Ware bestellen, testen, zurücksenden vertretbar?

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_-Linus-_
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Ware bestellen, testen, zurücksenden vertretbar?

Ungelesener Beitrag von _-Linus-_ » 01.05.2012, 20:29

Hallo,
ich bin mir weder sicher, ob das hier der richtige Bereich für sowas ist, noch, ob ich nicht vllt belächelt werde und mich der Lächerlichkeit preisgebe, dennoch stelle ich die Frage einfach mal:

Inwiefern haltet ihr es für verwerflich oder geschäftsschädigend, wenn ich mich zwischen verschiedenen Produkten nicht entscheiden kann und diese, um sie zu Hause testen zu können, bestelle, obwohl ich vorher schon weiß, dass ich alle bis auf eins zurückschicken werde? Laut Fernabsatzgesetz steht mir diese Möglichkeit geseztlich ja zumindest innerhalb von 2 Wochen zu. Wenn ich pfleglich damit umgehe, dürfte das doch kein Problem sein, oder? Rechnen Versender sowas direkt mit ein und schlagen das sowieso von vornerein auf den Preis auf?

Mir ist klar, dass das eigentlich meine Entscheidung sein sollte, dennoch wüsste ich gerne, wie ihr sowas handhabt? Habt ihr schonmal schlechte Erfahrungen mit dem Zurücksenden gemacht?

tbabik
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Re: Ware bestellen, testen, zurücksenden vertretbar?

Ungelesener Beitrag von tbabik » 01.05.2012, 21:19

Dafür ist das Fernabsatzgesetz aber nicht unbedingt gedacht. Wenn alle Leute dieses so ausnutzen darf man sich nicht über rückgehenden Kundenservice wundern oder das Ausbleiben von weiteren Gesetzen zum Schutz der Kunden. Ich selbst find es nicht in Ordnung und würde es nicht machen.

Soweit ich weiß, je nach Art der Ware und des Preises, kann der Verkäufer die Übernahme des Rücksendeportos verweigern. Außerdem darf er einen gewissen Prozentsatz einbehalten wenn du irgendwelche Sigel gebrochen hast und er es nicht ohne weiteres wieder als Neuware verkaufen kann.

_-Linus-_
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Re: Ware bestellen, testen, zurücksenden vertretbar?

Ungelesener Beitrag von _-Linus-_ » 01.05.2012, 22:01

tbabik hat geschrieben: Soweit ich weiß, je nach Art der Ware und des Preises, kann der Verkäufer die Übernahme des Rücksendeportos verweigern. Außerdem darf er einen gewissen Prozentsatz einbehalten wenn du irgendwelche Sigel gebrochen hast und er es nicht ohne weiteres wieder als Neuware verkaufen kann.
Die Grenze liegt glaube ich bei 40€ und würde in dem Fall deutlich überschritten werden. Siegel brechen, Einweggegenstände nutzen, etc. würde ich selbstverständlich nicht.
Dass das Gesetz nicht dazu dienen soll, ist mir bewusst, ansonsten hätte ich hier nicht nachgefragt ;)

Hat noch jemand eine Meinung dazu? :)

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Re: Ware bestellen, testen, zurücksenden vertretbar?

Ungelesener Beitrag von Soulprayer » 01.05.2012, 23:09

Kommt auch darauf an, was es ist.
Viele Sachen kann man auch leasen (Beamer oder so)

Vielleicht kann es ja auch mal bei einem Freund oder Arbeitskollegen oder Freundesfreund oder so getestet werden?
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Re: Ware bestellen, testen, zurücksenden vertretbar?

Ungelesener Beitrag von push » 02.05.2012, 13:21

tbabik hat geschrieben:Dafür ist das Fernabsatzgesetz aber nicht unbedingt gedacht.
Natürlich ist es dafür gedacht. Es soll die Kunden so stellen, als wären sie im Laden und könnten sich die Gegenstände jeweils angucken und direkt vergleichen.

Ich zitiere:
Das Verbraucherprivatrecht soll sicherstellen, dass die Wahl- und Entscheidungsfreiheit des Verbrauchers im Zusammenhang mit dem Erwerbsvorgang gesichert wird, der Verbraucher also tatsächlich frei von Zwängen, Täuschungen
und Irreführungen und unter situationsangemessen vollständiger Information eine überlegte und gewollte Konsumentscheidung trifft.
Quelle: Grunewald/Peifer, Verbraucherschutz im Zivilrecht, m.W.N.
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Re: Ware bestellen, testen, zurücksenden vertretbar?

