ATIs neue High-End Grafikchips

Spekulationen um künftige Codenamen, Pipelines und Taktfrequenzen

In diesem Jahr wird ATI Technologies bekanntlich den neu entwickelten High-End Grafikchip mit dem Codenamen R520 auf den Markt bringen. Obwohl ATI selbst auf der CeBIT so gut wie keine Informationen über die nächste Generation verriet, sind in der Zeit nach der Messe einige Gerüchte und Spekulationen aufgetaucht. Angeblich wird der R520 im Juni offiziell vorgestellt und soll ungefähr doppelt so schnell sein wie ein Radeon X850 Grafikchip.

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Solche Leistungsabschätzungen mehrere Monate vor der Einführung sollten natürlich wie gewohnt mit Vorsicht zu genießen sein, auch (oder gerade?) wenn sie nach Angaben der Zeitschrift PC-Welt direkt von einem ATI-Mitarbeiter stammen. Meistens trifft dies nur in bestimmten (High-End) Konstellationen zu.
Bekannt ist, dass ATI den R520 schon in 90nm Prozesstechnologie fertigen lässt – wie aktuelle CPUs von Intel und AMD, aber als erster Grafikchip überhaupt. So ist es möglich, die vermutlich über 300 Millionen Transistoren in einem kleinen Chip unterzubringen, der wirtschaftlich sinnvoll produziert werden kann.
Die Anzahl der Pixel-Pipelines wird wohl von 16 (bei aktuellen High-End Grafikchips) auf 24 beim ATI R520 gesteigert. Angeblich sollen diese auch anders strukturiert sein, so dass sie besser und/oder effizienter arbeiten.
Die Taktfrequenzen des neuen Top-Modells stehen noch nicht fest. ATI wird diese wohl erst kurz vor Einführung spezifizieren. So kann man noch auf den voraussichtlich zuvor eingeführten NV48 reagieren, nVidias wohl ebenfalls auf 24 Pipelines erweitertes Modell der GeForce 6800 Serie (NV40 bzw. NV45).
Performance-technisch darf man deshalb davon ausgehen, dass eine NV48 Grafikkarte schneller sein wird als Radeon X850 XT PE und GeForce 6800 Ultra und dass ein R520 Modell dann wiederum alles bisher dagewesene übertrumpft.
Wie die nVidia GeForce 6 Serie unterstützt ATI mit dem R520 erstmals das Shader Model 3.0. Außerdem soll der neue Grafikchip auch die “Windows Graphics Foundation 1.0“ (WGF) beherrschen, so dass die Kompatibilität mit der nächsten Windows-Version (Codename: Longhorn) gewährleistet ist. WGF stellt quasi die Weiterentwicklung der DirectX Programmierschnittstelle dar.
Man darf gespannt sein, wie lange es nach der Einführung im Juni dauert, bis die ersten R520 Grafikkarten im Handel erhältlich sein werden. Preislich muss man sich wohl auf 500 bis 600 Euro einrichten – zumindest bei den ersten Produkten.
Ein Produktname ist übrigens noch nicht bekannt. Es wird über X900 und X950 spekuliert. Dass es wie gewohnt mindestens drei Varianten – ’normal‘, Pro und XT – geben wird, dürfte niemanden überraschen.
Durch den Einführungstermin im Juni wird vielfach mit einer Vorstellung auf der Computermesse Computex in Taiwan Anfang Juni gerechnet. ATI selbst dementierte dies allerdings gegenüber Hartware.net. Man plant lieber eine eigene Einführungsveranstaltung. Verständlich, denn auf der Computex würde der R520 in der üblichen Flut von Neuvorstellungen weniger Aufmerksamkeit bekommen.

Nach dem R520 wird ATI Technologies im Herbst wohl auch günstigere Derivate einführen, die ebenfalls das Shader Model 3.0 unterstützen. Der RV530 ist für den Preisbereich zwischen 200 und 300 Euro avisiert und dürfte in Varianten mit 12 und 16 Pipelines auf den Markt kommen.
Der RV515 stellt die günstigste Lösung für Preise um bzw. unter 100 Euro dar. Man rechnet mit 4 und/oder 8 Pipelines und einer 128bit breiten Speicherschnittstelle. Bei Low-Cost Modellen wird es wohl auch wieder Versionen mit nur 64bit RAM-Interface geben.
RV530 und RV515 sollen im September oder Oktober eingeführt werden und dürften spätestens im Weihnachtsgeschäft erhältlich sein.

Quelle: Eigene

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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