Bald EU-Importzoll für Hynix?

Koreanischem Speicherhersteller drohen Probleme beim Import in die EU

Nach Berichten der Financial Times wird die europäische Kommission in Kürze Strafzölle in Höhe von 33% auf in die EU importierten DRAM-Speicher des koreanischen Herstellers Hynix Semiconductor erheben. Als Gründe werden die nach Meinung der EU-Kommission illegalen Subventionen der südkoreanischen Regierung für Hynix genannt, die zu einer Wettbewerbsverzerrung führen. Konkurrent Infineon hatte das Verfahren vor etwa acht Monaten beantragt, als Hynix die Übernahme durch den amerikanischen Speicherhersteller Micron drohte und dies durch massive Begünstigungen seitens koreanischer Banken und des Staates quasi in letzter Minute abgewendet werden konnte. Eine endgültige Entscheidung über die Strafzölle beim Import von Hynix DRAM in die Europäische Union wird Mitte April erwartet.

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Hynix, der viertgrößte Speicherhersteller der Welt, wiegelte inzwischen ab. Diese Entscheidung würde Hynix-Speicher zwar praktisch vom Import in die EU ausschließen, weil dieser preislich dann nicht mehr wettbewerbsfähig wäre, allerdings wäre der Einfluss auf die Verkäufe insgesamt sehr gering. Nur 15% der Produkte von Hynix würden nach Angaben des Herstellers nach Europa verkauft, da z.B. die Importe über die Fabrik in den USA nicht von diesen Strafzöllen betroffen wären. Außerdem könnte man diese Einfuhrbeschränkung umgehen, indem die bisher direkten Lieferungen an europäische Kunden über Fabriken außerhalb der EU “umgeleitet“ würden.

Viel schwerwiegender ist aber der mögliche Einfluss der Entscheidung der EU-Kommission auf ein ähnliches Verfahren in den USA. Wie Infineon hier hatte dort Micron die U.S. International Trade Commission aufgefordert, die nach ihrer Auffassung wettbewerbswidrigen Staatshilfen für den Konkurrenten Hynix zu untersuchen. Sollte in Nordamerika eine vergleichbare Entscheidung gefällt werden, wären die Auswirkungen für Hynix voraussichtlich verheerend. Ein Bankrott des koreanischen Speicherherstellers ist dann nicht mehr auszuschließen.

Quelle: EE Times

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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