Rechenzentrum heizt Wohngebiet

Abwärme der Server wird von umliegendem Wohngebiet genutzt

Die meisten Leser werden es wissen: Ein High-End-PC im Dauerbetrieb kann durch seine Abwärme die Raumtemperatur signifikant anheben. Ein komplettes Rechenzentrum ist eine ganz andere Kategorie, aber dessen „Energieabfall“ kann man doch irgendwie nutzen, dachten sich zwei britische Firmen. Jetzt ist es konkret: Beim neuen, 19.000 Quadratmeter großen und neunstöckigen Rechenzentrum „Telehouse West“ in London wird die Abwärme der Server von umliegenden Häusern und Firmengebäuden genutzt.

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Durch die Energieabfuhr soll „Telehouse West“ bis zu 1110 Tonnen an CO2-Emissionen pro Jahr einsparen und bis zu neun Megawatt Energie für die Umgebung bereit stellen. Die Energieeinsparung entspricht nach Angaben des Rechenzentrumbetreibers 3000 dauernd kochenden Wasserkesseln.
Damit schlägt der Betreiber zwei Fliegen mit einer Klappe. Neben der Energiegewinnung für die Umgebung wird auch der Umwelteinfluss des Rechenzentrums deutlich verringert, weil die Abwärme nicht einfach an Luft oder Wasser abgegeben wird.
Der Bau des „Telehouse West“ kostet voraussichtlich umgerechnet 90 Millionen Euro und soll im nächsten Jahr abgeschlossen werden.

Ein ähnliches Projekt war in Österreich aufgrund der Proteste von Anwohnern gescheitert. Ein öffentliches Schwimmbad sollte von der Abwärme eines Rechenzentrums beheizt werden.

Telehouse North

Quelle: Telehouse Europe

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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