NV30 nun doch verspätet?

Tapeout noch nicht erfolgt, aber Weihnachtsgeschäft ist weiterhin das Ziel

Auf einer Telefonkonferenz anlässlich der Vorstellung der letzten Quartalsergebnisse, die im übrigen niedriger ausfielen als erwartet, hat nVidia-Chef Huang auch Fragen zum kommenden NV30 Grafikchip beantwortet. Demnach könnte dieser doch etwas später erscheinen als ursprünglich angenommen, auch wenn nVidia weiterhin offiziell verlautbaren lässt, dass man die neue Generation ihrer Grafiktechnologien im Herbst und noch vor Weihnachten kaufen kann.

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In dem Gespräch mit CEO Huang mussten die Analysten allerdings schon mehrfach nachfragen, bevor sie eine konkrete Antwort auf die Frage nach dem “Tapeout“, der endgültigen Spezifikation des NV30 vor dem Start der Produktion bekamen.

Das Gespräch zwischen Huang und einem Analysten nach der Frage nach der Verfügbarkeit des NV30 verlief folgendermaßen (grob übersetzt):
Huang – Er sollte im Weihnachtsgeschäft erhältlich sein.
Analyst – Hat der NV30 sein Tapeout hinter sich?
Huang – In der Vergangenheit hat nVidia bei den Tapeouts einen guten Job gemacht… Wir sind dabei, das Ganze abzuschließen.
Analyst – Also gab es noch keinen Tapeout?
Huang – Wir sind dabei, das Ganze abzuschließen, also lautet die Antwort: Ja.

Unabhängig davon, was beide Parteien unter “Tapeout“ eines Grafikchips verstehen, so lagen bei nVidia in der Vergangenheit immer so etwa 90 bis 100 Tage zwischen Tapeout und Produktionsstart. Selbst wenn der Tapeout jetzt erfolgt, würde es also noch bis Anfang oder Mitte November dauern, bis die ersten NV30-Grafikkarten hergestellt würden. Angesichts der neuen Fertigung des NV30 in 130nm Technologie und der möglicherweise damit verbundenen Probleme ist aber nicht gesagt, dass sich die Zeit zwischen Tapeout und Start der Produktion nicht noch verlängert. Mit dem Weihnachtsgeschäft würde es dann aber reichlich eng werden.

Dies bietet natürlich Konkurrent ATI Technologies eine große Chance, den High-End Markt mit dem Radeon 9700 zu besetzen. Diese Grafikkarte dürfte ab September zum Preis von etwa 400-450 Euro erhältlich sein und zeigte sich in ersten (frühen) Tests um einiges schneller als der aktuelle Grafik-Spitzenreiter GeForce4 Ti4600 von nVidia. Wir sind gespannt, ob ATI diese Chance nutzen kann.

Quelle: HardOCP

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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