Glauben an den/die Deutschen Staat/Politiker

Kanzler, Parteien, Unternehmen, Mittelstand etc.
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Seelenkrank
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Ungelesener Beitrag von Seelenkrank » 22.08.2008, 21:15

"Privatisierung - das Telefonnetz wurde auch privatisiert, die Preise sind durch Wettbewerb gefallen."
jo mit regulierer der dem monopolisten vorschreibt was er den anderen abknöpfen darf...
ok es gibt private bahnbetreiber aber die werden das nie flächendeckend machen können...

H3LL S3RV4NT
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Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 23.08.2008, 17:50

Bei dem einen Vorschlag zur Bahn-IPO würde genau das bei rauskommen - die Gleise bleiben im Staatsbesitz, die Bahn AG im Streubesitz sowie die Konkurrenz mietet die Gleise dann an.
Wobei der Vergleich allerdings etwas hinkt, da zwischen einem Kabel in der Erde und einem Gleisabschnitt zugegebenermassen ein kleiner Unterschied besteht ;-)
>kq

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La-Z
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Ungelesener Beitrag von La-Z » 23.08.2008, 18:18

Bahn-Privatisierungen sind schon in sehr vielen Ländern gescheitert. Frag z.B. mal die Engländer, was sie von ihrer Bahn halten, seit sie privatisiert wurde. Und die Deutsche Bahn ist auch auf dem besten Weg dahin, wie man z.B. an ihrem Umgang mit dem ICE3 und seiner Sicherheit sieht.

H3LL S3RV4NT
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Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 23.08.2008, 18:39

Dafür hats in Japan geklappt. Aber bei sowas muss man immer aufpassen, da sowohl Ausgangslage als auch das Privatisierungsverfahren von dem in D abweicht.
>kq

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Ungelesener Beitrag von La-Z » 28.08.2008, 07:17

H3LL S3RV4NT hat geschrieben:Die 10% Topverdiener bringen 90% der Einkommensteuer auf
Nachdem grade die Zahlen für 2004 rausgekommen sind lag ich mit 10/50 wohl näher dran:
taz hat geschrieben:So zahlten die obersten 26,8 Prozent der Steuerpflichtigen 79,6 Prozent der Lohn- und Einkommensteuer, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.
Quelle

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Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 29.08.2008, 17:24

In der Tat sind es die oberen 10%, die 51,8% der Einkommensteuer aufbringen, siehe Seite 7 der zugrundeliegenden Einkommenstatistik für 2004.
>kq

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blindhai
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Ungelesener Beitrag von blindhai » 29.08.2008, 17:45

Traue keiner Statistik die du nicht selbst gef... ähm erstellt hast :).

Durch blosses Betrachten der Einkommenssteuer entsteht ein falsches Bild von den "guten" Reichen und den "bösen" Armen. Zumal man als Reich iirc schon ab knapp 37.000 Euro pro Jahr gilt. Das wären ca. 3000 Euro brutto pro Monat.

Vielleicht verstehe ich unter Reich etwas anderes, für mich wäre das nicht reich aber gut verdienend. Dann würden Lehrer ja auch als Reich gelten :D.

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Ungelesener Beitrag von La-Z » 31.08.2008, 11:48

blindhai hat geschrieben:Durch blosses Betrachten der Einkommenssteuer entsteht ein falsches Bild von den "guten" Reichen und den "bösen" Armen.
Man muss halt Statistiken lesen können. Dann sieht man z.B. auch, dass da von den oberen 25% der Einkommen kaum einer den Spitzensteuersatz zahlt sondern der wirklich gezahlte Einkommensteuersatz ungefähr gleich bleibt, quer durch die Einkommen.
blindhai hat geschrieben:Zumal man als Reich iirc schon ab knapp 37.000 Euro pro Jahr gilt. Das wären ca. 3000 Euro brutto pro Monat.
Ab da gehört man zu den Beziehern der oberen 25% der Einkommen. Ob man das jetzt "reich" nennt oder nicht ist IMO recht egal.

