3D-Spielegrafik fürs Handy

ATI bringt Imageon 2300 Grafikchip - und auch nVidia mischt wohl bald mit

Mobiltelefone können bereits seit einiger Zeit mit mehrfarbigen Displays und Spielen aufwarten. “Richtige“ 3D-Grafik, wie man sie von modernen PC-Spielen kennt, sucht man allerdings meist noch vergebens – wenn man mal von den ersten Versuchen von Geräten wie dem Nokia N-Gage absieht, einer Kombination aus Handheld-Spielkonsole und Handy. Technischer Vorreiter in diesem Grafikchip-Segment ist bisher Imagination Technologies, deren PowerVR MBX bereits auf der CeBIT 2002 im lauffähigem Zustand gezeigt wurde. Diese Technologie ist mittlerweile an mehrere Hersteller lizensiert worden, z.B. an Intel. Entsprechende Hardware findet man jedoch immer noch nicht im Handel. Jetzt ziehen aber auch die Marktführer bei der PC-Grafik in diesem Bereich nach, ATI und nVidia.

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ATI Technologies präsentiert auf der heute in Las Vegas beginnenden Computermesse CES (Consumer Electronics Show) den Imageon 2300 Multimedia- und Grafikchip für den Einsatz in Mobiltelefonen. Dieser bietet moderne 2D- und 3D-Grafik, kann MPEG4-codierte Videos in Echtzeit mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde darstellen, bietet einen Video Capture Port für digitale Fotoaufnahmen mit bis zu 2 Megapixel, unterstützt JPEG-Kompression und -Dekompression, besitzt einen integrierten Grafikspeicher und einiges mehr. Der ATI Imageon 2300 soll noch in diesem Quartal in die Massenproduktion gehen.

Ebenso wie der PowerVR MBX ist der Imageon 2300 kompatibel mit OpenGL ES, einer frei lizensierbaren Programmierschnittstelle für 3D-Grafik. OpenGL ES ist eine Untermenge der bei vielen Spielen verwendeten OpenGL API (Application Programming Interface), die ebenfalls ohne Lizenzkosten verwendet werden darf. OpenGL ES wird definiert und vermarktet von der “Khronos Group“, einer Unternehmens-übergreifenden Organisation. Zu dieser Gruppe gehören u.a. die Firmen 3Dlabs, ATI, Bitboys, Epson, Ericsson, Imagination Technologies, Mitsubishi, Motorola, Nokia, SGI, Sun Microsystems und seit neuestem auch nVidia. Mit diesem Beitritt gibt nVidia klar zu verstehen, dass man auch im Bereich der Handy-Grafik künftig mitmischen will. Detaillierte Pläne sind aber noch nicht bekannt.
Wie schon mit OpenGL und Direct3D bei der PC-Grafik, gibt es übrigens auch im Mobil-Bereich unterschiedliche Strömungen. Neben OpenGL ES entwickelt – keine Überraschung – Microsoft an einer eigenen API für Grafik in Handys und Handhelds. Diese hört auf den Namen “Direct3D Mobile“.

Wo 3D-Grafik ist, sind Benchmarks nicht weit. Deshalb ist die Ankündigung von Futuremark, einen Benchmark für Smartphones auf Basis des Symbian Betriebssystems entwickeln zu wollen, ebenfalls keine Überraschung. Das Symbian OS (Operating System) wird u.a. von den mobilen Geräten Siemens SX-1, Sony Ericsson P800 und P900, Nokia 9210 Communicator und 9290 Communicator sowie Nokia 7650, 6600, 3650, 3600 und N-Gage verwendet. Der Benchmark soll die Leistung und Stromaufnahme eines Symbian-basierten Handys bzw. Handhelds messen und beinhaltet auch 3D-Spielszenen mit OpenGL ES, Bildverarbeitung sowie Tests von Anwendungen wie Adressbuch und Kalender.
Futuremark hat mit der Unterstützung seiner Partner aus dem Benchmark-Entwicklungsprogramm um ATI, Intel, Imagination, Khronos Gruppe und nVidia die erste Spezifikation des neuen Benchmarks abgeschlossen und sieht eine Veröffentlichung im zweiten Quartal diesen Jahres vor.

Quelle: E-Mail

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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