Samsung hat offenbar seine TVs fürs Schummeln bei Tests optimiert

Darstellungsverhalten wurde für übliche Testszenarien abgeändert

Samsung hatte in der Vergangenheit bei Benchmarks von Smartphones gemogelt: Geräte wie die Galaxy S22 zeigten in Benchmarks ein speziell optimiertes Verhalten, das von der Performance im Alltag abwich. Am Ende entschuldigte sich der südkoreanische Hersteller allerdings und gelobte Besserung. Die sogenannte GOS-Kontroverse soll dennoch sogar den Verkaufszahlen geschadet haben. Leider waren die Tricksereien offenbar nicht auf das mobile Segment beschränkt.

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So hat Samsung offenbar seine Fernsehgeräte so abgestimmt, dass die in üblichen Testszenarien eine andere Darstellung anlegen als im Nutzungsalltag. Dies fiel unter anderem beim neuen QD-OLED S95B auf. Auch der Samsung Neo QLED QN95B ist betroffen. Konkret passen die Fernsehgeräte ihre Leuchtkraft sowie Farb- und Kontrastdarstellung an, wenn sie etwa erkennen, dass speziell auf einem zehnprozentigen Bildausschnitt die HDR-Wiedergabe getestet wird, wie es für TV-Reviews sehr üblich ist.

Beispielsweise erreichte der erwähnte Neo QLED dann in solchen Tests temporär eine Leuchtkraft von ca. 2.300 Nits. Im normalen Nutzungsalltag werden aber nie 1.300 Nits überschritten. Dies liegt daran, dass Samsung speziell für die Benchmarks die Software angepasst hat, um die Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung sozusagen ans Limit zu bringen. Würde man dies regelmäßig im Alltag so handhaben, könnte aber das Panel beschädigt werden.

Die Kollegen von Flatpanels HD bewerteten diese Praxis als hochproblematisch, da die Testergebnisse so weniger Relevanz für den Nutzungsalltag haben. Konfrontiert mit den Vorwürfen, reagierte Samsung Südkorea aber nur mit einer vagen Stellungnahme und versprach, durch Updates das Verhalten der betroffenen Fernsehgeräte in nicht näher konkretisierter Art zu optimieren. Hier bleibt wohl abzuwarten, was das für die Zukunft bedeutet.

Quelle: Flatpanels HD

André Westphal

Redakteur

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