Larry Page: Datensammeln rettet Leben

Google-CEO hält Angst vor Datenkraken für unberechtigt

Speziell in Deutschland ist die Privatsphäre bzw. der Datenschutz (noch) ein relativ geschätztes Gut. Geht es nach dem aktuellen Geschäftsführer des Suchmaschinen-Gigantens Google, Larry Page, sei die Angst vor Datenkraken aber sogar schädlich für die Menschen. Man sollte Google als hilfreichen Assistenten für das Leben verstehen – nicht als dubiosen Voyeur. Aktuell leben wir laut Page in einer Welt, die sich durch Technik enorm verändere. Klar, dass das für Unsicherheit sorge. In der Vergangenheit herrschte bei technischen Innovationen zumeist anfangs erst große Skepsis.

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Page erinnert dabei auch an die Proteste bezüglich Google Street View – heute sei der Dienst sehr beliebt und den Kontroversen entwachsen. In Zukunft wolle Google noch weiter gehen. So stellt sich der CEO vor, dass sich z. B. Smartphones und Tablets mit Google Android mit Bordcomputern in Fahrzeugen synchronisieren. Der Informationsaustausch könnte zu einer noch personalisierteren Benutzererfahrung führen. Als Beispiel nennt Page, dass ein Vater seine Kinder abhole und das Auto dies aus seinen Gewohnheiten bzw. seinem Terminplan erkenne. Entsprechend werde die Musik während des Fahrens angepasst, sobald die Kinder einsteigen.

Parallel mahnt Page sich nicht vor Datensammlung und neuen Techniken zu fürchten, weil man dadurch die Vorteile ignoriere. Etwa sei es im Bereich Gesundheitswesen schwierig Daten zu sammeln und zu analysieren: „Aktuell betreiben wir kein Data-Mining im Sektor Gesundheitswesen. Wenn wir das dürften, könnten wir vermutlich schon nächstes Jahr 100.000 Leben retten.“ Ob dies den Verlust an Privatsphäre wert wäre, sollte jeder selbst moralisch abwägen.

Quelle: NewYorkTimes

André Westphal

Redakteur

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