Phil Spencer gesteht Kinects Schwächen ein

Aktuell sei der Sensor zu wenig zu gebrauchen

Wir hatten anno 2009 bereits auf der damaligen Gamescom in Köln beim ersten Austesten stark in Frage gestellt, ob Microsofts Kombination aus Kamera, Sprach- und Bewegungssteuerung, Kinect, für Games wirklich Sinn habe. Unsere damaligen Prognosen bewahrheiteten sich rasch: Weder die Multimedia-Anwendungen noch der Einsatz in Spielen lockten Entwickler oder Gamer hinter dem Ofen hervor. Dennoch hielt Microsoft an Kinect fest und schnürte sogar zur Erstveröffentlichung der Xbox One ein Zwangs-Bündel mit dem Sensor. Doch jetzt gesteht selbst Phil Spencer die Schwächen von Kinect ein.

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Microsoft hatte letztes Jahr bereits erkannt, dass zu wenige Kunden Interesse an Kinect haben: Folgerichtig bot man seine Xbox One plötzlich auch ohne Kinect für 100 Euro weniger an. Seitdem sind die Verkaufszahlen der Konsole dann auch stark angestiegen. Die ehemalige Strategie, laut der Kinect ein essentieller Bestandteil der Erfahrung an der Xbox One sei, ist längst zu den Akten gelegt. Mittlerweile gibt Phil Spencer, Microsofts Leiter der Xbox-Sparte, zu: „Es gibt Genres, in denen Kinect gut funktioniert. Aber wenn man ‚Halo‘ oder ‚Call of Duty‘ spielt, dann gibt es da kein Gameplay-Szenario das schreit ‚Hey, wir brauchen Kinect‘.“ Ein Manager kann zwischen den Zeilen kaum offener zugeben, dass sein Produkt nicht den Erwartungen entsprochen hat.

Zwar verfiel Spencer anschließend doch wieder in die Marketing-üblichen Lobeshymnen, aber ihm und allen anderen dürfte klar sein, dass Kinect sich niemals zu dem Mainstream erheben wird, den Microsoft Spielern geradezu aufzwingen wollte.

Quelle: CraveOnline

André Westphal

Redakteur

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