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Ungelesener Beitrag von Uncle Doc » 31.08.2008, 13:48

La-Z hat geschrieben:
blindhai hat geschrieben:[...]
blindhai hat geschrieben:Zumal man als Reich iirc schon ab knapp 37.000 Euro pro Jahr gilt. Das wären ca. 3000 Euro brutto pro Monat.
Ab da gehört man zu den Beziehern der oberen 25% der Einkommen. Ob man das jetzt "reich" nennt oder nicht ist IMO recht egal.
Ist das echt so, dass nur ein Viertel der Arbeitenden in Deutschland >=3k €/Monat brutto hat?
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blindhai
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Ungelesener Beitrag von blindhai » 31.08.2008, 13:51

In dem Artikel wird die als "Reich" bezeichnet, daher habe ich das so übernommen. Damit man gleich weiss wovon ich spreche, ist auch schon kurz und knapp :).

H3LL S3RV4NT
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Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 31.08.2008, 14:50

In 2004 lag das durchschnittliche zu versteuernde Einkommen (also der Betrag, aus der sich die Steuerlast ergibt) bei knapp über 30k€, der Median bei gut 23k€.
Dann sieht man z.B. auch, dass da von den oberen 25% der Einkommen kaum einer den Spitzensteuersatz zahlt sondern der wirklich gezahlte Einkommensteuersatz ungefähr gleich bleibt, quer durch die Einkommen. - Abgesehen davon, dass du anscheinend Grenz- und Durchschnittssteuersatz durcheinander wirfst, ist das bei einem progressiven Steuertarif schlicht unmöglich. Woran willst du das denn abgelesen haben? In der Destatis Einkommenstatistik 2004 sehe ich nix, was derartiges unterstützen würde.
>kq

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Ungelesener Beitrag von La-Z » 31.08.2008, 20:04

@Uncle Doc
Der nächste Satz nach dem Zitat von oben ist:
taz hat geschrieben:Zu diesem obersten Viertel zählt schon, wer über ein Jahreseinkommen von mehr als 37.500 Euro verfügt.
@Hell
Es gab knapp unter 10.000 Menschen mit einem Einkommen über 1 Mio Euro, die im Schnitt 2,7 Mio verdient haben. Darauf haben sie im Schnitt etwas unter einer Mio Steuern gezahlt, macht 35%. Quelle dafür ist die taz, der gleiche Artikel wie oben verlinkt. Laut der dort erwähnten DIW-Studie sinkt die Steuerlast wenn man weiter nach oben geht noch etwas, die am besten verdienenden 450 Deutschen zahlen dann nur noch 34%. Zum Vergleich: Sptzesteuersatz sind 42% bzw. 45%, also rund 10% mehr. Bei einem Jahrseinkommen von 2,7 Mio. Euro machen die paar tausend Euro auf die der nicht fällig wird nicht so viel aus...

Und um mal wieder so richtig onTopic zu werden: Das ist ungefähr das, was ein MdB auch zahlt, siehe z.B. die Steuererklärung von Ulrich Kelber.

Irgendwo hatte ich ähnliche Zahlen was die Steueralst für Durchschnittsverdiener angeht gesehen, die finde ich aber nicht mehr. Wobei ich das oben trotzdem korrigieren muss: Über 1/4 der Steuerpflichtigen zahlt so gut wie keiner Steuern weil ihr Jahreseinkommen unter 10.000€ liegt.

hannesmar
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Ungelesener Beitrag von hannesmar » 24.07.2009, 09:15

In Zeiten wie diesen fällt es echt schwer dem Staat udn den Politikern Vertrauen entgegen zu bringen. Es ist schon so viel negatives passiert und da fühlt man sich natürlich von den Politikern im Stich gelassen. Wenn man sich die Arbeitslosigkeit ansieht, die Bankenkrise, der Wertverfall von Immobilien in bestimmten Regionen, der Ausverkauf deutscher Unternehmen - da läuft zu viel falsch und wenn sich nicht bald etwas ändert, kommen auf uns noch schwerere Zeiten zu.

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KoreaEnte
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Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 24.07.2009, 09:25

der Wertverfall von Immobilien in bestimmten Regionen, der Ausverkauf deutscher Unternehmen
Was hat der Staat damit zu tun, sowas regelt eben der Markt und das ist auch gut so.