Ungelesener Beitrag von tbabik » 02.05.2012, 19:28

@Push, soweit ich weiß soll das Fernabgesetz dem Kunden ermöglich die Ware im selben Umfang begutachten zu können wie im Ladengeschäft. So dass keine Nachteile gegenüber Ladengeschäften entstehen. Den genauen Wortlaut kenn ich allerdings nicht. Die Frage ist aber wohl immer davon abhängig was für Ware und was genau mit testen gemeint ist. Der Threadersteller hat hierzu keine Details genannt. Ich ging mal von Hardware aus und da gibt es durchaus Beispiele bei denen dies im Laden auch nicht möglich ist und man dem Verkäufer unnötig Kosten verursacht indem man kauft obwohl man sich bewusst ist dass man die Ware wieder zurück schickt. Du kannst in einem Laden auch nicht erwarten dass man dir fünf Mainboards aushändigt und du diese in deinem System zur Probe verbaust. Bei CPUs genauso.

Bei Monitoren würd ich sagen wäre dies noch in Ordnung und vertretbar. Je nachdem wie behutsam man mit der Verpackung umgeht.

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Re: Ware bestellen, testen, zurücksenden vertretbar?

Ungelesener Beitrag von push » 02.05.2012, 23:29

Deshalb gibt es die Grenze bei 40€, bis dahin muss der Käufer die Kosten für die Rücksendung selber tragen. Darüber ist es eben geltendes Recht, unabhängig davon, was im Laden konkret möglich ist oder nicht. Wenn der Händler das so nicht will, dann darf er eben keine Sachen versenden. Tut er dies doch, dann muss er sich auch an das Fernabsatzgesetz halten. Außnahmen gibt es nur bei individuell hergestellten Sachen oder bei solchen Sachen wie Unterwäsche, wo es reichlich eklig wäre, diese wieder zurückschicken zu können.
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Re: Ware bestellen, testen, zurücksenden vertretbar?

Ungelesener Beitrag von _-Linus-_ » 03.05.2012, 02:01

Ich gab keine konkreteren Details an, da ich das eher für den allgemeinen Fall wissen wollte. Konkret würde es in absehbarer Zeit vermutlich um Dinge handeln wie Tastatur, Maus, Kopfhörer, evtl. auch Beamer. Bei diesen ist häufig ein Test im Geschäft nicht ausreichend oder zufriedenstellend durchführbar. Oft sind auch die zu vergleichenden Modelle nicht alle vorhanden.
Zuletzt geändert von _-Linus-_ am 03.05.2012, 02:02, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ware bestellen, testen, zurücksenden vertretbar?

Ungelesener Beitrag von fassy » 03.05.2012, 14:51

Das FernAbsG gibt es schon geraume Zeit nicht mehr... ;)

Aber egal, meine Meinung: Grade bei Dingen Tastatur, Maus und Kopfhörer finde ich das ziemlich bedenklich...

Um eine Tastatur oder Maus ausgibig zu testen musst du sie schon ein paar Tage verwenden, die kann kein Händler mehr als Neuware verkaufen und zieht dir zurecht etwas von dem erstatteten Preis ab.

Zudem sind grade Mäuse und Kopfhörer i.d.R. in verschweißten Plastikblistern, sobald du die öffnest kann die auch kein Händler mehr als Neuware weiterverwenden. Im Laden kannst du dir z.B. einen Sennheiser Kopfhörer auch nur in der Verpackung ansehen oder du musst in eine in guten Laden gehen der ein paar Probegeräte anbietet - und für den Service und die Beratung mehr zahlen als online.

Etwas anderes ist das bei z.B. Hosen oder Pullovern. Ob du die zuuhause oder im Laden anprobierst ist ziemlich egal, die kann man dann an Otto oder Neckermann zurücksenden und sie können die Sachen wieder als Neuware verwenden.

Rein meiner Moral folgend finde ich es nicht ok mir 10 Tastaturen schicken zu lassen und davon 9 zurück zu schicken nachdem ich sie mit meinem Fingerfett vollgeschmiert oder meine Wimpern zwischen den Tasten sortiert habe - an In-Ear Kopfhörer mag ich da mal gar nicht denken, normale Kopfhörer finde ich aber auch unappetitlich... ;)

Als nächster Kunde würde ich definitiv geöffnete Ware wieder zurückschicken und Neuware verlangen.

Rechtlich ist die Sache schwierig, manche Händler werden dir wohl versuchen dafür etwas abzuziehen, siehe auch hier:
http://www.trustedshops.de/shop-info/widerrufsrecht-wertersatz/ hat geschrieben: Wertersatz für Verschlechterung oder Untergang
Verschlechterung und Untergang i.S.v. § 346 Abs. 2 Nr. 3 BGB sind Werteinbußen, die nicht durch bestimmungsgemäßen Gebrauch entstanden sind. Unter Untergang ist dabei die Zerstörung der Sache zu sehen, wobei eine physische Zerstörung nicht erforderlich ist; entscheidend ist vielmehr, dass die Sache nicht mehr herausgegeben werden kann[...]

