VIA P4X266 unbeliebt aber günstig

Trotz 30% günstigeren Preises geben sich die Hersteller ablehnend

Im Kampf um die Gunst der Hersteller bei Pentium 4 kompatiblen Mainboards hat VIA theoretisch die Nase vorn. Der P4X266 ist nicht nur 25-30% günstiger, schneller verfügbar, sondern vermutlich auch noch performanter als Intels i845. Und dennoch zeigen die vier großen Hersteller, ASUS, Elitegroup, MSI und Gigabyte, wenig Interesse an VIAs Produkt. Grund dafür ist die Rechtsunsicherheit in Bezug auf den Chipsatz. VIA ist der Meinung, man sei im Besitz der Lizenzen für das Pentium 4 Busprotokoll. Intel schloß schließlich mit S3 ein Technologieaustauschabkommen. Ob die Technologien jedoch auch VIA nutzen kann, nachdem man die Grafiksparte von S3 kaufte, ist noch ungewiss.

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VIAs Konkurrenten SiS und ALi, die beide selbst Pentium 4 Chipsätze produzieren werden und dafür Lizenzentgelte an Intel zahlen, drängen ihren Lizenzgeber zu rechtlichen Schritten gegen den lästigen Konkurrenten aus Taipei.

Die derzeitige Situation ist alles andere als zufriedenstellend für die Mainboardproduzenten. Designten sie jetzt Mainboards mit dem P4X266 und erwirkte Intel in einigen Monaten einen Produktionsstop des Chipsatzes, wäre wertvolle Entwicklungszeit verschwendet worden. So gibt man sich lieber abwartend und präsentiert in der Zeit Produkte auf Basis des i845 bzw. den entsprechenden Chipsätzen von SiS und ALi.

Anders scheinen das die kleinen und mittelgroßen Hersteller zu sehen. Sie wittern ihre Chance, mit günstigeren und gleichzeitig schnelleren Mainboards auf den Plan treten zu können als die mächtige Konkurrenz. Für sie ist die Gefahr, von Intel verklagt zu werden, geringer als für die ASUS und Co. Wenn sie die Boards in China produzieren und diese dann dort und in Südamerika verkaufen, kann Intel wenig dagegen tun. China dürfte es kaum interessieren, ob eine amerikanische Firma Anstoss am Verkauf irgendwelcher Produkte in ihrem Land nimmt. VIA versprach zudem, sämtliche bei einem Rechtsstreit anfallenden Kosten zu übernehmen.
Zu klären wäre unserer Ansicht nach noch, was passiert, wenn VIA dank Gerichtsentscheid gar keine P4X266 mehr produzieren darf. Es ist kaum anzunehmen, dass VIA den Gewinnausfall zig kleiner Hersteller mit eigenen Mitteln ausgleichen kann.

VIA P4X266

Quelle: DigiTimes

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