Hynix erhöht Preise

... und eröffnet stillgelegte Fab

Die Explosion der Speicherpreise scheint sich langsam in eine Kettenreaktion zu verwandeln. Sämtliche Speicherhersteller erhöhten ihre (extrem niedrigen) Preise in den letzten Wochen teilweise dramatisch. Zuletzt hob der koreanische Riese Hynix die Preise um 30% an. Damit kostet ein 128MBit Speicherchip jetzt $3, nur halb soviel wie Anfang 2001. Einen Grund für den Preisanstieg nannte Hynix nicht – das ist aber eigentlich auch nicht nötig. Es ist allgemein bekannt, dass die Speicherchips ihre Besitzer ein Jahr lang zu einem Preis wechselten, der unter den Herstellungskosten lag. Die von hohen Preisen für neue Fertigungstechnologien gebeutelten Hersteller häuften im Jahr 2001 Verluste in Milliardenhöhe an. Ewig kann so kein Unternehmen wirtschaften. Preiserhöhungen waren nur eine Frage der Zeit. Es ist sogar wahrscheinlich, dass die Preise noch stärker anziehen werden.

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Kurzfristig gesehen sind höhere Preise natürlich unschön für die Kunden. Zur Blütezeit des Niedrigpreisspeichers bekam man 1GB Speicher für nur wenig mehr als 150DM, und daran haben sich viele gewöhnt. Nun wird gegen die geldgierigen Speicherhersteller gewettert, die sich auf Kosten der Kunden bereichern wollen und daher die Preise über Gebühr erhöhen.
Langfristig gesehen ist es jedoch wichtig, dass sich ein höheres Preisniveau etabliert. Nur so kann die sündhaft teure Herstellungstechnik finanziert werden und nur so bleiben viele Wettbewerber im Geschäft. Sind die Preise zu niedrig, verdienen zuerst die kleineren Hersteller nichts mehr und ziehen sich aus dem Geschäft zurück. Was bleibt, sind vielleicht 3-5 grosse Hersteller – ein Oligopol. Und auf genau das steuern wir zur Zeit zu. Was das heisst, dürfte ebenfalls klar sein: Höhere, über einen langen Zeitraum gleichbleibende Preise, weniger Innovationen etc.

Im Zusammenhang mit Hynix‘ Preiserhöhung ist interessant, dass der Hersteller fast zeitgleich eine stillgelegte Fabrik reaktivierte. Wenn man ein höheres Preisniveau anstrebt, verringert man üblicherweise den Produktionsausstoß. Hynix steuert jedoch genau in die entgegengesetzte Richtung. Welchen Sinn das hat, weiß wohl nur Hynix. Evtl. möchte man den Wert der eigenen Firma steigern? Micron befindet sich schließlich noch immer in Übernahmeverhandlungen mit Hynix.

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