Hybrid SLI in Aktion

nVidia zeigt Hybrid Power (Abschaltung der Grafikkarte) im Einsatz

Anfang des Monats hatte nVidia auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas Hybrid SLI offiziell vorgestellt und auch die entsprechenden Mainboard-Chipsätze für diese Technologie angekündigt. Hybrid SLI besitzt zwei Features: „GeForce Boost“ und „Hybrid Power“. Auf einer Presseveranstaltung in München hat nVidia vergangene Woche Hybrid Power, die Abschaltung einer Grafikkarte im laufenden Betrieb, in Aktion gezeigt.

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Während GeForce Boost, der Parallelbetrieb von Grafikkarte und in den Chipsatz integrierter Grafik, nur für Einsteiger- und Low-End-Systeme gedacht ist, ist Hybrid Power deutlich interessanter. Abhängig von der Belastung kann dabei zwischen Grafikkarte und Chipsatz-Grafik umgeschaltet werden, was Strom spart und die Wärmeentwicklung im System sowie die Geräuschentwicklung reduziert. Damit der Chipsatz die Grafikkarte abschalten kann, muss in den Grafikchip der Karte (dGPU) ein Mikrocontroller integriert sein, der eben dieses Signal empfangen kann. Der Grafikchip stellt daraufhin seinen Betrieb ein und stellt auch den Lüfter ab, wie nVidia in der Praxis auch gezeigt hat. Der integrierte Mikrocontroller bleibt aber natürlich aktiv und wartet auf das nächste Signal, um die Grafikkarte wieder einzuschalten, wenn die 3D-Last dies erfordert.
Da der angesprochene Mikrocontroller noch in keinem aktuellen Grafikchip enthalten ist, wird Hybrid Power nur von zukünftigen Grafikkarten unterstützt.
Ähnlich wie die Profile für SLI plant nVidia auch für Hybrid Power Profile in den Grafiktreiber zu integrieren, damit die Aktivierung und Abschaltung der Grafikkarte automatisch passiert. Bei der ersten Version im nächsten Monat wird man die Grafikkarte aber noch manuell an- und abschalten müssen.
Für Hybrid Power wird neben einer neuen Grafikkarte auch einer der neuen Chipsätze benötigt: nForce 780a SLI, nForce 750a SLI oder GeForce 8200. Diese sollen noch in diesem Quartal erhältlich sein, wahrscheinlich im Februar. Diese Chipsätze sind nur für AMD-Prozessoren geeignet, die Versionen für Intel-Plattformen sollen im zweiten Quartal folgen.
Damit Hybrid Power funktioniert, werden ab jetzt alle neue Chipsätze von Intel mit einem integrierten Grafikkern ausgestattet sein. Dies soll keine nennenswerten Auswirkungen auf Preis und Hitzeentwicklung haben, wie nVidia versicherte.

Auf dem Workshop in München hatte nVidia ein lauffähiges GeForce 8200 Mainboard im Einsatz, anhand dessen Hybrid Power zusammen mit einem Grafikkarten-Prototyp demonstriert wurde. Lief das System normal mit Grafikkarte, lag die Stromaufnahme bei 75 Watt. Schaltete man die Grafikkarte ab, sank dies auf 45 Watt. Auch unter Last wurde der Unterschied anhand einer kleinen 3D-Anwendung gezeigt. Mit der Grafikkarte (dGPU) verbrauchte das System 140 Watt, mit der DirectX10-kompatiblen Chipsatz-Grafik (mGPU) waren es nur 80 Watt, wobei der Leistungsunterschied aber sichtbar war.

Hybrid Power dürfte sowohl in Notebooks als auch in High-End Desktop-Systemen, auch mit SLI, mit offenen Armen empfangen werden, werden doch Stromverbrauch und Lautstärke immer wichtigere Kriterien bei neuen Computern.

GeForce 8200 Mainboard
Anschlüsse GeForce 8200: u.a. mit VGA und HDMI
Hybrid Power Prinzip
Grafikchips abschalten mit Hybrid Power
Stromaufnahme gesenkt durch Hybrid Power
Lautstärkereduzierung durch Hybrid Power
Übersicht: neue nForce Chipsätze für AMD
Was unterstützt was und wird von wem unterstützt?

Quelle: Eigene

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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