Infos zu neuen ATI-Grafikchips

Erste inoffizielle Spezifikationen zu ATIs R420, R423, RV380 und RV370

Während es über den nVidia NV40 schon einiges zu lesen gab (z.B. im 3DCenter-Preview), war es um den ATI R420 bemerkenswert still, obwohl beide kommenden High-End Grafikchips voraussichtlich schon bald (im März auf der CeBIT?) angekündigt werden. Allerdings ist jetzt eine brandneue Roadmap von ATI aufgetaucht, aus der die Pläne der kanadischen Grafikchipentwickler für dieses Jahr hervor gehen. Grundsätzlich ist dabei festzustellen, dass ATI jeweils spezielle Chips für PCI-Express- und AGP-Grafikkarten anbieten wird. Eine (Hilfs-)Lösung mit einer sogenannten “Bridge“, durch die z.B. ein schon auf AGP-Karten eingesetzter Grafikchip auch auf PCI-E Karten verwendet werden kann, wird es von den Kanadiern nicht geben.

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Damit ist schnell erkennbar, worin sich z.B. ATI R420 und R423 unterscheiden. Während der R420 den AGP-Nachfolger des R360 (Radeon 9800 XT) darstellt, ist der R423 die PCI-E Variante des R420.
Hier eine Übersicht über die jetzt durchgesickerten Informationen über R420 und R423, die wie üblich außerdem in allen wichtigen Features wie den Shader-Engines und bei der Kantenglättung (FSAA) optimiert wurden.

Radeon 9800 XT
R360
R420 R423
Fertigung 150nm 130nm 130nm
Chiptakt 412 MHz ~ 500 MHz ~ 500 MHz
RAM-Takt 365 MHz 500 MHz 500 MHz
RAM-Schnittstelle 256bit 256bit 256bit
Speicherart GDDR2 GDDR3 GDDR3
Pipelines 8 8 8
Vertex Shaders 4 6 6
Transistoren 110 Mio. 160 Mio. 160 Mio.
Bus AGP AGP PCI Express
Erhältlich Jetzt Q2 2004 Q2 2004

Beide neuen Grafikchips werden in der 130nm Low-K Prozesstechnologie gefertigt, die ATI erstmals beim RV350 (Radeon 9600) verwendet hat. Die Kanadier gehen weiter nach der Strategie vor, neue Herstellungsverfahren erst bei den weniger komplexen Grafikchips einzusetzen, bevor dies dann auch mit den High-End Modellen gemacht wird. So überrascht es nicht, dass der Low-End RV370 im zweiten Quartal erstmals in 110nm Technologie produziert werden soll – und nicht die High-End Versionen.
Der RV370 soll die Radeon 9000 bzw. 9200 ablösen und verfügt über vier Rendering Pipelines und zwei Vertex Engines. Ansonsten ist über diesen Chip noch relativ wenig bekannt.
Mehr Details gibt es dagegen über den RV380, den laut ATI-Roadmap “ersten PCI Express Grafikcontroller der Welt“. Dieser Mainstream-Chip dürfte also noch vor dem R423 erscheinen und hat bemerkenswerterweise kein vergleichbares AGP-Gegenstück. ATI verweist die AGP-Anwender stattdessen auf Radeon 9800 (Non-Pro) und Radeon 9600XT. So kann man wohl davon ausgehen, dass eine RV380-Grafikkarte nicht viel schneller als diese Lösungen sein wird und auch in etwa deren Preisrahmen liegt.

Radeon 9600 XT
RV360
RV380
Fertigung 130nm 130nm
Chiptakt 500 MHz ~ 500 MHz
RAM-Takt 300 MHz ~ 400 MHz
RAM-Schnittstelle 128bit 128bit
Speicherart GDDR ?
Pipelines 4 4
Vertex Shaders 2 2
Transistoren 75 Mio. ?
Bus AGP PCI Express
Erhältlich Jetzt Q2 2004

Die Bezeichnungen der neuen Grafikkarten sind leider noch nicht bekannt. Dies dürfte ein interessanter Entscheidungsprozess bei ATI sein, denn schließlich hat man mit der Radeon 9800 (Pro, XT) den vierstelligen Nummernbereich so gut wie ausgereizt. Es bleibt fast nur noch die ‚9900‘ übrig für R420 und R423, wenn man nicht zu den fünfstelligen Zahlen übergehen will. Aber auch im Mainstream-Segment sind eigentlich so gut wie alle wichtigen Zahlen schon belegt (9500, 9600, 9700), so dass nur noch Zwischenschritte wie ‚9650‘ für den RV380 übrig bleiben.

Im Herbst diesen Jahres wrd ATI Technologies dann seine Produktpalette wie üblich erneut überarbeiten. Dann soll der höher getaktete R480 den R420 und R423 nachfolgen. Ähnliches gilt für den RV410 im Vergleich mit dem RV380. Allerdings soll der RV410 auch noch als AGP-Variante erscheinen.

Quelle: AnandTech

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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