Sony und Microsoft zahlen drauf

Milliardenverluste durch günstigen Preis neuer Spielkonsolen befürchtet

Es ist nicht unüblich, dass die Hersteller von Spielkonsolen bei der Hardware zunächst kräftig draufzahlen müssen und erst später mit den verkauften Games und Lizenzen Profite erwirtschaften. Bei der kommenden Generation könnten die Verluste aber erstmals die Milliarden-Grenze überschreiten. Microsoft und Sony sollen angeblich pro neuer Konsole $76 bzw. $95 draufzahlen.

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Nach aktuellem Stand wird erwartet, dass Microsoft die Xbox 360 in den USA ab Ende diesen Jahres für 299 US-Dollar verkauft und Sony die PlayStation 3 im nächsten Jahr für $399 anbieten wird.
Analysten und Marktbeobachter gehen momentan davon aus, dass beide Hersteller damit ihre Konsolen deutlich unter dem Herstellungspreis auf den Markt bringen. Angeblich zahlt Microsoft seinen Produktionspartnern insgesamt $375 pro Xbox 360, während sich die Fertigungskosten der PS3 auf sogar $494 pro Stück summieren sollen. Die Finanzexperten von Merril Lynch Japan erwartet daraufhin im Einführungsjahr der PS3 (2006) einen Verlust von 1,18 Milliarden US-Dollar bei Sony – allein durch die neue Konsole.
Zum Vergleich: Die PlayStation 2 kostet bei der Einführung im Jahre 2000 $364 in Japan und $299 in den USA. Im Einführungsjahr verlor Sony dadurch 458 Millionen US-Dollar. In den folgenden Jahren aber machten die Japaner diesen Verlust mehr als wett und verbuchte $759 Mio. Gewinn in 2001 und erzielte in 2002 sogar einen Profit von $1,03 Milliarden.
Im ersten Jahr einer neuen Spielkonsole geht es den Herstellern vorrangig um den Gewinn von Marktanteilen, finanzielle Verluste werden dabei hingenommen. In den folgenden Jahren dann wird die Hardware im Einkauf billiger und die Einnahmen durch Spiele und Lizenzen fließen. Finanzexperten aber warnen nun davor, dass Microsoft die Pläne von Sony eventuell durchkreuzt, indem der Preis der Xbox 360 bei der Einführung der PS3 gesenkt wird. Dies könnte erheblichen Einfluss auf die von Sony erwarteten Marktanteile haben – und ohne Marktanteile werden die Einnahmen in den Folgejahren deutlich geringer ausfallen als geplant.

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Quelle: GameSpot

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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