Intel gegen Skylake Overclocking

Offiziell: Intel unterbindet BCLK-Übertaktung von Skylake CPUs

Letzte Woche hatten wir bereits darüber berichtet, dass die ersten Mainboard-Hersteller das im Dezember eingeführte Basistakt-Overclocking von Skylake Prozessoren ohne ‚K‘-Anhängsel wieder aus ihren BIOS-Versionen entfernen. Mittlerweile hat Intel offiziell bestätigt, dass dies auf das Ersuchen des CPU-Herstellers geschieht.

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Intel stellt den Mainboard-Herstellern ein Microcode-Update zur Verfügung und wenn dies in BIOS-Updates integriert wird, wird die BCLK-Übertaktung praktisch eliminiert. In den letzten BIOS-Versionen vieler Mainboards konnte man den Basistakt vieler Skylake CPUs von 100 auf 130 MHz und mehr schrauben, so dass einige Anwender deutlich mehr aus ihren Prozessoren herausholen konnten. Seit Skylake ist der BCLK nicht mehr an andere Komponenten wie den PCI-Express-Takt gebunden wie noch bei Sandy Bridge, Ivy Bridge und Haswell. Mit Skylake sind PCIe-Clock und BCLK unabhändig voneinander, so dass der BCLK nur noch die CPU und ihre Kerne, die integrierte Grafik und den Speichertakt betrifft. Wenn der BCLK hochgeschraubt wird, schaltet sich die integrierte Grafik bei den letzten BIOS-Versionen automatisch ab und außerdem werden CPU-Turbo und C-States deaktiviert. Overclocker dürften diese Einschränkungen allerdings problemlos in Kauf nehmen.
Trotzdem schiebt Intel diesem nun einen Riegel vor.
Intel verschickt regelmäßig Updates für seine Prozessoren, die unsere Partner freiwillig in ihre BIOS integrieren, wird ein Intel-Sprecher zitiert. Das letzte Update an die Partner enthält u.a. Code, der unsere Haltung zum Overclocking widerspiegelt: Wir raten davon ab CPUs zu übertakten, die nicht dafür entwickelt wurden. Darüber hinaus gewährt Intel keine Garantie für Prozessoren, die außerhalb ihrer Spezifikationen betrieben werden.
Intel hatte ähnlich reagiert, als Mainboard-Hersteller in der Vergangenheit Overclocking auf günstigeren Hauptplatinen mit Chipsätzen der H- und B-Serien ermöglicht hatten. Intel erlaubt Overclocking nur auf Mainboards mit (teureren) Z-Chipsätzen und (teureren) Prozessoren mit dem Namenszusatz ‚K‘.
Allerdings ist Intels Haltung zum Übertakten ihrer Prozessoren zwiespältig, denn grundsätzlich wird Overclocking der K-CPUs erlaubt, aber der obige Einwand mit dem Garantieverlust gilt auch für K-CPUs, wenn diese im übertakteten Zustand Schäden nehmen. Selbst unter Intels „Performance Tuning Protection Plan“, mit dem man die Garantie auf übertaktete CPUs erweitern kann, wird betont, dass Intel Overclocking weder unterstützt noch empfiehlt (siehe Intels FAQ).
Anwender, die ihre Intel Skylake CPUs mit den letzten BIOS-Versionen erfolgreich über den BCLK übertaktet haben (siehe Erfahrungsbericht), sollten deshalb erstmal keinen weiteren BIOS-Updates durchführen, wenn sie die Overclocking-Möglichkeiten nicht verlieren wollen.

Quelle: PCWorld

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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