebling Georg Schramm:

http://www.youtube.com/watch?v=leGQXbvOp2w
http://www.youtube.com/watch?v=OeE1wh-7dOM
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 15.05.2010, 22:21

Für die Aussage über Griechenland hat die Politik ihn übrigens gerügt, fanden die Wahrheit sollte wohl eher nicht ausgesprochen werden ;)
Hat er zum Euro nicht gesagt, dass er sich noch auf einem ganz normalen Niveau bewegt und er auch glaubst, dass er weiterhin sehr wichtig in der Welt bleiben wird? Klang jetzt nicht unbedingt negativ.

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 15.05.2010, 22:30

KoreaEnte hat geschrieben:Für die Aussage über Griechenland hat die Politik ihn übrigens gerügt, fanden die Wahrheit sollte wohl eher nicht ausgesprochen werden ;)
Hat er zum Euro nicht gesagt, dass er sich noch auf einem ganz normalen Niveau bewegt und er auch glaubst, dass er weiterhin sehr wichtig in der Welt bleiben wird? Klang jetzt nicht unbedingt negativ.
Ja, er hat gesagt er bewegt sich innerhalb des ursprünglichen Niveaus und dem bisherigen Allzeit-Hoch. In etwa in der Mitte. Stimmt soweit auch
Man könnte es aber auch so verstehen: "Macht ja nix wenn er noch paar (kontrollierte) Cents runterrauscht". Würde mich zumindest nicht wundern wenn die Deutsche Bank kräftig davon profitieren würde. Schliesslich hat die Deutsche Bank den größten Gewinn in den Staaten gemacht, also in Dollar-Währung. Da kommt doch ein ungünstiger Euro-Kurs nur recht, oder seh ich das falsch?? Vor diesem Hintergrund wäre seine Aussage über Griechenland sogar produktiv, zumindest für die Deutsche Bank.
Zuletzt geändert von BanDit am 15.05.2010, 22:44, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 15.05.2010, 23:18

Naja aber nur für den Fall, dass sie das Geld aus dem Dollarraum abziehen wollen, aber davon gehe ich eher nicht aus, deswegen kann ihnen in dem Fall der Eurokurs relativ egal sein.

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 16.05.2010, 02:25

Öhm, ihr denkt etwas klein. Alleine die Deutsche Bank hat laut JAB 2009 Fremdwährungsverbindlichkeiten in Höhe von 0,67 Billionen € und Forderungen in Valuta von 0,74 Billionen Euro. Das ist keine kleine Klitsche, wo 1x im Jahr nen Tausender als Gewinnabführung rüberfliesst, da fliessen tagtäglich Milliarden über die Kontinente. Ohne detaillierte Einblicke in Investments, Forderungen und Verbindlichkeiten der DB kann man mE keine Aussage dazu treffen, ob die DB von einer bestimmten Kursänderung profitiert oder nicht.
>kq

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 16.05.2010, 12:45

Klar kann man keine Aussage treffen, aber wie bereits gesagt, würde mich nicht wundern wenn sie am Ende von einem schwächeren Euro kräftig profitieren würde. Man darf einfach nicht vergessen wer der Herr Ackermann ist und welchen Einfluss er mit seinen Stellungnahmen nehmen kann. Aber das ist natürlich reine Spekulation meinerseits. Worin ich mir jedoch sicher bin: Er wird definitiv keine Aussage treffen die seiner Bank schädlich sein könnten, eher umgekehrt.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 16.05.2010, 13:08

Auch Deutschland wird seine Schulden niemals zurück bezahlen können, war also keine wirklich unrealistische Einschätzung von ihm was Griechenland angeht. Er hat auch gleichzeitig gesagt, dass er es Spanien und Co zutraut und da die deutlich wichtiger sind, hätte der Eurokurs steigen müssen, wenn seine Stimme so viel Gewicht hätte.

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 16.05.2010, 13:25

Ich persönlich glaube, dass eine mögliche Staatspleite Griechenlands mehr wiegt als eine mögliche Sanierung Spaniens/Portugals (was gelinde gesagt aber auch nur Augenwischerei ist, Spanien hat 20% Arbeitslosigkeit, wie sollen die da jemals von den Schulden loskommen).
Gerade in diesen Zeiten hauen schlechte Nachrichten mehr rein als gute Aussichten. Aber das ist meine rein subjektive Meinung.
Ajo, spannend wird es auf jeden Fall die nächste Zeit.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 18.05.2010, 20:48

TV-Kanzler Ackermann http://www.tagesspiegel.de/meinung/tv-k ... 5383B7BDF6

Meinungen zur Griechenland-Aussage von Ackermann http://www.youtube.com/watch?v=PLfyo2ObIX0
Zuletzt geändert von BanDit am 18.05.2010, 21:25, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 18.05.2010, 22:30

Und hier nochmal was zum eingentliche Thema des Threads:

http://www.youtube.com/watch?v=UGW2r7ABvro
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 21.05.2010, 15:36

http://www.n-tv.de/wirtschaft/kolumnen/ ... 84046.html

Da kann man mal sehen wie gespalten auch die Wirtschafts-Elite ist. Die einen sehen eine Inflation kommen, die anderen eine Deflation. Möglich ist beides. In meinen Augen ist es sogar sehr wahrscheinlich, dass eins von beiden eintritt.

