Der Flop des BlackBerry Q10

Smartphone mit Tastatur bleibt in den Regalen liegen

Es ist kein Geheimnis, dass der kanadische Hersteller BlackBerry (ehemals RIM) aktuell in einer Krise steckt. So haben sich die diesjährigen Hoffnungsträger des Unternehmens, Smartphones mit dem neuen Betriebssystem BlackBerry 10, weit schlechter verkauft als erwartet. Laut dem Wirtschaftsmagazin Wall Street Journal bestätigen sowohl Händler als auch Mobilfunkanbieter die „miserablen“ Verkaufszahlen des BlackBerry Q10 mit QWERTZ-Tastatur. BlackBerry selbst enthält sich zu den Verkaufszahlen des Q10 eines Kommentares.

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Der Unternehmer Chris Jourdan besitzt in den USA 16 Wireless-Zone-Geschäfte, die Verizon-Produkte anbieten. Er berichtet, dass er ohnehin nur wenige BlackBerry Q10 bestellt hatte, da die Nachfrage vorab niedriger ausfiel als erwartet. Von der kleinen Menge, die er verkaufte, wurden die meisten laut Jourdan umgetauscht: „Wir haben quasi keinerlei Nachfrage des Q10 gespürt und die meisten Geräte zurück an unseren Großhändler geschickt“, schließt Jourdan.

BlackBerry war noch vor wenigen Jahren einer der wichtigsten Smartphone-Hersteller, musste sich aber mit seinen Tastatur-Modellen mehr und mehr anderen Firmen mit Android-Geräten geschlagen geben. Als Reaktion stellten die Kanadier Anfang 2013 zunächst ein reines Touchscreen-Smartphone, das Z10, vor. Weder jenes Modell, noch das später nachgeschobene Q10 mit Tastatur, konnten die Kunden begeistern. Aktuell seien die Lager prall gefüllt und die Mobilfunkanbieter ernüchtert. Ein anonymer Manager eines kanadischen Mobilfunkanbieters resümiert: „Wir alle haben gedacht das Q10 wäre der große Retter für BlackBerry. Aber es war quasi eine Totgeburt.“

Eventuell kann BlackBerry sich durch die Geschäftskunden noch etwas berappeln – hier sind die Geräte des Herstellers besonders beliebt. Dennoch sieht man sich bei den Kanadiern aktuell nach Alternativen um. Dazu gehört die baldige Veröffentlichung des BlackBerry Messengers für das Apple iOS und Google Android genau so wie ein eventueller Verkauf des Unternehmens.

Quelle: WallStreetJournal

André Westphal

Redakteur

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