AMD & Intel CPUs mit NSA-Hintertürchen?

Sicherheitsexperte beschreibt mögliches Szenario

Laut einem Technologie-Experten direkt aus dem Silicon Valley, Steve Blank, könnten sowohl in Prozessoren aus dem Hause AMD als auch Intel Hintertürchen für die NSA stecken. Auch der Sicherheitsexperte Jonathan Brossard hält dieses Szenario für möglich, denn CPU-Hintertürchen seien extrem unauffällig und für Nutzer absolut nicht zu beheben. Theoretisch könnte die amerikanische NSA dann über derlei bewusst integrierte Lücken in der Hardware die Kontrolle über Computer im Ausland übernehmen. Intel allerdings hat derlei Vorwürfe bereits als spekulativen Unsinn abgetan.

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Blank, der aktuell an der Stanford Universität unterrichtet, Firmen im Bezug auf IT-Sicherheit berät und von Forbes dieses Jahr zu einem der 30 einflussreichsten Menschen im Bereich für Technik gekürt wurde, hält das CPU-Hintertürchen dennoch für realistisch: So habe die NSA bereits vor Verschlüsselungs-Maßnahmen Zugriff auf Microsofts E-Mail-Produkte. In Verbindung mit PRISM habe sich klar gezeigt, dass die NSA möglichst weltweit auf jeden Rechner zugreifen wolle. Für die NSA sei es nur logisch, dass man lieber direkt die Hardware kontrollieren wolle, statt umständlich Codes zu knacken.

AMD und Intel haben längst eine Methode implementiert, um CPU-Bugs über Patches nachträglich beheben zu können. So enthalten die Chips Mikro-Code, der via Windows Update modifizierbar ist. Hier eröffnen sich für die NSA hervorragende Potentiale. Blank regt dabei zum Nachdenken an, indem er anmerkt, dass merkwürdigerweise aber ausgerechnet die beiden großen CPU-Hersteller AMD und Intel in den PRISM-Leaks nicht auftauchten. Blank lächelt: „Vielleicht sind genau die beiden ja für die NSA die guten Jungs.“ Auch hält er für möglich, dass die NSA bereits mit oder ohne die Hilfe der Hersteller bereits einen Weg gefunden habe über den Mikro-Code in die Hardware einzugreifen. Möglich wäre dann, dass die US-Institution über vermeintliche Windows-Sicherheitsupdates auf Wunsch auf individuelle PCs Zugriff erhalten könnte. Andere Sicherheitsexperten sollen diese Theorie bereits ebenfalls als realistisches Szenario bestätigt haben.

Blanks besteht darauf, dass es sich bei seinen Annahmen keinesfalls um reine Fantasie oder Verschwörungstheorien handele: „Einer der größten Coups der NSA lag ja bereits darin, Hintertüren in vermeintlich neutrales Verschlüsselungs-Equipment zu implementieren, das die Schweiz an andere Nationen verkauft hat.“

Quelle: FinancialReview

André Westphal

Redakteur

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