H3LL S3RV4NT
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Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 24.07.2009, 14:52

@hannesmar: und was genau willst du uns damit sagen? Was wären deiner Meinung nach die richtigen Maßnahmen, die hätten ergriffen werden sollen? Und was genau hat die Politik bspw. mit dem Missmanagement bei Opel/GM zu tun? Ausverkauf deutscher Unternehmen - also lieber komplett crashen gehen lassen, statt mit ausländischen Geldgeber und ggf. harten Einschnitten sanieren?
@Koreaente: der Markt für Gebrauchtimmobilien reagiert wohl eher auf externe Impulse: Wirtschaftslage (insbesondere Gewerbeimmobilien), Umgebung, staatliche Förderung (Eigenheimzulage bei Privatiers, Sonderabschreibungen bei Firmen) etc.
>kq

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Re: Glauben an den/die Deutschen Staat/Politiker

Ungelesener Beitrag von quadpumped » 17.02.2010, 09:45

haha

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 98,00.html

Also ich finde diesen Vorschlag hervorragend :))

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Re: Glauben an den/die Deutschen Staat/Politiker

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 17.02.2010, 11:36

Ich finde den Vorschlag dämlich, entweder alle oder keinen, alles andere ist ja nur eine Erpressung.

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Re: Glauben an den/die Deutschen Staat/Politiker

Ungelesener Beitrag von Epfi » 17.02.2010, 11:38

Der Vorschlag entspricht aber in etwa dem, was in Deutschland gemacht wird. Nur eben andersrum.
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Re: Glauben an den/die Deutschen Staat/Politiker

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 17.02.2010, 11:49

Epfi hat geschrieben:Der Vorschlag entspricht aber in etwa dem, was in Deutschland gemacht wird. Nur eben andersrum.
Bitte für blöde Enten nochmal ein bißchen ausführlicher beschreiben was du damit meinst ;)
Zuletzt geändert von KoreaEnte am 17.02.2010, 12:08, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Glauben an den/die Deutschen Staat/Politiker

Ungelesener Beitrag von AndyydnA » 17.02.2010, 11:50

Schweizer Politker sollen ihre deutschen Bankdaten offen legen? ;P

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Re: Glauben an den/die Deutschen Staat/Politiker

Ungelesener Beitrag von Epfi » 17.02.2010, 13:07

Die Steuerfahndung geht ja mehr in Richtung BMW, wie es die vier "Querulanten" aus Frankfurt so schön gesagt haben. Sprich Bäcker, Metzger, Wirte und nicht in Richtung von den Menschen, wo es sich wirklich lohnen würde. Und genau deren Daten würde man dann ja offenlegen, während die Bäcker, Metzger und Wirte weiterhin in Ruhe ihre Millionen in die Schweiz schieben können...
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Re: Glauben an den/die Deutschen Staat/Politiker

Ungelesener Beitrag von Soulprayer » 17.02.2010, 16:05

und hier der nächste Batzen Vertrauenszerfetzung:
http://www.golem.de/1002/73201.html
Ich bin ein UFO - ein unheimlich faules Objekt.

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Re: Glauben an den/die Deutschen Staat/Politiker

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 17.02.2010, 19:36

@Epfi: Wirte besch**ssen eh alle. Und die Steuerfahnung beschäftigt sich vorrangig mit GmbHs und grossen Firmen, ganz einfach weil sich der Aufwand bei nem kleinem Krauter nicht lohnt. Zudem hast du privaten Kapitalanlegern das Problem, dass du keine wirklich Indikatoren hast, wenn Geld halbwegs professionell ins Ausland verlagert und hier dennoch nicht versteuert wird. Hohe Einkünfte, aber geringe Kapitalerträge sind ein Indiz, mehr aber auch nicht. Der eine hat nen teuren Lebensstil (Autos, Frauen, Reisen, Puffbrause), der andere ist Mäzen, ein dritter kauft sich Häuser.
Den Vorschlag von den Schweizern finde ich aber sympathisch. Firmen müssen ihre Jahresabschlüsse auch veröffentlich, warum sollte es bei Volksvertretern bei deren Einkünften und Kapitalexporten ein besonderes Schutzbedürfnis geben?
>kq

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Re: Glauben an den/die Deutschen Staat/Politiker

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 17.02.2010, 20:47

Das Politiker alle Einkünfte offenlegen müssen, finde ich nicht schlimm. Aber wenn die Schweizer nur diese Konten "verraten" und nicht die der anderen deutschen Bürger, ist das für mich nur Erpressung und hat nichts mit Fairness oder ähnlichem zu tun.

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Re: Glauben an den/die Deutschen Staat/Politiker

Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 17.02.2010, 21:18

Wenn Politiker damit erpressbar sind, haben die in der Bundesregierung o.ä. nix verloren. Wir reden hier wohlgemerkt von Steuerhinterziehung, die mit bis zu 10 Jahren Knast honoriert wird...
>kq

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