Benchmarks: Intel Nova Lake-S im Einzelkern-Test vor Arrow Lake

PassMark-Leaks zeigen 3% mehr Single-Thread-Leistung, aber Optimierungsbedarf bei Multi-Core-Tests

Intel arbeitet mit Nova Lake-S bekanntlich an der nächsten Generation seiner Desktop-Prozessoren. Erste mutmaßliche Benchmark-Ergebnisse eines 28-Kern-Modells deuten auf Fortschritte bei der Single-Thread-Leistung hin. Im PassMark-Test übertrifft der bislang nicht offiziell vorgestellte Prozessor den aktuellen Core Ultra 9 285K. Bei der Gesamtleistung über mehrere Kerne reicht es dagegen noch nicht für die Spitze.

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Der schnellste unter der generischen Bezeichnung „Intel 0000“ in PassMark PerformanceTest 11.1 entdeckte Eintrag des mutmaßlichen 28-Kern-Prozessors erreicht 5.210 Punkte im Single-Thread-Test. Ein zweiter Eintrag kommt auf 5.191 Punkte. Zum Vergleich: Der Core Ultra 9 285K erreicht in der herangezogenen Referenz 5.059 Punkte. Damit liegt der Nova Lake-S Prototyp knapp drei Prozent vorn.

Auch gegenüber AMDs Ryzen 9 9950X3D fällt der Vergleich zugunsten des vermutlich als Core Ultra 9 4970K BFC auf den Markt kommenden Intel-Musters aus. Dieser kommt auf 4.805 Punkte, während der ältere Core i9-14900KF mit 4.635 Punkten ebenfalls zurückliegt. Der Vorsprung des neuen Intel-Prozessors beträgt damit rund acht Prozent gegenüber AMDs aktuellem X3D-Modell und zwölf Prozent gegenüber dem Core i9-14900KF.

Die Ergebnisse sind insbesondere deshalb interessant, weil die Single-Thread-Leistung für Anwendungen relevant ist, die nur wenige CPU-Kerne effektiv nutzen. Dazu gehören bestimmte Spiele und Programme mit überwiegend serieller Verarbeitung. Der Vorsprung im synthetischen PassMark-Test lässt sich allerdings nicht direkt in entsprechend höhere Bildraten oder kürzere Laufzeiten übertragen.

Bei der Gesamtleistung über mehrere Kerne ergibt sich ein anderes Bild. Der Nova Lake-S Prototyp erreicht im CPU-Mark-Test 61.509 Punkte und liegt damit zwar vor dem Core i9-14900KF mit 58.074 Punkten, aber hinter den beiden aktuellen Spitzenmodellen. Denn der Core Ultra 9 285K kommt auf 67.274 Punkte und liegt damit rund neun Prozent vor dem neuen CPU-Muster. AMDs Ryzen 9 9950X3D erreicht 72.065 Punkte und baut seinen Vorsprung auf etwa 17 Prozent aus. Selbst mit 28 Kernen kann der bislang getestete Nova Lake-S Prozessor die beiden Konkurrenten mit 24 bzw. 16 Kernen in diesem Benchmark somit noch nicht überholen.

Die Gegenüberstellung zeigt, dass Intel offenbar vor allem bei der Leistung einzelner Kerne Fortschritte erzielt. Bei stark parallelisierten Aufgaben wie Rendering oder bestimmten Berechnungen bleibt dagegen abzuwarten, wie sich die finale Architektur und die zusätzlichen Kerne der neuen Generation auswirken.

Passmark-Ergebnisse von Nova Lake-S (Quelle: Videocardz)

Neben dem 28-Kern-Prozessor wurden Einträge zu einer mutmaßlichen 8-Kern-Variante entdeckt. Deren bester Single-Thread-Wert liegt mit 5.085 Punkten knapp über dem Referenzwert des Core Ultra 9 285K. Bei der Multi-Core-Leistung erreicht das Modell 23.478 Punkte.

Allerdings schwanken die Ergebnisse der verschiedenen Einträge dieser 8-Kern-Konfiguration erheblich. Die Ursache dafür ist nicht bekannt; unterschiedliche Testbedingungen oder noch nicht ausgereifte Entwicklungsplattformen kommen als Erklärung infrage. Die Werte sind deshalb nur eingeschränkt aussagekräftig.

Die Desktop-Prozessoren der Nova-Lake-S-Familie werden derzeit für 2027 erwartet. Laut aktuellen Informationen könnten die ersten Modelle mit 28 Kernen zwischen Ende Januar und März erscheinen. Weitere Varianten sollen im Frühjahr folgen. Intel hat die genannten Benchmark-Ergebnisse und den Zeitplan bislang nicht offiziell bestätigt.

Quelle: Videocardz

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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