„The Interview“: Online-Release als neues Modell?

Film überspringt die Kino-Auswertung

Der Film „The Interview“ war Stein des Anstoßes für den derzeitigen Zoff zwischen Nordkorea und den USA sowie möglicherweise Auslöser der Hackerangriffe auf Sony Pictures. Dabei ist das filmerische Ergebnis in Wahrheit eine wenig Aufsehen erregende Komödie, die weder besonders witzig noch ernsthaft provokativ ist. Nach Terror-Drohungen weigerten sich Kinobetreiber den Film zu zeigen und Sony musste nach neuen Vertriebswegen fahnden. Könnte die direkte Online-Veröffentlichung von „The Interview“ nun ein Fingerzeig auf Vertriebsmodelle der Zukunft sein?

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Der Film steht nun direkt via YouTube, Google Play und Xbox Live zum Ausleihen bzw. Kauf bereit. Auch wenn die Kritiken verhalten ausfallen, könnte „The Interview“ als erster großer Mainstream-Film Geschichte schreiben, der vor einer breiten Kinoveröffentlichung direkt online zur Verfügung steht. Eric Wold, ein Medien-Analyst für die Firma B. Riley & Company spricht von einem Pioniermodell. Gleichzeitig mahnt Wold, dass man abwarten müsse, ob sich Sonys Strategie als profitabel erweise: „The Interview“ hat rund 44 Mio. US-Dollar gekostet. Wie viel Geld nun durch den Online-Vertrieb in die Kassen gelangt, ist bisher offen. Analyst Wold ist sich aber sicher, dass Sony Pictures mit „The Interview“ Verluste machen werde. Die Frage ist eben nur wie enorm jene sein werden. Allerdings sei Sony in die Ecke gedrängt worden und habe ohnehin keine Wahl gehabt als den Film direkt online zu veröffentlichen.

Immerhin erhalte Sony einen größeren Anteil der Einnahmen als bei einer Kino-Veröffentlichung. Branchen-Insider zweifeln dennoch daran, dass große Blockbuster mittelfristig direkt online in den Vertrieb gehen könnten. Dazu stecke zu viel Geld in breiten Kinoauswertungen. Eventuell könnte sich hier aber eine Option für kleinere Produktionen auftun.

Quelle: Cnet

André Westphal

Redakteur

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