Erster Spiele-Flop auf Kickstarter

Geld der Kleininvestoren ist eventuell futsch

Nach Double Fines Kickstarter-Erfolg, war die Crowd-Funding-Plattform Gesprächsthema Nummer 1 in der Spieleindustrie. Einige Entwickler frohlockten gar, es könnte sich für die Zukunft langfristig um ein Finanzierungsmodell handeln, das traditionelle Publisher überflüssig mache. Viele weitere Projekte wie ein „Shadowrun“-Rollenspiel, „Wasteland 2“ oder ein neues Rollenspiel des bekannten Studios Obsidian („Fallout: New Vegas“) wurden mittlerweile ebenfalls über Kickstarter finanziert. Doch jetzt ist ein bereits finanziertes Spiel in der Entwicklung gescheitert und wirft einen Schatten über das Konzept.

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Das Spiel „Haunts: The Manse Macabre“ wurde im Juni 2012 von mehr als 1200 Interessierten bei Kickstarter finanziert. Der Entwickler Mob Rules Games wollte 25.000 US-Dollar einnehmen und sicherte sich am Ende 28.739 US-Dollar – nach eigenen Angaben ausreichend finanzielle Mittel, um den Titel fertig zu stellen. Laut Entwicklern hatte man zuvor bereits 42.500 US-Dollar in das Horror-Spiel investiert.

Jetzt muss der Leiter des Entwicklers, Rick Dakan, eingestehen, dass die Entwicklung an „Haunts: The Manse Macabre“ vorerst eingestellt wurde. So hätten die beiden Lead-Programmer den Entwickler verlassen, nachdem ihre Verträge ausliefen. Das Spiel sei zwar größtenteils fertiggestellt, benötige aber noch intensive Fehlerbehebungen und stecke quasi in der Phase als Alpha-Build.

Rick Dakan bietet nun an, allen Kickstarter-Investoren ihr Geld zurück zu erstatten und gibt zu, leider nicht in der Lage zu sein das Produkt abzuliefern, das sich sowohl er und sein Team als auch die Unterstützer gewünscht hätten. Ob Dakan allerdings in der Praxis wirklich allen Investoren ihre Gelder zurückzahlen kann, ist noch offen.

Tatsächlich zeigt dieses erste Scheitern eines Kickstarter-Spiele-Projekts, dass sich die Klein-Investoren immer dieses Risikos bewusst sein sollten: Selbst größere Projekte von bekannten Entwicklern könnten theoretisch durch unvorhergesehene Kosten oder den Wegfall von wichtigen Mitarbeitern abstürzen. Im Grunde sollten die Klein-Investoren nun lernen, dass sie im Grunde die Risiken übernehmen, die sonst die Publisher tragen.

Für „Haunts: The Manse Macabre“ besteht zumindest noch eine kleine Hoffnung. So wolle der Entwickler versuchen eventuell mit anderen Studios zusammen zu arbeiten, um den Titel im Sinne der Community doch noch fertig zu stellen. Ob und wann das gelingen könnte, ist aber eben völlig offen.


Quelle: BBC

André Westphal

Redakteur

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