WLAN im Zug

Allied Telesync mit japanischer Technik

Eine stationäre Technik des japanischen WLAN-Spezialisten Root Inc. verspricht unterbrechungsfreien Internetzugang in der Bahn, auch bei Hochgeschwindigkeit und in Tunneln. Nachdem Root Inc. im Frühjahr von Allied Telesync übernommen wurde soll die Technik auch nach Europa kommen. Über den Einsatz von „Mobile IP“ wir unter anderem mit diversen europäischen Eisenbahn- gesellschaften verhandelt.

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Das Gesamtkonzept setzt fast vollkommen auf WLAN-Techniken, um ein AES-verschlüsseltes, großflächiges Outdoor-Netzwerk zu erziehlen. „Wireless Base Stations“, bestehend aus Access-Point und Router mit einer Reichweite von 20 Kilometern, mobile Router für den Einbau z.B. in Eisenbahnwaggons und weitere Komponenten wie beispielsweise Autentifizierungs-Server.

Beim Übergang von einer Basisstation auf die nächste wird „Layer3-Roaming“ eingesetzt. Der einzelne Router behält dabei seine IP-Adresse. Der „Home Agent Netzwerk Server“ koordiniert die Verbindungen zwischen den mobilen Routern und dem fest installierten Netz und sorgt dafür, dass jeder mobile Router immer einen Netzwerk-Tunnel zur nächstgelegenen Basisstation unterhalten kann. Auf diese Weise soll unterbrechungsfreies Arbeiten gewährleistet werden. Die notwendigen Basisstationen sollen sich auch in unwegsmamem Gelände einsetzen lassen, notfalls mit einer autonomen Stromversorgung wie z.B. ein Windrad.

Damit unterscheidet sich die Lösung von bisherigen in Zügen verbauten Konzepten grundlegend. Denn derzeit bewegt sich in der Regeln das WLAN im Zug, Kontakt zum Internet findet es aber über UMTS oder Satellitenverbindungen. Das stationäre WLAN könnte nicht nur billiger werden, es funktioniert auch in Tunneln.

„Mobile IP“ wird im asiatischen Raum schon von einigen Projekten eingesetzt, so zum Beispiels im japanischen Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen, wo Reisende auf einen unterbrechungsfreien Internetzugang zugreifen können. Die japanische Polizei setzt die Technik entlang von Autobahnen zur Übermittlung von Anfragen und Unfallberichten ein. In der U-Bahn von Hongkong wird in einem Pilotprojekt die Überwachung der Waggons per Kamera über streaming Video in Echtzeit realisiert.

Ob und wann die Technik in Europas Züge einzug halten wird ist nicht sicher, die deutsche Bahn setzt derzeit mit ihrem „Railnet“ getauften Dienst in Zusammenarbeit mit T-Mobile auf ein anderes System. „Railnet“ soll ab 2006 einen mobilen Internetzugang für alle deutschen ICE-Züge bieten.

Quelle: Golem

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