Deutscher Computerspielpreis wird erneut harsch kritisiert

GAME Bundesverband hegt Zweifel an der Seriosität

Auch 2017 wurde erneut bereits vor, während und nach der Verleihung erhebliche Kritik am Deutschen Computerspielpreis laut. In den vergangenen Jahren wurde bereis kaum ein gutes Haar an der Preisverleihung gelassen: Es wurde eine fragwürdige Auswahl für die Nominierungen kritisiert und gerade die Kategorie des internationalen Preises werde der Branche nicht gerecht. Auch in diesem Jahr wurden Zweifel an der Ernsthaftigkeit und Seriosität der Preisverleihung vorgebracht.

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So lehnten die Entwickler Mimimi Productions ihren Preis für „Shadow Tactics: Blades of the Shogun“, der auf 40.000 Euro dotiert gewesen ist, tatsächlich ab. Ihnen sollte die Auszeichnung für das beste Gamedesign gebühren. Bei Facebook erklärten sich die Entwickler schließlich ausführlich: „In den Tagen vor der Preisverleihung haben sich Informationen aus zuverlässigen Quellen verdichtet, die darauf hinwiesen, dass es zu Unstimmigkeiten beim Hauptjury-Wahlverfahren des DCP 2017 gekommen ist. Dies betrifft zum einen die Durchführung der Wahl selbst, wir verweisen an dieser Stelle auf das Statement des GAME. Zum anderen gibt es ernstzunehmende Bedenken, dass die Wahl durch die Hauptjury einer vernünftigen Auseinandersetzung mit den eingereichten Spielen nicht gerecht wurde. Da wir bei der Wahl nicht anwesend waren, liegt es an den drei Ausrichtern und der Hauptjury, gemeinschaftlich zu klären, in welchem Umfang diese Aussagen korrekt sind. Wir haben kein Interesse daran, dem DCP zu schaden. Es stand für uns jedoch nicht zur Debatte, einen Preis anzunehmen, der eventuell nicht korrekt und fair vergeben wurde.

Auch der GAME Bundesverband hat Zweifel am korrekten Vorgehen beim Deutschen Computerspielpreis und bezieht dazu ebenfalls Stellung. So hätten bei der Auszählung der Stimmen in vielen Kategorien Stimmen gefehlt. Jene hätten bei mehreren, knappen Entscheidungen aber einen Einfluss auf die Ergebnisse gehabt. Wo jene Stimmen denn nun geblieben seien, möchte man allzu gerne erfahren: „Der Deutsche Computerspielpreis ist unlängst durch Unstimmigkeiten während der Hauptjurysitzung negativ aufgefallen. In den meisten Kategorien fehlten bei der Auszählung Stimmen. Da keine Enthaltungen oder Abwesenheiten gezählt wurden, konnte deren Verbleib nicht festgestellt werden. Bei drei Kategorien ist dies aus Gründen der jeweils knappen und somit entscheidenden Mehrheiten relevant.

Die Vertreter von GAME hätten bereits während der Jurysitzungen auf das Problem hingewiesen, es habe aber keine Einigung der Ausrichter und auch keine Aufklärung gegeben. Das Ende vom Lied ist, dass der Deutsche Computerspielpreis erneut in einem sehr schlechten Licht erscheint und aktuell für Ausrichter und Teilnehmende kaum ein ernsthafter Grund zur Freude sein dürfte.

Quelle: GAME

André Westphal

Redakteur

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