Zuschauer lieben Serien-Marathons

"Binge"-Phänomen nimmt laut Netflix zu

Der amerikanische Streaming-Anbieter Netflix produziert auch eigene Serien. Im Gegensatz zu herkömmlichen TV-Sendern ist man in der Lage das Sehverhalten seiner Nutzer wesentlich umfassender auswerten zu können. Dabei kommt man zu dem Ergebnis, dass Marathon-Sessions bei den Zuschauern zunehmen. In den USA spricht man dabei von „Binge“-Mustern (engl. „to binge = vollstopfen“ / „Binge = Exzess“) bei den Zuschauern. Aus diesem Grund hat Netflix beispielsweise seine prämierte erste Staffel der selbstproduzierten Serie „House of Cards“ mit Kevin Spacey komplett an einem Tag veröffentlicht.

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Netflix hat eine Umfrage unter Amerikanern durchgeführt: Zwei Drittel der Befragten geben an regelmäßig zwei bis sechs Folgen einer TV-Serie in einer Sitzung nacheinander anzuschauen. Der Anthropologie-Forscher Grant McCracken erklärt diese Entwicklung wie folgt: „Das sogenannte Binge-Watching nimmt zu, weil das TV-Angebot qualitativ immer hochwertiger wird. Hinzu kommt das aktuelle, wirtschaftliche Klima sowie die rasante, digitale Entwicklung der letzten Jahre.“ Der Trend geht also klar weg vom wöchentlichen Ansehen einer einzigen Serien-Episode im Fernsehen und hin zu langen Sitzungen, bei denen Zuschauer mehrere Folgen am Stück konsumieren. Ähnlich wie Kevin Spacey in einer Ansprache, ist auch McCracken der Meinung, dass Zuschauer heute selbst bestimmen wollen wann und wie sie ihre Serien genießen.

Ted Sarandos, ein Manager für Inhalte bei Netflix, bekräftigt diesen Trend: „Unsere Daten bestätigen, dass die Meisten Zuschauer am liebsten direkt eine ganze Staffel zu ihrer Verfügung haben und jene dann in ihrem eigenen Tempo ansehen.“ Aus diesem Grund biete Netflix stets direkt ganze Staffeln an, um den Bedürfnissen der Nutzer zu entsprechen.

Quelle: TheInquirer

André Westphal

Redakteur

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