Was im Artikel gut rüberkommt "Blooooos nicht zu sehr auf die Schulden-Bremse treten, sonst wächst ja nix mehr"...... Es ist einfach nur noch LoL. Es gitb kein Vor und kein Zurück. Und stehenbleiben kann man auch nicht.

1. Um dem Schuldenberg zu begegnen muss man strikt sparen.
2. Sparen heisst aber auch, dass das Wachstum abgeschwächt wird -> Ergo weniger Geld zum zurückzahlen der Schulden. Effekt letztlich = 0.
3. Noch mehr Schulden kann man aber auch nicht (mehr) machen
4. Dürfte man Schulden machen, würde es nächstes Jahr noch schlimmer mit den Finanzen werden.

Ein Teufelskreis wie er im Buche steht. Dabei ist m.E. folgende Aussage besonders bezeichnend:
Wenn alle sagen, "wir schnallen unseren Gürtel enger", dann werden wir das Wachstum im Euroraum abbrechen". Denn wenn niemand mehr Geld ausgibt, können die Unternehmen auch nichts verkaufen.
Implizit heisst das doch: Das Geld auszugeben was wir alle haben, reicht eigentlich nicht. Man muss Schulden machen um wachsen zu können. --> Und nur mit Wachstum wäre man in der Lage die vorigen Schulden begleichen. Da wären wir also wieder, beim "Wachstumszwang" bzw. beim Systemfehler.

Ein "Reset" damit eigentlich unausweichlich. Die Politik steht nur vor der Entscheidung auf welchem Wege. Pest oder Cholera. Inflation oder Deflation.
Zuletzt geändert von BanDit am 21.05.2010, 17:11, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 21.05.2010, 17:08

Das nennt man antizyklisch, in Krisenzeit über Schulden die Wirtschaft wieder ankurbeln, in Boomzeiten dann idealerweise zurückfahren und tilgen.
>kq

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von PatkIllA » 21.05.2010, 17:10

H3LL S3RV4NT hat geschrieben:in Boomzeiten dann idealerweise zurückfahren und tilgen.
Wann wurde das schon mal gemacht?

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 21.05.2010, 17:16

H3LL S3RV4NT hat geschrieben:Das nennt man antizyklisch, in Krisenzeit über Schulden die Wirtschaft wieder ankurbeln, in Boomzeiten dann idealerweise zurückfahren und tilgen.
>kq
Du empfiehlst also: Schulden rauf und Steuersenkungen? Vielleicht gar nicht mal so schlecht. Wenn die Titanic schon auf den Eisberg zusteuert, dann wenigsten mit voller Kraft voraus. Vielleicht muss man nur "schnell" genug sein um den (Schulden-)Berg zerbersten zu können.

Eigentlich passt der Slogan vom Kinder-Überraschungsei ganz gut:

Wachstum, Sparen und Konsolidieren? 3 Dinge auf einmal? Das geht nun wirklich nicht....


Aber genau das wird immer noch versucht/propagiert. Und alle glauben an dieses Wunder.....
Zuletzt geändert von BanDit am 21.05.2010, 17:36, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 21.05.2010, 18:41

@Pat: laut den Kreditfinanzierungsplänen des Bundhaushalts, zu finden auf den Seiten des BMF, ja, bspw. in 2007 knapp 2,5 Mrd. €. Kein Kracher, aber mühsam nährt sich das Eichhörnchen.
@Bandit: ich empfehle nix, ich erkläre nur ;) Wachsen, Kürzen und Konsolidieren geht, wenn man es punktuell macht. Geld dorthin schaufeln, wo es sich langfristig auszahlt, Geld dort abziehen, wo es keinen Nutzen bringt.
Was wäre denn dein Vorschlag - alle Zahlungen des Bundes mal für einen Monat aussetzen? Systemwechsel jetzt?
>kq

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von PatkIllA » 21.05.2010, 19:07

H3LL S3RV4NT hat geschrieben:@Pat: laut den Kreditfinanzierungsplänen des Bundhaushalts, zu finden auf den Seiten des BMF, ja, bspw. in 2007 knapp 2,5 Mrd. €. Kein Kracher, aber mühsam nährt sich das Eichhörnchen.
Das war wohl eher Zufall, da noch mehr reingekommen ist als geplant. Es gab 2007 zig Milliarden mehr Steuereinnahmen und ansich hätten die Sozialausgaben dank vergleichsweiser niedriger Arbeitslosigkeit zig Milliarden geringer sein müssen. Trotzdem ist da fast nichts über geblieben. Es wurde weiterhin mehr rausgehauen als man hatte.