Ob auch eine Verschlechterung der “Originalverpackung” unter diese Norm fällt, richtet sich nach der Funktion und der Bedeutung der Verpackung für die Ware und ihre Verkehrsfähigkeit. Ist die Verpackung für die Ware ein wertsteigernder Faktor, so stellt sie zugleich einen Bestandteil der Ware dar und wird von den Wertersatzregelungen des § 346 BGB erfasst. Bei Primärverpackungen wird deshalb im Regelfall eine Wertersatzpflicht bejaht werden, da das Produkt aus Verbrauchersicht ohne diese Originalverpackung unvollständig ist (z.B. die Verpackung von Miniaturmodellen, Notebooks oder Designeruhren). Bloße Transport- oder Umverpackungen, die nicht individuell vom Hersteller für die Ware erstellt wurden, werden regelmäßig nicht von § 346 Abs. 2 BGB erfasst.

Wertersatz für Verschlechterungen infolge bestimmungsgemäßer Ingebrauchnahme:

Mit dem Schuldrechtsmodernisierungsgesetz wurde 2002 eine verschärfte Verbraucherhaftung beim Widerruf eingeführt. Der Unternehmer hat nach § 357 Abs. 3 Satz 1 und 2 BGB Anspruch auf Wertersatz für eine über die Prüfung hinausgehende, durch die bestimmungsgemäße Ingebrauchnahme der Sache entstandene Verschlechterung, wenn er den Verbraucher spätestens bei Vertragsschluss in Textform auf diese Rechtsfolge und die Möglichkeit ihrer Vermeidung hingewiesen hat.

[...]

Prüfung der Ware
Ein Wertersatzanspruch gem. § 357 Abs. 3 S. 1 BGB besteht nicht, wenn die Verschlechterung lediglich auf eine “Prüfung” der Ware zurückzuführen ist. Der Begriff der Prüfung ist danach auszulegen, welche Möglichkeiten der Verbraucher bei einer Begutachtung im stationären Handel hat. Im Ladengeschäft ist es bspw. auch nicht möglich, Friteusen oder Rasenmäher in Gebrauch zu nehmen, sie können nur besichtigt werden.[...]
Zuletzt geändert von fassy am 03.05.2012, 14:55, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Ware bestellen, testen, zurücksenden vertretbar?

Ungelesener Beitrag von harty09 » 09.05.2012, 10:22

An sich ist das dein gutes Recht, aber ebenso ist es das gute Recht der Versandhäuser, dir den Gegenstand dann doch aufzuzwingen, wenn irgendwelche minimalen Gebrauchsspuren zu sehen sein sollten. Hab mal bei einem Schuhversand gearbeitet, da haben die Leute auch teilweise 10 Paar Schuhe bestellt und dann nur eins genommen. Ich mein klar, sind halt Schuhe, muss man anprobieren, aber ich war dann die dumme Sau, die alles wieder putzen, kontrollieren und einsortieren muss. :D

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Re: Ware bestellen, testen, zurücksenden vertretbar?

Ungelesener Beitrag von push » 09.05.2012, 18:23

Den Gegenstand können sie dir niemals aufzwingen, höchstens Wertersatz verlangen. Das aber auch nur dann, wenn man die Artiekl über Gebühr gebraucht hat. Wenn man sie nur insoweit ausprobiert hat wie man es auch im Laden hätte machen können, dann kann der Versender gar nichts machen.
Wie immer kommt es auf den Einzelfall an bei solchen Sachen, das sollte klar sein.
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Re: Ware bestellen, testen, zurücksenden vertretbar?

Ungelesener Beitrag von _-Linus-_ » 10.05.2012, 23:34

Selbstverständlich würde ich nicht 10 verschiedene Dinge bestellen, sondern nur 2 oder 3, die es wirklich in die engste Auswahl geschafft haben. Auch Gebrauchsspuren würde ich gebührend entfernen, das bekomme ich nach eigener Erfahrung auch bei Gegenständen, die ich ein halbes Jahr relativ intensiv im Benutzung gehabt habe, recht gut hin. Fingerfett, Härchen etc. auf oder in den Produkten kommen da gar nicht in Frage, man glaubt gar nicht, wie nützlich Wattestäbchen und diverse Chemikalien sind ;)
Danke für eure Empfehlungen/Empfindungen/Erläuterungen.
Zuletzt geändert von _-Linus-_ am 11.05.2012, 01:19, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ware bestellen, testen, zurücksenden vertretbar?

Ungelesener Beitrag von allome » 15.05.2012, 10:12

ich würde auch sagen, dass es auf das produkt ankommt. außerdem auf die größe der firma. bei einer riesenfirma hätte ich ein weniger schlechtes gefühl, als bei einem kleinen geschäft. aber eigentlich mache ich so etwas auch nicht.

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Re: Ware bestellen, testen, zurücksenden vertretbar?

Ungelesener Beitrag von quadpumped » 31.05.2012, 17:19

teilweise bist du im Laden sogar schlechter gestellt als beim Online-Kauf.
Letztens wollte ich einen neuen Monitor kaufen, im Laden keine Chance mir das Teil anzuschauen wegen Pixelfehler usw.
Hätte ich online bestellt und Pixelfehler gehabt, hätte ich zurücksenden können.
Zuletzt geändert von quadpumped am 31.05.2012, 17:20, insgesamt 1-mal geändert.

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