Praxistest
Kapazität / Entladen
Von den angegebenen 1024 Wh Bruttokapazität lässt sich systembedingt nie die vollständige Energie entnehmen. Das BMS hält eine Sicherheitsreserve zurück, zudem entstehen Verluste im Wechselrichter und in der Leistungselektronik.
Im ersten Test entluden wir die Aferiy P180 Pro mit einem 3D-Drucker, der zwischen 50 bis 500 Watt Stromverbrauch pendelte. Bis zur automatischen Abschaltung konnten 782 Wh über AC entnommen werden. Die anschließende Vollladung benötigte 1072 Wh aus dem Stromnetz, was einem Gesamtwirkungsgrad von rund 73 Prozent entspricht.
Unter hoher Dauerlast fiel die nutzbare Kapazität erwartungsgemäß geringer aus. Mit einem Fön, der etwas mehr als 1400 Watt verbrauchte, konnten wir 621 Wh entnehmen, die Wiederaufladung benötigte 1003 Wh. Der Gesamtwirkungsgrad lag damit bei etwa 62 Prozent. Bei kleiner bis mittlerer Last lässt sich also deutlich mehr Energie nutzen als bei einer dauerhaft hohen Entnahme.
Die AC-Steckdosen lieferten im Test eine stabile Spannung. Ein Wasserkocher mit 1800 Watt verbrauchte laut Display 1806 Watt und lief problemlos. Ein Heizlüfter mit 2500 Watt Nennleistung führte nicht zur Abschaltung: Die Aferiy P180 Pro begrenzte die Ausgangsleistung sauber auf rund 1825 Watt.
Auch elektrische Werkzeuge und Gartengeräte ließen sich zuverlässig betreiben. Für Camping, Wohnmobil, Garten oder Werkstatt bietet die Powerstation trotz lediglich 1800 Watt ausreichend Leistung. Positiv ist zudem die durchgängige Schutzleiterverbindung der Schuko-Steckdosen im Netzbetrieb.
Die USB-Anschlüsse hinterließen ebenfalls einen guten Eindruck. Besonders der USB-C-Port mit bis zu 140 Watt unterstützt viele Schnellladeprotokolle inklusive USB-PD 3.1 mit EPR und eignet sich damit auch für leistungsstarke Notebooks.
Laden
Die Aferiy P180 Pro kann über das Stromnetz, ein Solarpanel oder kombiniert über beide Eingänge geladen werden. Das integrierte Netzteil ist praktisch, da lediglich ein Kaltgerätekabel benötigt wird.
Über AC lädt die Powerstation mit bis zu 1000 Watt. Laut Hersteller dauert eine vollständige Ladung rund 72 Minuten. Alternativ kann die Ladeleistung per Schalter oder App auf 500 Watt begrenzt werden. Das verlängert die Ladedauer auf etwa 2,3 Stunden, reduziert aber die Belastung schwacher Stromkreise und die Lüfterlautstärke.
Der MPPT-Solarladeregler akzeptiert 11,5 bis 55 Volt und maximal 500 Watt. Ein Solarpanel stand im Test nicht zur Verfügung, weshalb wir die Solar-Ladeleistung nicht selbst prüfen konnten. Laut Hersteller sind über Netz und Solar zusammen bis zu 1500 Watt Eingangsleistung möglich, wodurch 80 Prozent Ladestand nach rund 36 Minuten erreicht werden sollen.
Die Aferiy P180 Pro unterstützt außerdem gleichzeitiges Laden und Entladen sowie eine USV-Funktion. Bei einem praktischen Test lief ein angeschlossener Desktop-PC beim Ziehen des Netzsteckers ohne Unterbrechung weiter.
Sonstiges & Lautstärke
Bei geringer Last bleibt die Aferiy P180 Pro angenehm leise. Unterhalb von rund 300 Watt stehen die vier Lüfter meist still oder drehen nur langsam. Aus einem Meter Abstand war die Powerstation so gut wie nicht hörbar, womit sie beim Camping oder im Wohnmobil kaum stört.
Bei hoher Dauerlast oder der 1000-Watt-Schnellladung drehen die Lüfter deutlich auf. Ab rund 1200 Watt Ausgangsleistung ist die Powerstation gut hörbar, aber nicht laut. Am ehesten kann man die Lautstärke mit einem laufenden Kühlschrank vergleichen. Wer leise laden möchte, sollte den 500-Watt-Modus verwenden.
Die Wärmeentwicklung war unauffällig. Nach einer Stunde Laden war die Abluft handwarm. Das Gehäuse der Powerstation selbst war nur leicht wärmer als im ausgeschalteten Zustand.
Das Display informiert übersichtlich über Akkustand, Ein- und Ausgangsleistung sowie die geschätzte Restlaufzeit. Über die App per Bluetooth oder 2,4-GHz-WLAN lassen sich AC- und DC-Ausgänge schalten, die Ladeleistung einstellen und Firmware-Updates installieren. Die Steuerung reagierte im Test mit etwa 2-3 Sekunden Verzögerung, dafür aber immer zuverlässig.



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