nVidia GeForce FX offiziell

Grafikkarten mit Taktraten von 500/1000MHz (DDR-II) ab Februar?

Nun ist es offiziell: nVidia hat wie angekündigt heute auf der Comdex in Las Vegas den neuen GeForce FX Grafikchip vorgestellt – bisher unter dem Codenamen NV30 bekannt. Zwar wurden eine Reihe von Spezifikationen und neuen Technologien benannt, aber konkrete Grafikkarten und selbst Test Samples gibt es noch keine. Laut nVidia sollen die ersten Produkte im Februar nächsten Jahres erhältlich sein, es wird also nichts mehr mit dem Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr. Auch endgültige Taktraten und verschiedene Modellvarianten wurden noch nicht benannt. Gerüchte sprechen von GeForce FX 5800 und 5800 Ultra, die zwischen $399 und $499 kosten sollen, aber das ist unbestätigt. Ebenso ist unbekannt, ob der Name GeForceFX von seit der Übernahme bei nVidia an diesem Projekt arbeitenden ehemaligen 3dfx-Ingenieuren vorgeschlagen wurde.

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Der in 130nm Fertigungstechnologie hergestellte Grafikchip besteht aus der enormen Zahl von 125 Millionen Transistoren. Zum Vergleich: Der ATI R300 (Radeon 9700 Pro) besitzt etwas mehr als 110 Millionen und ein Intel Xeon MP Prozessor ca. 108 Millionen Transistoren. AGP 8x Fähigkeit ist obligatorisch, ebenso die Unterstützung für das kommende DirectX 9. Ganz neu ist die Verwendung von DDR-II Speicher. Diese sind zwar derzeit noch nicht in der Breite verfügbar, können jedoch höhere Taktraten erreichen als das bisher eingesetzte DDR-I und benötigen dabei sogar noch weniger Strom. Laut nVidia soll es im nächsten Jahr GeForce FX Grafikkarten mit 1 GHz DDR-II Speicher geben (500MHz Realtakt). Samsung wurde dabei als Partner genannt. Die Koreaner haben im aktuellen Quartal mit der Massenproduktion von 128Mbit 1-GHz DDR-II Grafik-DRAM begonnen.
nVidia verwendet allerdings weiterhin eine 128bit Speicherschnittstelle, so dass die tatsächliche Bandbreite des GeForce FX (16 GB/s) auf dem Papier hinter der einer ATI Radeon 9700 Pro mit 256bit Interface (19.8 GB/s) zurückbleibt. Allerdings führen die Kalifornier eine interessante neue Technologie namens “Intellisample“ zur Einsparung von Bandbreite ein. Dahinter steckt eine sogenannte “Color Compression Engine“, die alles komprimiert, was aus der Rendering Pipeline zum Memory Controller geschickt wird. Diese Komprimierung arbeitet laut nVidia verlustfrei und bis zu einem Verhältnis von 4:1.
Intellisample scheint besonders geeignet zu sein bei eingeschaltetem Anti-Aliasing. Hier könnte der GeForce FX gegenüber dem Radeon 9700 Pro trotz theoretisch geringerer Bandbreite Vorteile besitzen.
Wie das Konkurrenz-Produkt von ATI besitzt auch der neue nVidia-Chip acht Pixel-Pipelines mit jeweils einer Textureinheit pro Pipeline. Durch den höheren Chiptakt von möglicherweise 500 MHz (oder mehr oder weniger) dürfte der GeForce FX auch hier vor einer Radeon 9700 Pro liegen.

Durch die feinere Fertigung in 130nm Technologie (GeForce4 Ti und Radeon 9700: 150nm) dürfte der GeForce FX eigentlich weniger Strom benötigen und auch weniger Abwärme produzieren. Allerdings fordern hohe Transistorzahl und hoher Takt ihren Tribut und so braucht eine GeForce FX Grafikkarte wie eine Radeon 9700 Pro einen zusätzlichen Stromanschluss. Außerdem wird die Kühlung der höher getakteten Modelle zur Herausforderung. nVidia zeigte auf der Comdex ein Cooling ähnlich dem der Abit GeForce4 Ti4200 OTES. Wie die Lösung von Abit basiert auch diese auf einem Heatpipe-Prinzip und blockiert den PCI-Slot direkt neben dem AGP-Steckplatz (siehe Bilder unten). Angeblich ist der Ventilator aber Last-abhängig geregelt, ähnlich einer Stromspartechnik, so dass nur bei Spielen und anspruchsvollen 3D-Anwendungen die volle Drehzahl (und damit Lautstärke) erreicht wird.

Über die tatsächliche Performance einer GeForce FX gibt es noch keine verlässlichen Aussagen, da ja auch noch keine Grafikkarten ausgegeben wurden. Angeblich ist die neue nVidia-Karte im kommenden Actionspiel Doom3 mehr als doppelt so schnell wie eine GeForce4 Ti4600 und etwa 40% schneller als eine aktuelle Radeon 9700 Pro. Allerdings darf man erwarten, dass ATI bis zum Erscheinen von Doom3 noch mindestens einmal Modellpflege betreiben und damit entsprechend kontern wird.

nVidia GeForceFX Referenzkarte
nVidia FX Flow Cooling
nVidia FX Flow Cooling
nVidia GeForceFX Demo
nVidia GeForceFX Demo

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Quelle: nVidia

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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