Protonensturm sorgt für Störungen

Sehr großer Röntgenausbruch auf der Sonne

Auf dem äußersten östlichen Sonnenrand ereignete sich am Mittwoch ein äußerst starker Ausbruch an Röntgenstrahlung, auch Flare genannt. Auf der fünfstufigen Ereignisskala des US-amerikanischen „Space Environment Center“ (SEC) wurde der Ausbruch „gerade noch“ in Stufe 4 eingeordnet. Als Folge brachen am Mittwoch Abend alle Kurzwellenverbindungen über die Raumwelle (Reflexionen an der Ionosphäre), über Stunden völlig zusammen.

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Das „Sonnenrauschen“, das zum Ausfall von Mobilfunk- und Satellitenverbindungen führen kann, stieg von etwa 100 auf über 27.000 Einheiten an. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der gesamte amerikanische Kontinent auf der von der Sonne beschienenen Seite.

Der Protonenfluss freilich brauch etwas länger (etwa 45 Stunden), um die Erde zu erreichen, als die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitenden Röntgenstrahlen. Starke Protonenströme können die Bordelektronik, Bildsensoren und Sonnensegel von Satelliten beeinträchtigen.

Der starke Röntenausbruch wurde in einer Gruppe von Sonneflecken beobachtet, die in den kommenden Wochen über den der Erde zugewandten Teil der Sonne wandern werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie dabei weitere, heftige Flares produzieren werden ist groß. In der Zeit, in der die Fleckengruppe auf der Rückseite der Sonne wanderte hatten Koronagraphen an Bord von Satelliten heftige Masseausbrüche aufgezeichnet, die besagter Gruppe zugeschrieben werden. Im Falle eines Ausbruchs auf der der Erde zugewandten Seite kann eine herausgeschleuderte Plasmawolke beim Passieren der Atmosphäre heftige geomagnetische Stürme und Nordlichter sogar in Mitteleuropa hervorrufen. Für Navigationssysteme, Satellitenverbindungen und Stromnetze würde eine solche Plasmawolke allerdings eine Störung bedeuten. Am 13. März 1989 traf ein Stromausfall das kanadische Quebec, am 30. Oktober 2003 war das schwedische Malmö betroffen.

Kommentar: Zum einen gibt es Hoffnung auf Polarlichter, zum anderen kann man es dem Protonensturm in die Schuhe schieben, sollte mit der Technik in den nächsten Tagen und Wochen etwas nicht stimmen 😉

Quelle: Heise

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