nForce bekommt Konkurrenz

ATIs Chipsatz kommt Ende des Jahres

NVIDIAs nForce-Chipsatz für AMD-Prozessoren ist noch nicht erhältlich, da tritt schon die Konkurrenz auf den Plan. Dass ATI an einem eigenen Mainboardchipsatz arbeitet, ist schon länger bekannt, genauere Informationen fehlten jedoch bislang völlig. Die ukrainische Site Composter hat nun ein paar davon aufgetrieben.

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So soll der unter dem Codenamen A3 entwickelte Chip im vierten Quartal erscheinen. Ob das rechtzeitig genug für das Weihnachtsgeschäft ist, darf bezweifelt werden. Der Chipsatz soll angeblich gleichermaßen mit dem Pentium III/Celeron (inkl. Tualatin) wie mit dem Athlon/Duron zusammenarbeiten können. So ganz glauben möchten wir das nicht. Dafür müßte ATI praktisch zwei komplette Chipsätze in einen Chip vereinen, was natürlich die Fertigungskosten und damit den Preis des Chips massiv erhöhen würde. Wahrscheinlicher und wirtschaftlich sinnvoller ist die Fertigung zwei verschiedener Chipsätze, wie es VIA, ALi und SiS auch tun. Über einen Pentium 4 Chip schweigt sich die Seite aus. Das ist ebenfalls sehr eigenartig, bekam doch ATI als erstes Unternehmen überhaupt eine Lizenz für das Pentium 4 Busprotokoll. Es ist sich auch jeder sicher, dass dieser Prozessor spätestens Ende des Jahres im Midrange- und HighEnd-Bereich der am meistverkaufte Prozessor sein wird. Dass von VIA und Intel in diesem Jahr keine Chipsätze mit integrierter Grafik für den Pentium 4 geplant sind, käme ATI ebenfalls zugute. Aber evtl. kamen die Mitarbeiter der ukrainischen Site auch nur nicht an die entsprechenden Informationen zum Chipsatz.

Im Gegensatz zur gesamten Konkurrenz entwickelt ATI nur die Northbridge, keine eigene Southbridge. Dafür können die Southbridges der Konkurrenz per PCI angebunden werden – mit maximal 133MB/s nicht gerade die schnellste Verbindung. Selbst VIAs V-Link bringt es auf 266MB in der Sekunde und war damit der langsamste Bus zur Chipanbindung auf Mainboards. Wie ATI mit dem zukünftigen UDMA133 fertig werden möchte, bleibt abzuwarten. Hier böte sich eine Anbindung per HyperTransport an.

Konservativ gibt man sich auch beim Speicher. Es werden nur PC1600 und PC2100 DDR-RAM unterstützt. Die Konkurrenz denkt hier schon an PC2700. NVIDIA kann sogar zwei Speichermodule „zusammenschalten“ und kommt so auf eine Bandbreite von maximal 4,2GB/s.

Als Grafikchip wird der unter dem Codenamen RV200 bekannte Chip eingesetzt. Beim RV200 handelt es sich um einen Radeon2 mit nur zwei statt vier Renderpipelines. Als Speicher verwendet der Chip einen Teil des Hauptspeichers, Prozessor und Grafikchip werden sich also beim Zugriff gegenseitig behindern und damit die Performance senken. Für spätere Aufrüstaktionen können die Mainboardhersteller einen AGP verbauen, müssen sie allerdings auch nicht.

Um den Mainboardherstellern Kosten zu ersparen und den Chip damit attraktiver zu gestalten, bringt der A3 einen internen Taktgeber mit. Bisher mussten die Mainboarddesigner auf externe Chips zurückgreifen.
Eine mobile Version für Notebooks wird es ebenfalls geben.

Quelle: x-bit labs

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