AMD gewinnt Marktanteile, während CPU-Markt schrumpft

Intels Marktanteile bei x86-Prozessoren sinken auf das Niveau von 1995

AMD baut seine Position im x86-Prozessormarkt weiter aus. Im zweiten Quartal 2026 erreichte der Chipentwickler laut Marktforschern einen neuen Rekord-Marktanteil – und das ausgerechnet in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld. Vor allem der Einbruch bei Desktop-PCs macht deutlich, wie stark der anhaltende KI-Boom den klassischen PC-Markt inzwischen beeinflusst.

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Bei den x86-Prozessoren für PCs und Server kam AMD im zweiten Quartal auf 30,7 Prozent Marktanteil. Damit legte das Unternehmen gegenüber dem Vorjahresquartal um 6,5 Prozentpunkte zu. Intel kommt entsprechend noch auf 69,3 Prozent – der niedrigste Anteil des Unternehmens seit 1995.

Noch deutlicher fällt der Zugewinn aus, wenn neben klassischen PC- und Server-Prozessoren auch Embedded- und Semi-Custom-Chips berücksichtigt werden. Hier erreichte AMD 34,1 Prozent, während Intel auf 65,9 Prozent kam. AMD profitierte dabei unter anderem von besser als erwarteten Auslieferungen seiner SoCs für Spielkonsolen.

Besonders bemerkenswert ist AMDs Entwicklung angesichts der Schwäche des Desktop-Marktes. Die Auslieferungen von Desktop-CPUs gingen im Jahresvergleich um mehr als 20 Prozent zurück, als AMD Marktanteile bei Desktop-CPUs gewann, aber mobil verlor. Die Marktforscher von Mercury Research beschreiben die aktuelle Entwicklung als besonders schlecht. Als Gründe gelten unter anderem gestiegene PC-Preise und eine eingeschränkte Verfügbarkeit von GPUs.

Der Hintergrund ist der KI-Boom: Hersteller und Zulieferer priorisieren zunehmend Komponenten für Rechenzentren und KI-Systeme. Dadurch stehen für klassische PCs weniger Komponenten zur Verfügung, während gleichzeitig die Preise steigen.

AMD konnte sich diesem Abschwung zwar ebenfalls nicht entziehen, verlor aber weniger stark als Intel. Dadurch stieg AMDs Anteil bei Desktop-Prozessoren um 2,7 Prozentpunkte auf 34,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal gewann AMD sogar 1,8 Prozentpunkte hinzu.

Im Server-Geschäft ist die Entwicklung für AMD ebenfalls bemerkenswert. Der gesamte Markt wuchs im zweiten Quartal um knapp 20 Prozent, doch AMD steigerte seine Auslieferungen schneller als Intel. Der Marktanteil der EPYC-Prozessoren kletterte auf 34,5 Prozent, ein Plus von 7,3 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt um unterschiedliche Zählweisen bei Embedded-Prozessoren würde AMD laut Mercury Research sogar auf 46,4 Prozent kommen.

AMD-Chefin Lisa Su mit EPYC-CPU

Noch stärker fiel AMDs Zugewinn bei Notebook-Prozessoren aus. Hier erreichte das Unternehmen 28,9 Prozent Marktanteil, 8,4 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Intel hatte zwar im zweiten Quartal Millionen zusätzliche mobile CPUs ausgeliefert, um frühere Lieferengpässe zu reduzieren. Trotzdem konnte AMD seinen Anteil weiter leicht steigern.

Die Zahlen sind für Intel besonders interessant, weil sie nicht mit einem generellen Einbruch der Nachfrage nach allen Prozessoren einhergehen. Im Gegenteil: Das Rechenzentrumsgeschäft von Intel wuchs im zweiten Quartal um beeindruckende 59 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig konnte AMD seine Auslieferungen noch stärker steigern.

Damit zeigt sich eine bemerkenswerte Verschiebung: Der KI-Boom sorgt zwar für Rekordwachstum bei bestimmten Bereichen des Halbleitermarktes, dieses Wachstum kommt aber nicht automatisch Intel zugute. AMD kann insbesondere bei Servern vom steigenden Bedarf profitieren und gleichzeitig im weiterhin wichtigen PC-Markt Boden gutmachen. Für Intel kommt erschwerend hinzu, dass neben AMD zunehmend ARM-basierte Prozessoren Druck ausüben. Nvidia, Amazon Web Services, Qualcomm und andere Unternehmen verfolgen eigene CPU-Strategien für Rechenzentren und PCs.

Quelle: Computer Reseller News

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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