AMD, Nvidia & VIA: Kritik an SYSmark 2012

Benchmark-Ergebnisse seien irreführend

Sowohl AMD und Nvidia als auch VIA haben die Zusammenarbeit mit der Business Applications Performance Corporation (BAPCo) beendet. Deren kommendes System-Benchmark, SYSmark 2012, liefere irreführende und unzuverlässige Ergebnisse, lautet die Begründung für den Abschied von der Kooperation. AMD griff dabei am härtesten durch: Die Firma hatte jahrelang eng mit BAPCo zusammengearbeitet, fordert aber, dass AMDs Logo und Name aus Marketing-Materialien für SYSmark 2012 verschwinden. AMDs Marketing-Chef, Nigel Dessau, begründet den Schritt damit, dass SYSMark 2012 unfaire Messungen durchführe.

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Dessau erläutert: „Der SYSmark-2012-Benchmark ist aus nicht-repräsentativen Workloads zusammengesetzt (Workloads, welche die Wichtigkeit heterogenen Computings ignorieren und die Designs unserer Mitbewerber favorisieren) und produziert irreführende Ergebnisse, die zu fehlgeleiteten Kaufentscheidungen führen.“ So wünscht sich AMD, dass das Benchmark stärker auf die GPU-Leistung einginge. Stattdessen konzentriert sich SYSmark 2012 teilweise auf Ergebnisse in optischer Zeichenerkennung und Datenkompression. AMD bewertet diesen Fokus als praxisfern. Nvidia- und VIA-Sprecher haben dem bereits zugestimmt und ebenfalls die Vernachlässigung der Leistung und Vielfältigkeit moderner GPUs harsch kritisiert.

Kritikwürdig ist sicher auch, dass SYSmark 2012 sich teilweise an veralteten Anwendungen orientiert und etwa Benchmarks für Internet Explorer 8 und Firefox 3.6 durchführt – beide Anwendungen wurden längst durch Nachfolgeversionen abgelöst. Grafiklastige HTML5-Funktionen testet SYSmark 2012 damit im Grunde gar nicht.

Nvidia und VIA üben insgesamt nicht ganz so lautstarke Kritik wie AMD, ziehen aber ebenfalls die stille Konsequenz und beenden die Zusammenarbeit mit BAPCo. Dies lässt vermuten, dass das SYSmark-2012-Benchmark Intel-Lösungen offenbar bevorzugt – sollten AMDs Vorhaltungen stimmen. BAPCo hat zwar mit einer Pressemitteilung reagiert, in jener äußert das Unternehmen aber in erster Linie Enttäuschung über AMDs Verhalten in der Öffentlichkeit und lässt die Vorwürfe nur im Raum stehen.

Quelle: Xbitlabs

André Westphal

Redakteur

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