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 21.05.2010, 19:52

Die Agentur für Arbeit tätigt keine Gewinnausschüttungen, der Zuschuss wird vorab festgeschrieben. Wie also soll sich das auf den Haushalt auswirken und zur Tilgung eingesetzt werden können?
>kq

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von PatkIllA » 21.05.2010, 20:05

Der Zuschuss wird ja nicht für die Ewigkeit festgeschrieben. Dann würde der Zuschuss halt ein Jahr später gekürzt und das kann dann zur Tilgung eingesetzt werden. Der Zuschuss ist ja auch quasi nur nach unten gesichert. Wenn das Geld nicht reicht fließt ja noch mehr rein.
Zuletzt geändert von PatkIllA am 21.05.2010, 20:11, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von BanDit » 21.05.2010, 22:12

@Hell:

was ich empfehle? Einfach nur die Wahrheit sagen.

Z.B. dass nicht die bösen Griechen alleine dran Schuld sind.
Dass quasi jeder Staat davon betroffen ist und früher oder später in die gleiche Situation kommen wird.
Dass das Geld-System dazu führt, dass wir dem Kapital dienen und nicht das Kapital der Wirtschaft/uns. (Wachstumszwang, Umverteilung von unten nach oben die letzten Jahrehnte)
Dass eine Währungsunion nicht sinnvoll ist, wenn nicht auch gleichzeitig ein Interesse besteht alle Staaten anzugleichen (Löhne, Handelsbilanz, Wirtschaftspolitik).
Dass Deutschland beispielsweise auch Jahrzehnte lang und gut davon lebte, dass sich andere Staaten hoch verschuldet haben (Stichwort Export-Weltmeister) und uns dies zuvor nicht gestört hat.
Und vor allem, dass das was die da vorhaben ist einfach nicht möglich. Sogar wenn wir die nächsten Jahre überdurchschnittlich großes Wachstum erzielen sollten (3,4,5 %.... wie auch immer das gehen soll) und wir die nächsten Jahre/Jahrzehnte totalen Sozialabbau betreiben (wie sonst sollen die Sparmassnahmen fruchten, es wird die totale Umverteilung werden) ist es nicht möglich von den Schulden runterzukommen.

Die Finanzmarkt / -transaktionssteuer beispielsweise ist zwar nett gedacht, aber ich persönlich glaube dass die Rechnung nicht aufgehen wird. Auch wenn es zu hoffen ist.

Systemwechsel? Why not? Nicht jetzt, nicht morgen, aber wenn die Zeit reif ist. Ich persönlich habe genug von neo-liberalen Kapitalismus in Reinkultur. Bzw. hab ich Ihn nie gewollt. Wie der aussehen könnte? Lassen wir uns überraschen. Wenn die Entwicklung so weiter geht wie bisher, haben wir in 4 Jahren vielleicht eine stark links ausgerichtete Bundesregierung. "Demokratischer Sozialismus". Hört sich das so viel schlimmer an als "Soziale Marktwirtschaft"? Es wäre viel gewonnen wenn die Ungerechtigkeit abgebaut werden würde. Diese ist heutzutage sowas von ausgeprägt, dass es nicht mehr schön ist. Spätestens dann, wenn die benachteilten 90% der Bevölkerung merken dass hier alles auf Ihre Kosten geht, wird sich was ändern. Man kann nur hoffen dass keine radikalen Gruppen die Gunst der Stunde ausnutzen. Jetzt kann man natürlich geteilter Meinung darüber sein, ob dies nicht bereits mit "DIE LINKE" geschieht. Hauptsache sowas wie vor 80 Jahren wiederholt sich nicht.
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 22.05.2010, 02:11

Und was glaubst du passiert, wenn Angie eine solche "Der-Untergang-ist-nah"-Rede halten würde? Alle rennen zur Bank und räumen ihre Konten leer, die Banken brechen zusammen, die Wirtschaft bricht zusammen. Ja, Wahrheit (wenn man dein Szenario jetzt mal als Wahrheit betrachten würde) würde die Sache ungemein voranbringen.
Ich hoffe, dass in Deutschland nie die Linke oder noch weiter linke Parteien an die Macht kommen, diese Chaoten würden Deutschland erst Recht in den Abgrund reiten.
Sozialismus hat nie funktioniert und wird nie funktionieren. Der Mensch ist kein Altruist, der Mensch ist ein egoistischer Nutzenmaximierer. Und das Kapital ist hochgradig mobil. Das wird man noch merken, wenn in D im Alleingang eine Finanztransaktionssteuer eingeführt wird (von den damit verbundenen Problemen ganz zu schweigen, man hat ja jetzt noch Probleme mit der Abgeltungssteuer und die FTS wird auf jeden Fall gerichtlich angegriffen, wo solche Hauruckaktionen regelmässig in die Hose gehen werden).
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Re: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Ungelesener Beitrag von Soulprayer » 22.05.2010, 14:27

war 2007 mit dem überschuss nicht die handyfrequenzversteigerung? ;)
Ich bin ein UFO - ein unheimlich faules Objekt.

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