Cubot X20 Pro im Test: Einstiegs-Smartphone mit Triple-Kamera - Seite 4

Mit FullHD+ Display, 6 GByte RAM & 128 GByte Speicherplatz für weniger als 150 Euro

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Display & Kamera

Cubot nennt für das Display des X20 Pro 90 % Abdeckung des NTSC-Farbraumes, einen typischen Kontrast von 1300:1 und eine maximale Helligkeit von 450 cd/m2. HDR ist nicht an Bord. Es handelt sich hier um ein für den Einstiegsbereich gutes LC-Display, das auch tatsächlich sehr hell werden kann und damit draußen stets gut lesbar bleibt.

Die Farben sind dabei ebenfalls sehr kräftig, ab Werk hat der Bildschirm aber einen leichten Blaustich bzw. die Farben wirken eher kühl. Es lässt sich auch ein Lesemodus bzw. „Nachtlicht“ zuschalten, wie es Cubot nennt. Dadurch erhalten die Farben einen Gelbstich, es werden aber blaue Lichtanteile reduziert, um die Augen zu schonen.

Viele Worte braucht man eigentlich nicht über den Screen zu verlieren: Er ist für diese Preisklasse sehr ordentlich und zufriedenstellend. Dank der Auflösung von 2340×1080 Pixeln auf 6,3 Zoll Diagonale ist das Bild stets scharf.
Klar, an dem Mini-Notch an der Vorderseite könnte man sich stören, uns hat diese Design-Entscheidung von Cubot das X20 Pro allerdings nicht madig gemacht.

Eine Triple-Kamera bei einem Einstiegs-Smartphone klingt zunächst verlockend. Dem Hauptsensor (Sony IMX486) mit 12 Megapixeln stehen ein Sony IMX350 für die Tiefeninformationen bzw. Porträts mit 20 Megapixeln und ein Ultra-Weitwinkel-Sensor mit 8 Megapixeln und einem Sichtfeld von 125° zur Seite. Auf dem Papier klingt das alles nicht schlecht, zumal die Kamera bei Einstiegs-Smartphones in der Regel eigentlich das schwächste Glied in der Kette ist. Doch wie schlägt sich die Triple-Kamera des Cubot X20 Pro denn im Alltag?

Leider sollte man hier nicht zuviel erwarten, denn auch wenn der Sensor Sony IMX486 in der Lage sein sollte, gute Fotos zu liefern – immerhin steckt er beispielsweise auch im Dauerbrenner Xiaomi Mi A2 – ist die Bildqualität alles andere als berauschend – sieht man vom starken Rauschen bei dunklen Aufnahmen ab. So bekommt das Cubot X20 Pro es nicht vernünftig hin, dynamische Bilder zu knipsen, wie unsere Aufnahmen mit überstrahlter Beleuchtung zeigen.

Außerdem weisen viele Fotos starke Farbverfälschungen auf. Die Beleuchtung des Gebäudes auf den Fotos oben erstrahlte in Wirklichkeit nicht mit diesem extremen Gelbstich, sondern erschien eher warm bzw. orange. Das letzte Bild sieht fast wie mit einem Neonfilter bearbeitet aus, kam aber tatsächlich so ohne jegliche Filter aus der Kamera-Software.

Auch die Kamera-Menüs gefallen uns nicht, denn man muss etwa, nur um HDR zuzuschalten, extra in einen Unterbereich wechseln – siehe der Screenshot oben. Dazu kommt, dass die App für die Cam sich sehr schleppend anfühlt, wenn man Einstellungen ändert. Auch der Fokus ist ein Problem. Er arbeitet langsam und muss oft erst mehrfach pumpen, bevor er das Motiv bei mittlerem bis schwachem Licht erfasst.

Dass man von derselben Position aus mit Zoom oder Ultra-Weitwinkel Fotos knipsen kann, ist natürlich nett und wirkt bei High-End-Smartphones wie dem Xiaomi Mi 9 wie ein Segen. Cubot wäre aber besser beraten gewesen, lieber mehr in die Software und die Optimierung des Haupt-Sensors zu investieren. Nun kann man über drei Sensoren unterdurchschnittliche Bilder anfertigen statt über einen Sensor ordentliche – siehe etwa die Vergleiche oben zwischen Weitwinkel- und Ultra-Weitwinkel.

Oben sieht man noch einmal den Vergleich zwischen der Haupt-Kamera und dem optischen Zoom über die dritte Linse. Auch hier dürfte mehr drin sein.

Die Frontkamera mit 13 Megapixeln schlägt sich im Verhältnis nur marginal besser und taugt für Selfies, wenn man nicht den perfekten Fokus erwartet. Auch sie erzeugt also leider keinen Wow-Effekt.

Schade, dass die Kameras generell derart straucheln. Cubot versprach zwar schon zum Launch ein Update, das die Kamera-Qualität verbessern sollte, uns begeistern die Ergebnisse – Stand November 2019 – jedoch im aktuellen Status nicht.

André Westphal

Redakteur

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