Microsoft hat weitere Leistungsverbesserungen für Windows 11 vorgestellt, die insbesondere PCs mit lediglich 8 GByte Arbeitsspeicher zugutekommen sollen. Laut dem Unternehmen reagieren entsprechende Systeme inzwischen bis zu 20 Prozent schneller auf Benutzereingaben. Beim Multitasking soll der Geschwindigkeitsgewinn sogar bis zu 40 Prozent betragen. Dafür hat Microsoft sowohl die Speicherverwaltung des Betriebssystems als auch mehrere wichtige Anwendungen optimiert.
Schon Anfang September wurde berichtet, dass Windows 11 auch mit nur 8 GByte RAM schneller werden soll. Zur IFA versprach Microsoft schnellere Starts, reaktionsfreudigeres Windows Hello und weniger Speicherbedarf. Das wurde nun offenbar umgesetzt.
Im Mittelpunkt der Verbesserungen steht ein effizienterer Umgang mit dem verfügbaren Arbeitsspeicher. Windows 11 nutzt bereits seit längerer Zeit Speicherkomprimierung, um weniger häufig benötigte Daten im RAM zu halten, anstatt sie auf die deutlich langsamere SSD auszulagern. Microsoft hat diese Mechanismen nun weiter angepasst. Auf Systemen mit 8 GByte RAM sollen dadurch bis zu 2 GByte mehr aktive Daten im Arbeitsspeicher verbleiben können. Anwendungen und Browser-Tabs müssen beim Wechsel zwischen verschiedenen Aufgaben entsprechend seltener neu geladen werden.
Zusätzlich priorisiert Windows unmittelbar angeforderte Aktionen stärker und reduziert währenddessen Hintergrundaktivitäten wie die Suchindizierung. Das soll alltägliche Vorgänge wie das Öffnen des Startmenüs, die Windows-Suche, der Aufruf der Einstellungen oder den Start des Explorers beschleunigen. Microsoft beziffert den entsprechenden Zugewinn auf bis zu 20 Prozent gegenüber dem Stand vom Januar 2026.
Auch bei den Anwendungen hat Microsoft angesetzt. Verbesserungen an Word, Excel, PowerPoint und Outlook sollen zusammen bis zu 360 MByte Arbeitsspeicher einsparen. Insgesamt konnte das Unternehmen bei seinen Multitasking-Tests das Wachstum des belegten Speichers über Windows, Edge und Microsoft 365 hinweg um bis zu 900 MByte reduzieren.
Weitere Maßnahmen betreffen Widgets und den Edge-Browser. Auf PCs mit höchstens 8 GByte RAM werden Widgets erst geladen, wenn der Nutzer das entsprechende Panel tatsächlich öffnet. Das spart im Hintergrund rund 200 MByte. Edge versetzt inaktive Tabs außerdem bereits nach 15 statt zuvor 120 Minuten in den Ruhezustand. Der Browser soll zudem bis zu 33 Prozent schneller starten können, indem Windows auf einen bereits im Hintergrund laufenden Prozess zurückgreift. Dafür werden Windows 11 Build 26300.9818 oder neuer und Edge 150 oder neuer benötigt.
Besonders deutlich fällt der von Microsoft angegebene Leistungsgewinn bei anspruchsvollen Multitasking-Szenarien aus. In einem internen Test öffnete das Unternehmen auf einem PC mit 8 GByte RAM nacheinander 20 Tabs im Edge-Browser, ein 4K-Video, größere Word-, PowerPoint- und Excel-Dokumente, Outlook sowie den Datei-Explorer. Der gesamte Ablauf wurde mit den optimierten Windows-Versionen bis zu 40 Prozent schneller abgeschlossen als mit einem Stand vom Januar 2026.
Allerdings handelt es sich um einen Microsoft-internen Labortest auf einem HP OmniBook 3 mit Snapdragon X Plus und 8 GByte RAM. Die Ergebnisse sind daher nicht ohne Weiteres auf andere Hardwarekonfigurationen übertragbar.
Die Verbesserungen sind Bestandteil von Windows 11 Version 26H2 und werden mit Build 26300.9818 oder neuer bereitgestellt. Nutzer können unter „Einstellungen -> Windows Update“ nach Aktualisierungen suchen. Auch Edge, Microsoft 365 und Teams sollten auf dem aktuellen Stand sein.
Microsoft betont allerdings, dass die Optimierungen mehr Arbeitsspeicher nicht grundsätzlich ersetzen. Für anspruchsvolle Anwendungen wie 3D-Modellierung, umfangreiche Videobearbeitung oder größere Datenverarbeitungsaufgaben empfiehlt der Konzern weiterhin mindestens 16 GByte RAM.
Quelle: Microsoft

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