Hohe Verluste bei AMD

Mehr CPUs verkauft und höherer Umsatz, aber trotzdem $600 Mio. Verlust

Nach Intel vor zwei Tagen hat jetzt auch AMD seine aktuellen Quartalszahlen veröffentlicht. In den letzten drei Monaten hat AMD demnach den Umsatz sowohl im Vergleich zum letzten Jahr als auch zum Quartal zuvor gesteigert. Trotzdem muss man das dritte Quartal in Folge einen hohen Verlust verzeichnen, obwohl AMD deutlich mehr Mikroprozessoren verkaufen konnte.

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Der Umsatz von AMD im zweiten Quartal betrug 1,38 Milliarden US-Dollar. Das sind 12 Prozent mehr als noch im ersten Quartal und 13 Prozent mehr als im zweiten Quartal des Vorjahres. Verantwortlich für diese Steigerungen sind die deutlich höheren Verkaufszahlen bei den Prozessoren. So konnte AMD im letzten Quartal 38% mehr CPUs absetzen als im ersten Quartal dieses Jahres und immerhin 22% mehr als im zweiten Quartal 2006. Insbesondere im Notebook-Bereich hat AMD in den letzten zwölf Monaten zugelegt: im zweiten Quartal wurden 82% mehr Mobil-CPUs verkauft als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr.
Da die durchschnittlichen Verkaufspreise von Prozessoren aber zuletzt enorm gesunken sind, konnte im zweiten Quartal trotzdem kein Gewinn verzeichnet werden. Mit 600 Mio. US-Dollar Verlust schreibt AMD das dritte Quartal in Folge rote Zahlen. Nur ein Teil des Verlustes kann der Übernahme von ATI Technologies zugeschrieben werden, nämlich $130 Mio. Auch deshalb lautete das Fazit: „Obwohl wir im zweiten Quartal auf vielen Gebieten solide Fortschritte gemacht haben, müssen wir unser Geschäftsergebnis verbessern“, sagte Robert J. Rivet, AMDs Chief Financial Officer (CFO). „Wir konzentrieren uns weiterhin auf die Neuausrichtung unseres Geschäftsmodells und sind dabei, in der zweiten Jahreshälfte unsere Investitionen und die Kostenstruktur anzupassen.“
Im im letzten Jahr hinzugekauften Grafikbereich von AMD blieb der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal übrigens relativ konstant. Laut AMD waren die ersten Verkaufszahlen der neuen Radeon HD 2000 Serie sehr stark und man erwartet weitere Großkunden unter den Notebook- und PC-Herstellern.
Für das dritte Quartal rechnet AMD mit einem saisonbedingten Anstieg der Einnahmen.

Hier der Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung bei AMD und Intel seit der Jahrtausendwende:

Quartal Firma Umsatz Gewinn
1.2000 Intel $7993 Mio $2696 Mio
AMD $1092 Mio $189 Mio
2.2000 Intel $8300 Mio $3137 Mio
AMD $1170 Mio $207 Mio
3.2000 Intel $8731 Mio $2509 Mio
AMD $1207 Mio $219 Mio
4.2000 Intel $8702 Mio $2193 Mio
AMD $1175 Mio $178 Mio
1.2001 Intel $6677 Mio $485 Mio
AMD $1188 Mio $125 Mio
2.2001 Intel $6334 Mio $196 Mio
AMD $985 Mio $17,4 Mio
3.2001 Intel $6545 Mio $106 Mio
AMD $766 Mio -$187 Mio
4.2001 Intel $6983 Mio $504 Mio
AMD $952 Mio -$16 Mio
1.2002 Intel $
6781 Mio
$936 Mio
AMD $902 Mio -$9 Mio
2.2002 Intel $6319 Mio $446 Mio
AMD $600 Mio -$185 Mio
3.2002 Intel $6504 Mio $686 Mio
AMD $508 Mio -$254 Mio
4.2002 Intel $7160 Mio $1049 Mio
AMD $686 Mio -$855 Mio
1.2003 Intel $6751 Mio $915 Mio
AMD $715 Mio -$146 Mio
2.2003 Intel $6816 Mio $896 Mio
AMD $645 Mio -$140 Mio
3.2003 Intel $7833 Mio $1657 Mio
AMD $954 Mio -$31 Mio
4.2003 Intel $8741 Mio $2173 Mio
AMD $1206 Mio $43 Mio
1.2004 Intel $8091 Mio $1730 Mio
AMD $1236 Mio $45 Mio
2.2004 Intel $8049 Mio< /td>

$1757 Mio
AMD $1262 Mio $32 Mio
3.2004 Intel $8471 Mio $1906 Mio
AMD $1239 Mio $44 Mio
4.2004 Intel $9598 Mio $2123 Mio
AMD $1263 Mio -$30 Mio
1.2005 Intel $9434 Mio $2178 Mio
AMD $1227 Mio -$17 Mio
2.2005 Intel $9231 Mio $2038 Mio
AMD $1260 Mio $11 Mio
3.2005 Intel $9960 Mio $1995 Mio
AMD $1523 Mio $76 Mio
4.2005 Intel $10201 Mio $2453 Mio
AMD $1840 Mio $96 Mio
1.2006 Intel $8940 Mio $1357 Mio
AMD1 $1330 Mio1 $185 Mio1
2.2006 Intel $8009 Mio $885 Mio
AMD1 $1220 Mio1 $89 Mio1
3.2006 Intel $873
9 Mio
$1301 Mio
AMD1 $1328 Mio1 $119 Mio1
4.2006 Intel $9694 Mio $1501 Mio
AMD1 $1773 Mio1 -$527 Mio1
1.2007 Intel $8852 Mio $1610 Mio
AMD1 $1233 Mio1 -$611 Mio1
2.2007 Intel $8680 Mio $1278 Mio
AMD1 $1378 Mio1 -$600 Mio1

1 Ab 2006 enthält das Ergebnis von AMD nicht mehr den mittlerweile ausgegliederten Speicherbereich (Spansion), deshalb sind die Zahlen nicht mehr direkt vergleichbar mit der Vergangenheit.

Quelle: E-Mail

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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