Intels neue Plattform ist offiziell

Neue Chipsätze, neuer Speicher, neuer Bus und neue, schnellere CPUs

Am kommenden Montag wird Intel seine komplett neue Infrastruktur für die kommenden Prozessoren im LGA-775 Format sowie einige passende und zum Teil schnellere CPU-Modelle vorstellen. Die ersten Berichte und Tests dazu sind heute bereits erschienen.

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Neu sind insgesamt sechs Prozessoren für den Sockel-775. Das ist zum Einen der Pentium 4 3.4 GHz Extreme Edition mit 2MB L3-Cache auf Northwood-Basis (130nm Strukturbreite), der Anfang Februar auch schon für den Sockel-478 eingeführt wurde. Zum Anderen werden fünf Pentium 4 Prescott CPUs (90nm) für den neuen Sockel vorgestellt, darunter auch das neue schnellste Top-Modell mit 3.6 GHz.

Die neuen Prescott Prozessoren für den Sockel-775 unterscheiden sich bis auf die Schnittstelle zum Mainboard nicht von den bisherigen Pentium 4 Prescott Modellen für den Sockel-478. Allerdings sind diese jetzt wie angekündigt neben der Taktfrequenz auch mit Intels Prozessornumerierung versehen. Für die neue Plattform werden also Pentium 4 520 (2.8 GHz), P4 530 (3.0 GHz), P4 540 (3.2 GHz), P4 550 (3.4 GHz) und P4 560 (3.6 GHz) in den Handel kommen. Die Preise entsprechen dabei den gleichgetakteten Sockel-478 Prozessoren und werden voraussichtlich im August das erste Mal gesenkt (Übersicht).

Ein neuer CPU-Sockel erfordert mindestens neue Mainboards, aber dabei belässt es Intel in diesem Fall nicht. Es gibt gleichzeitig neue Chipsätze, die eine neue Speicherform (DDR2 SDRAM) benötigen und einen neuen Bus-Standard für Erweiterungskarten (PCI Express).
Die neuen Chipsätze sind der Intel 925X (Codename: Alderwood) und die 915-Serie (Codename: Grantsdale). Die neuen Chipsets unterstützen alle eine zweikanalige Speicherschnittstelle, FSB800, PCI Express und DDR2 SDRAM. Die 915-Serie kann darüberhinaus aber auch mit kommenden Sockel-775 Celeron Modellen mit FSB533 und mit bisher gängigem DDR SDRAM ausgestattet werden. Neu an dieser Infrastruktur sind u.a. die integrierten Features Intel High Definition Audio mit 8-Kanal Sound, Gigabit Ethernet, vier statt zwei Serial-ATA Ports und Matrix RAID. Letzteres erlaubt den gleichzeitigen Einsatz von RAID-0 (Leistungsgewinn) und RAID-1 (Datensicherheit) auf verschiedenen Partitionen von nur zwei Festplatten.
In den ersten Tests führten die neuen Chipsätze, DDR2 SDRAM und PCI-E im Vergleich mit den bisherigen Plattformen mit DDR SDRAM und AGP kaum zu großen Geschwindigkeitsvorteilen. Hier mangelt es wohl noch an entsprechender Unterstützung der Hersteller mit Treibern und von Seiten der Software-Entwickler, die die neuen Möglichkeiten noch nicht ausnutzen. Das wird sich mit der Zeit und der fortschreitenden Entwicklung z.B. bei den PCI-E Grafikkarten und schnellerem DDR2 SDRAM aber definitiv ändern. Momentan besteht aber noch kein Grund, nächste Woche in den Laden zu rennen und sich ein komplett neues System zu besorgen. Abgesehen davon wird es wohl zunächst auch noch schwierig sein, die ganzen neuen Komponenten überhaupt zu bekommen. Man muss abwarten, wie schnell Intel und die Hersteller von Speichermodulen, Mainboards und Grafikkarten die neue Infrastruktur im Handel bereit stellen können.

Weitere Informationen zur neuen Intel-Plattform sind z.B. folgenden Artikeln zu entnehmen:

Quelle: E-Mail

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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